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TROGEN: Kinderdorf nimmt jugendliche Flüchtlinge auf

Immer mehr minderjährige Jugendliche und sogar Kinder flüchten aus den Krisen- und Kriegsgebieten in die Schweiz. Appenzell Ausserrhoden bringt die Jugendlichen ab Mai im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen unter.
Im Kinderdorf Pestalozzi sollen die Jugendlichen Schutz finden - und Deutsch lernen. (Bild: pd)

Im Kinderdorf Pestalozzi sollen die Jugendlichen Schutz finden - und Deutsch lernen. (Bild: pd)

«Am 2. Mai werden die ersten neun Jugendlichen in eines der beiden Häuser im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen einziehen», sagte Matthias Weishaupt, Vorsteher des Departements Gesundheit und Soziales, am Donnerstag vor den Medien.

Vorerst gibt es im Kinderdorf Platz für 30 Jugendliche in zwei Häusern, welche der Kanton Appenzell Ausserrhoden von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi mietet. Sollten die Plätze nicht ausreichen, kann der Kanton ein weiteres Haus mit 15 Plätzen mieten. Ab Mai werden Jugendliche, die älter als 14 sind direkt im Kinderdorf untergebracht, wenn sie vom Bund zugewiesen werden. Jüngere Kinder bringt Appenzell Ausserrhoden direkt bei Pflegefamilien in den Gemeinden.

Zur Zeit bringt Appenzell Ausserrhoden 27 unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) im Asyl-Durchgangszentrum Landegg und im Zentrum Thurdorf in Oberbüren (SG) oder in Wohngemeinschaften in verschiedenen Gemeinden unter. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) rechne mit etwa gleich vielen unbegleiteten Flüchtlingen wie letztes Jahr, sagte Weishaupt. «Die 30 Plätze sollten vorerst ausreichen.»

Nach vier bis 12 Monaten im Kinderdorf wechseln die Kinder und Jugendlichen in betreute Wohngruppen in den Gemeinden. Die Betreuung für einen Jugendlichen kostet pro Tag rund 100 Franken. 50 Franken bekommt der Kanton vom Bund, der Rest wird von den Gemeinden (90 Prozent) und vom Kanton (10 Prozent) finanziert.

In erster Linie Deutsch lernen
Betreut werden die Jugendlichen im Kinderdorf Pestalozzi vom Verein tipiti, der seit 40 Jahren Kinder und Jugendliche mit besonderen Lebensläufen begleitet. Auch für die Ausbildung ist tipiti zuständig. Die jugendlichen Flüchtlinge sollen in erster Linie Deutsch lernen und wie man in der Schweiz lebt. «Unser Ziel ist, dass die völlig entwurzelten Menschen verlässliche Beziehungen aufbauen können, damit sie später ihren individuellen Weg finden», sagte Rolf Widmer, Leiter des Vereins tipiti.

Trotz ihrer schwierigen Lebensumstände solle den Jugendlichen eine Perspektive aufgezeigt werden. Der Asylstatus spiele bei der Begleitung eine sehr untergeordnete Rolle, sagte Widmer. Es sei unklar, ob die jungen Flüchtlinge in der Schweiz bleiben werden oder zurück in ihre Heimatländer gehen. Erfahrungen mit jugendlichen Flüchtlingen während des Bosnien-Krieges hätten gezeigt, dass 85 Prozent der Jugendlichen in ihr Heimatland zurückgekehrt seien.

Immer mehr Kinder alleine auf der Flucht
Bis vor wenigen Jahren war die Kategorie unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) in der Schweiz praktisch unbekannt. In den letzten drei Jahre ist die Zahl der Kinder, die sich ohne ihre Eltern auf die Flucht machen, sprunghaft angestiegen.

2015 ersuchten gemäss dem SEM 2736 Flüchtlingskinder um Aufnahme in der Schweiz. Das sind mehr als drei Mal so viele wie im Vorjahr (795) und knapp 7 Prozent aller Asylbewerber (39'523). Weil die Kinder und Jugendlichen gemäss Kontingentsschlüssel auf die ganze Schweiz verteilt werden, betrifft der Anstieg gleichermassen alle Kantone.

Weitaus am meisten unbegleitete Minderjährige kommen aus Eritrea (1191), es folgen Afghanistan (909) und Syrien (228). Über 80 Prozent sind männlich, die meisten sind zwischen 16 und 18 Jahre alt. (sda)

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