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Trogen verliert ein Original

Nachruf
Kurt Nüssli

Konrad Engler, oder Chored wie man ihn nannte, wurde am 8. Juni 1921 als Nachzügler, seine Geschwister waren längst der Schule entlassen, der Eheleute Johannes und Marie Engler im Buchberg oberhalb von Hundwil geboren. Die Schule besuchte er in der Mitledi Hundwil jeweils nur halbtags, wie es damals üblich war. Nebst der Schule half er seinen Eltern auf dem Burehämetli und auch nach der Schulpflicht war er da und dort bei Bauern tätig. Seine Hilfsbereitschaft war später bis ins appenzellische Mittelland gefragt und in Trogen fand er nicht nur seine Lebensstelle, sondern auch seine über alles geliebte Ehefrau Berta Nagel, die er im Alter von 41 heiratete. Zusammen waren sie ein überaus glückliches Paar und genossen ihr Höckli in der Niederen in Trogen. Weitere Teile der Schweiz lernte er nur im Aktivdienst kennen; leistete er doch 850 Diensttage in der Innerschweiz. Später erhielt er dann eine Anstellung von der Kantonsschule Trogen und leistete als Hauswart mehrere Jahre treue Dienste. Während vieler Jahre lebte das Ehepaar Engler-Nagel in der Niederen, sehr friedlich und sehr bescheiden. Konrad Engler war ein guter Ehemann und war um seine Frau sehr besorgt, auch später als sie kränklich wurde. Als ihm dann die Pflege zu Hause zu mühsam wurde, durfte seine Frau Bertha im benachbarten Krankenheim Trogen liebevolle Aufnahme finden, wo er sie dann auch wieder täglich besuchte. Sehr schmerzhaft war für ihn dann das Abschiednehmen von ihr auf dem Friedhof im Jahre 2006. Er lebte weiter zurückgezogen in seinem Heim, sammelte selber noch sein Brennholz in der Nachbarschaft mit seiner Kränze, verbunden mit einem regelmässigen Grabbesuch. Mit zunehmender Schwachheit durfte er im Alter von über 90 Jahren im Haus Vorderdorf in Trogen liebevolle Aufnahme finden. Dort war er ein dankbarer und bescheidener Pensionär, wobei leider wegen seiner Hörbehinderung die Verständigung sehr schwierig wurde. Mitte Januar nahm sein Lebenswille ab und am 18. Januar durfte er friedlich einschlafen. Frau Pfarrer Schewe gestaltete eine auf den Verstorbenen ausgerichtete Abdankungsfeier ohne Glockengeläute, weil dies seiner Bescheidenheit entsprach.

Kurt Nüssli

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