tROGEN

Christof und Susanne Kehl blicken auf ihre Zeit als Herausgeber der «Trogner Info Poscht» zurück

Die zwei Zugezogenen wurden durch die Arbeit mit dem Gemeindeblatt schnell in Trogen heimisch. Der Abschied sei ein gutes, wenn auch wehmütiges Gefühl, sagen sie.

Charlotte Kehl
Drucken
Teilen
Christof und Susanne Kehl freuen sich, fortan wieder etwas freier zu sein.

Christof und Susanne Kehl freuen sich, fortan wieder etwas freier zu sein.

Bild: Charlotte Kehl

«Wir befürchteten, hier im äussersten Ausserrhoden zu vereinsamen», erinnern sich Christof und Susanne Kehl an die Zeit, als sie in Trogen sesshaft wurden. Von Vereinsamung war aber keine Rede, wurden sie doch durch die Blattmacherei von Anfang an mit E-Mails, Anfragen und Texten überhäuft. «Auf diese Weise haben wir Trogen und die Bevölkerung schnell kennen gelernt.» Christof Kehl ist seit 1972 mit Trogen verbunden, seit sein Vater das Haus im äusseren Unterstadel zuerst als Ferienhaus, dann als festen Wohnsitz erworben hatte. «Auch wir haben es zuerst nur an Wochenenden benutzt, bis wir vor gut sechs Jahren definitiv in Trogen wohnhaft wurden», erzählt Christof Kehl. «Allerdings brauchten wir damals noch ein Standbein im Unterland, zur Sicherheit, falls wir es hier nicht aushielten, eine Wohnung in der Nähe unserer drei Kinder», ergänzt die aus dem Baselbiet stammende Susanne Kehl. Es sei schnell nicht mehr nötig gewesen.

Ideelles Engagement

Der gelernte Schriftsetzer Christof Kehl musste sich nach der Lehre schnell dem technologischen Fortschritt anpassen. Er interessierte sich für Informatik und machte sich 2001 mit der Firma Kehl Medien Informatik GmbH selbständig.

«Das Metier war mir nicht neu und es lag nahe, nach der Pensionierung zusammen mit Susanne das verwaiste Infoblatt zu übernehmen und zu professionalisieren.»

Christof Kehl arbeitete als freier Herausgeber. Einnahmen kamen ausschliesslich von der Gemeinde Trogen in Form einer festen Pauschale zusammen mit dem Auftrag, Nachrichten aus der Gemeindeverwaltung zu veröffentlichen. Der Rest wurde mit Inseraten abgedeckt. «Da blieb kein grosser Verdienst übrig», resümiert er, «aber das war ja auch nicht unsere Hauptmotivation.»

Vom «Chäsblättli» zum «Trogner TIP»

Es war in den frühen 80er-Jahren, als Jörg Wild mit dem Trogner Mitteilungsblatt «Chäsblättli» begann und mit seiner Schreibmaschine 20 Jahre lang durchhielt. Mit seinem Nachfolger Heiri Kaufmann rutschte die «Trogner Info Poscht» ins digitale Zeitalter – die Schreibmaschine wich einem Mac, den Druck übernahm die SZS Trogen. Nach weiteren zwölf Jahren nahm das Ehepaar Kehl den Trogner TIP in die Hand, mit Höhen und Tiefen. Das Highlight war für Christof der Donnschtig-Jass im Juli 2015 auf dem Landsgemeindeplatz. «In einer unserer ersten Nummern schon berichteten wir, dass eine Trogner Jassmannschaft beim Donnschtig-­Jass im Thurgau gewonnen hatte, was Trogen als nächsten Gastgeber definierte. Also begann man beizeiten mit den Vorbereitungen zusammen mit dem SRF und 200 Helferinnen und Helfern. Ich durfte von Anfang an als lokaler Journalist im Komitee teilnehmen. Mit Reportagen, Bildern und Interviews gestalteten wir eine tolle Sondernummer. Dieses Ereignis hat uns mit Trogen erst so richtig verschweisst.» «Die zweite Sondernummer machten wir über das 30-Jahr-Jubiläum vom Trogner Adventsmarkt», erinnert sich Susanne Kehl. «Auch da waren wir sehr aktiv integriert! Fast vermasselt haben wir jedoch das Barmudafest der Rab-Bar. Das ist bei uns irgendwie untergegangen – wie peinlich! Also machten wir kurzerhand eine Sonderbeilage. Dadurch konnten wir den Fauxpas mit einer fürs ‹Rab› optimalen Lösung wiedergutmachen.»

Der Skilift als Aufregerthema

«Als Dauerthema über all die Jahre entpuppte sich das leidige Skiliftproblem», erzählt Christof Kehl. «In fast jeder Nummer erschien ein Artikel oder ein Leserbrief über den neusten Stand der Streitereien. Längst ist entschieden, es geht nur noch um den Abbruch der Anlage. Schade!» «Die herzlichen Reaktionen von so vielen Trognern auf unseren Abschied hin gibt uns ein gutes, wenn auch wehmütiges Gefühl. Aber man soll aufhören, bevor es höchste Zeit wird! Wir freuen uns darauf, etwas freier zu sein. Immerhin hat es uns jeden Monat mindestens zehn Arbeitstage und ein ganzes Wochenende gekostet, bis die 32 bis 48 Seiten gelayoutet und gegengelesen waren. Aber wir haben es gerne gemacht und wünschen unsern Nachfolgern viel Erfolg!», sagen die beiden abschliessend.