Treff für Anbieter und Händler

WATTWIL. Seit zehn Jahren findet der Kälbermarkt in der Toggenburger Markthalle statt. Gestern war die Auffuhr mit 124 Tieren leicht überdurchschnittlich. Organisatoren, Händler und Anbieter zeigten sich mit dem Marktverlauf zufrieden.

Adi Lippuner
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Die auf dem Markt begehrten Tränker warten in der Markthalle auf ihre neuen Besitzer. (Bild: Adi Lippuner)

Die auf dem Markt begehrten Tränker warten in der Markthalle auf ihre neuen Besitzer. (Bild: Adi Lippuner)

Tiertransporter, Zugfahrzeuge und Anhänger verschiedenster Grössen, Bauern, Händler und mittendrin die Hauptakteure, ausgemästete Kälber und wenige Wochen alte Tränker, aber auch ein paar Schlachtkühe: So präsentierte sich gestern der Kälbermarkt in der Toggenburger Markthalle. Was heute selbstverständlich erscheint, stand letztes Jahr auf Messers Schneide. Auf den 1. Juli 2014 wurde der Leistungsauftrag des Bundes für die Durchführung der Kälbermärkte gestrichen. Damit verbunden ist auch der Wegfall der Importkontingente der Händler, welche diese für die am Markt ersteigerten Kälber erhielten. Bereits im Frühling vor einem Jahr gaben sich die Verantwortlichen des Wattwiler Kälbermarktes kämpferisch. So sagte Präsident Ernst Bohl, Stein SG: «Wir setzen alles daran, um diese für uns wichtige Vermarktungsmöglichkeit zu erhalten.» Und so wurde der Anlass ab Anfang Juli 2014 in gewohnter Weise, allerdings ohne den Beitrag aus Bern, weitergeführt.

Seit zehn Jahren in Wattwil

Gestern nun konnte das zehnjährige Bestehen in Wattwil gefeiert werden. «Wir sind glücklich, dass wir diesen wichtigen Anlass weiterhin bei uns haben», so Toni Huber, Oberhelfenschwil, Präsident der Genossenschaft Toggenburger Markthalle. Zufriedene Gesichter auch bei den Mitarbeitenden an der Front: Beni Wunderli, Lichtensteig, und Hansueli Bleiker, Brunnadern – diese sorgen für den reibungslosen Ablauf – freuen sich über den runden Geburtstag. Auch Margrith Nef, Wasserfluh, sie hält als Waagmeisterin alle Daten fest, ist überzeugt, dass es diesen Markt braucht. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass die Vermarktung von Kälbern in der Region eine lange Tradition hat. «Bereits im Jahre 1298, also seit der Existenz des Städtchens Lichtensteig, wurde schon ein Kälbermarkt durchgeführt», recherchiert Beni Wunderli. Wenn es nach dem umtriebigen Bauern und Kälbermarktexperten geht, soll der Markt, der einen wesentlichen Beitrag zur Preisbildung leistet, auch noch viele Jahrzehnte am jetzigen Standort weitergeführt werden.

124 Tiere vermarktet

Passend zum Jahrestag durften sich die Verantwortlichen über die Vermarktung von insgesamt 124 Tieren, davon 43 Tränker (Jungtiere, die noch gemästet werden), 43 Bankkälber (fertig gemästete Tiere), 27 Kühe und 1 Rind, freuen. Vor Ort waren auch die vier Händler, welche in Wattwil die Tiere aufkaufen, eine Vielzahl von Bauern, Transporteuren und «Schlachtenbummlern», welche den Montagvormittag gerne in gemütlicher Gesellschaft geniessen. Bei letzterem spielt das Restaurant in der Markthalle eine wichtige Rolle. Pensionierte treffen sich dort zu einem Jass und geniessen anschliessend das Mittagessen. Fachsimpeln, sei es über die aktuelle Situation in der Landwirtschaft, über die Marktpreise oder über «Gott und die Welt», gehört dazu.

Beim Markt herrscht vor der Toggenburger Markthalle viel Betrieb.

Beim Markt herrscht vor der Toggenburger Markthalle viel Betrieb.

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