Trogen ist erwartungsfroh

Trogen hat den höchsten Steuerfuss des ganzen Kantons und 4,37 Mio. Franken Schulden. Trotzdem herrschte am Donnerstag an der öffentlichen Versammlung Aufbruchstimmung.

Patrik Kobler
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trogen. Am Donnerstagabend führte die SP in der Krone eine öffentliche Versammlung durch, an der sich die Kandidaten für die Ersatzwahlen in die Gemeindebehörden vorstellten. Im weiteren informierten Gemeindepräsident Niklaus Sturzenegger über die Jahresrechnung, und Baupräsident Jens Weber über den Stand der Arealentwicklung Boden/Büel/Unterstadel.

Ziel verfehlt – oder doch nicht?

Der frischgekürte SP-Präsident Moritz Flury eröffnete den Abend mit einem Steilpass. Er sagte, der Abschluss der Jahresrechnung mit einer Schwarzen Null zeige, dass die Steuersenkungsorgie der bürgerlichen Politik nicht zum gewünschten Erfolg geführt habe. Niklaus Sturzenegger konterte süffisant mit: «Der Abschluss macht fast etwas Freude.» Bei einem Gesamtaufwand von 8,76 Mio. Franken resultierte ein Überschuss von 6000 Franken. Dabei fielen die Steuereinnahmen um 135 000 Franken geringer aus als budgetiert.

Künftig werde man weniger optimistisch budgetieren, sagte Sturzenegger. Grosse Freude bereite ihm dagegen der Abschluss des Gemeindealtersheims. Dank einer besseren Belegung und einer Optimierung der Betriebsführung fielen die Aufwendungen deutlich geringer aus als erwartet. Der Gemeindepräsident merkte weiter an, dass verschiedene Investitionen nicht realisiert werden konnten – beispielsweise die Sanierung der Aufbereitungsanlage. Diese Investitionen seien aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.

Wichtige Arealentwicklung

Die Verschuldung ist im letzten Jahr leicht angestiegen und beträgt 4,37 Mio. Franken. Der Steuerfuss ist mit 4,6 Einheiten der höchste im ganzen Kanton. Der Gemeinderat habe sich eine Senkung des Steuerfusses überlegt, jedoch davon abgesehen, sagte Sturzenegger. Zur finanziellen Gesundung der Gemeinde sollen Neuzuzüger beitragen. Deshalb ist die Arealentwicklung Boden/Büel/Unterstadel von hoher Bedeutung.

Nachdem das Projekt in den letzten Jahren durch Einsprachen blockiert war, hat der Ausserrhoder Regierungsrat im Januar die entsprechenden Teilzonenpläne definitiv genehmigt. Baupräsident Jens Weber führte aus, wie es nun weitergeht.

Mitte April findet ein erstes Treffen der Fachkommission statt, anschliessend erfolgt die Ausschreibung für die Präqualifikation. Im Mai werden von den Teilnehmenden vier Teams ausgesucht. Die Präsentation ihrer Projekte findet am 27.

Oktober statt. Das Fachgremium, das unter der Leitung von Maria Zurbuchen-Henz (Architektur) und Lieni Wegelin (Landschaft) steht, wird das Siegerprojekt bestimmen. Das Ergebnis fliesst in den Quartierplan ein. Auf dem 15 000 Quadratmeter grossen Gebiet, das der Gemeinde und der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi gehört, möchte Jens Weber eine zukunftweisende und marktgerechte Wohnbebauung realisieren.

Sie soll ökologisch, sozial, und wirtschaftlich nachhaltig sein und sich organisch an Bestehendes anpassen.

Goldgräberstimmung

Sowohl die Gemeinde als auch die Stiftung möchten nicht selber als Bauherr auftreten. An der Versammlung sorgten die Spekulationen über den Verkaufserlös schon fast für Goldgräberstimmung. Jens Weber dämpfte die Erwartungen: Man werde sehen, was effektiv auf dem Markt gelöst werden könne, sagte er.

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