TRIATHLON: Olympiasiegerin notiert Speicher im Tagebuch

TRIATHLON. Das Dorf Speicher kannte Nicola Spirig bisher wie die Berit-Klinik nur dem Namen nach. «Schöne Aussicht und optimale medizinische Betreuung», fasste sie ihre Eindrücke vor der Heimreise nach Bachenbülach zusammen.

Urs Huwyler
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Nicola Spirig wurde in der Berit-Klinik in Speicher operiert. (Bild: uhu)

Nicola Spirig wurde in der Berit-Klinik in Speicher operiert. (Bild: uhu)

TRIATHLON. Das Dorf Speicher kannte Nicola Spirig bisher wie die Berit-Klinik nur dem Namen nach. «Schöne Aussicht und optimale medizinische Betreuung», fasste sie ihre Eindrücke vor der Heimreise nach Bachenbülach zusammen. «Eigentlich bin ich keine Zürcherin, sondern eher eine Rheintalerin», schob sie lachend nach. «Ein Heimatort von mir ist Widnau, und Reto ist in Buchs aufgewachsen.»

Optimum herausholen

Den Vorschlag, nach einem über zweistündigen Eingriff zwei Nächte unter Kontrolle zu bleiben, lehnte die Triathlon-Olympiasiegerin freundlich dankend ab. Auch deshalb, weil sie ihr Mann Reto Hug (WM-Zweiter/Olympia-Achter) als ausgebildeter Physiotherapeut zu Hause bestens unterstützen und allenfalls bremsen kann. Er war bei der Operation ebenso dabei wie beim ersten erfolgreichen Rad- und Lauftraining in der Berit-Klinik. Ob gesund oder verletzt, Nicola Spirig geht zielgerichtet an eine Aufgabe heran. Nur auf dem Velo sitzen und locker vor sich her treten, das passt nicht zu ihrem Naturell. Sie braucht ein Ziel, will testen, was unter den jeweiligen Voraussetzungen möglich ist. Zuletzt trainierte sie wöchentlich bis 30 Stunden, nun werden es vorübergehend weniger sein. Vor allem die Schwimmeinheiten dürften kürzer ausfallen. «Es gilt das Optimum aus der Situation herauszuholen, die Zeit auszunützen und die Planung anzupassen. Rio bleibt das Ziel, darauf arbeite ich hin.»

Rio bleibt das Ziel

Der Sturz kam in einem extrem hektischen Rennen insofern im ungünstigsten Moment, «weil ich sehr gut trainiert hatte, jenes Gefühl verspürte wie vor London 2012. Es wird darum gehen, wieder dorthin zu kommen», sagt die Olympiasiegerin. Zweifel, dass es eine der professionellsten Athletinnen nicht schaffen könnte, bestehen nicht. Nicola Spirig hat ihre Erfahrungen von 2012 in einem 50seitigen analytischen Tagebuch notiert und kann immer wieder nachlesen, was wann wo zu welchem Zeitpunkt war. Im Bericht zu Rio wird auch Speicher auftauchen.