TREND: Jetzt spinnen alle

Der Fidget-Spinner erobert die Kinderherzen. Ursprünglich gedacht war er als Stressabbauer für Büroangestellte. Doch nun findet man ihn als Spielzeug vor allem auf Pausenplätzen.

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Ist es eine neue Strategie von Bundesrätin Doris Leuthard? Seit Annahme der Energie-Initiative laufen plötzlich alle mit Kreiseln in den Fingern herum, die Windrädern zum Verwechseln ähnlich sehen. Dabei handelt es sich aber nicht um eine neue Art Strom zu gewinnen, sondern um den jüngsten Trend. Die Kreisel werden Fidget-Spinner genannt. Das Prinzip ist simpel: Die Achse wird zwischen zwei Finger geklemmt, ein anderer Finger wird benutzt, um den Kreisel anzudrehen. Ursprünglich wurde der Apparat als Stressabbauer für Büroangestellte entwickelt. Auf Anklang stösst er jedoch vor allem bei Kindern und Jugendlichen. In Spielzeugläden war der Spinner innert kürzester Zeit ausverkauft. Bei Keller Spiele in Herisau gibt es den beliebten Fidget-Spinner aber noch. «Wir haben verschiedene Modelle im Angebot, deshalb waren wir nie ganz ausverkauft», sagt Irene Keller, Geschäftsführerin des Ladens. Gekauft werde das Gadget vor allem von Kindern im Mittelstufenalter. «Aber auch bei den Erwachsenen haben wir Fans.» Den Spinner gibt es in allen Farben und Formen. So beispielsweise als Batman oder leuchtend mit LED bestückt. Woher der Hype um den Spinner kommt, kann Keller nicht sagen. «Er wurde von unseren Lieferanten angepriesen, wir haben ihn gekauft.» Eine Fehlinvestition war es nicht. «Es ist wie Weihnachten», so die Geschäftsführerin. In der Schule Landhaus in Herisau haben praktisch alle Kinder einen. Das Faszinierende daran: «Man kann Tricks damit machen», sagt eine Schülerin. Sie zeigt es vor: Der Spinner kann auf der Nase, dem Knie oder der Stirn balanciert werden. Weitere Tricks gibt’s auf der Videoplattform Youtube. In Videos mit Millionen Aufrufen wird gezeigt, wie man den Spinner von einer Hand in die andere werfen oder hinter dem Rücken durchwerfen und wieder fangen kann. Ein Herisauer Schüler sagt, er kenne den Trend von Youtube. Den Fidget-Spinner benutze er vor allem, wenn er warten müsse beim Aufstarten des Computers. Die Eltern der Kinder finden auch Gefallen am Gadget. «Mein Papi spielt damit, wenn ich in der Schule bin», sagt ein Mädchen. In den Schulzimmern ist der Kreisel verboten. Auf dem Pausenplatz sieht man ihn dafür umso häufiger. Die meisten Kinder im Landhaus in Herisau haben ihren Spinner im Verlauf dieser Woche erworben. Dass der Hype lange hält, glauben sie aber nicht. «Ich gebe ihm noch eine Woche», sagt ein Schüler. Solche Trends habe es schon oft gegeben.

Elias Eggenberger

elias.eggenberger@ appenzellerzeitung.ch