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Traumjob für Vater und Sohn in China

Hansueli und Fabio Schiess kümmern sich ab sofort um die chinesischen Zweier- und Viererbobs. Fernziel ist eine Medaille 2022 an den Olympischen Spielen in Peking.
Urs Huwyler
Fabio und Hansueli Schiess freuen sich auf das neue Engagement in China. Bild: UHU

Fabio und Hansueli Schiess freuen sich auf das neue Engagement in China. Bild: UHU

Die Transfers der Appenzeller Hansueli und Fabio Schiess überrascht. Vater Hansueli gewann an den Olympischen Spielen in Pyeongchang mit Lettland Bronze im Zweier, Sohn Fabio in Diensten von Korea Vierer-Silber. Sie hätten die Verträge verlängern können, doch ein unerwartetes Angebot führte zum spektakulären Nationenwechsel. «Nach Peking 2022 bin ich pensioniert. Umso schöner, dass wir in meinen letzten vier Jahren nochmals die Möglichkeit erhalten, gemeinsam zu arbeiten», freut sich Hansueli Schiess aus Herisau.

Nach Pyeongchang 2018 entschied sich der kanadische Bahn-Trainer Pierre Lüders nach seinen Olympia-Engagements in Russland und Korea nach China weiterzuziehen. Nicht alleine, sondern mit seinem «koreanischen» Chef-Mechaniker Fabio Schiess, für den klar war, «dass es nicht möglich ist, alle Frauen- und Männer-Bobs zu betreuen. Es dürfte sich um rund neun Teams handeln. Also habe ich Pierre gesagt, die Aufgabe sei von einem Mann allein nicht zu bewältigen. Mein Vater müsste im Team mit dabei sein. Wenige Stunden später lag die Zustimmung vor.»

Jamaika-Projekt oder doch etwas mehr?

«Chinesen im Eiskanal» erinnert an das legendäre Jamaika-Bob-Projekt. «So ist es nicht», betont das Familien-Duo, «es wird in China schon Bob gefahren. Aber der Reiz besteht darin, etwas aufbauen, formen zu können, nicht vorgegebene Strukturen übernehmen zu müssen. Uns ist bewusst, dass der Druck gross sein wird. Die chinesischen Bob-Teams dürfen bei den Heim-Spielen nicht ambitionslos mitfahren.»

Bei Olympia 2018 rasten die Asiaten auf die Ränge 26, 29 (Zweier) und 26 (Vierer). Auf den inzwischen zurückgetretenen Schweizer Hoffnungsträger Clemens Bracher verloren sie in beiden Läufen wenige Zehntel. «Wir müssen nicht bei Null beginnen. Die Situation lässt sich mit der Ausgangslage bei den Koreaner vergleichen», können sich Schiess+Schiess durchaus vorstellen, was auf sie zukommt.

Die künftige Bob-Nation hätte Hansueli und Fabio Schiess kaum verpflichtet, wären die Verantwortlichen und Pierre Lüders, der als Bahntrainer vom vierfachen deutschen Olympia-Sieger André Lange unterstützt wird, vom Wissen und dem Investitionsmut der Appenzeller Legionäre nicht überzeugt. «Wir haben verschiedentlich bewiesen, dass man mit uns Erfolg haben kann», fügt der Vater an. Neu ist er Schweizer Olympiasieger. In Sotschi 2014 brachte er den Bob von Beat Hefti/Alex Baumann in Schuss.

Schweizer haben kein Interesse an Schiess

Über Swiss Sliding stehen nach den Rücktritten der Piloten Rico Peter/Clemens Bracher und Anschieber Alex Baumann sowie der Ausmusterung von Beat Hefti dunkelschwarze Wolken. Und dann die erfahrenen Mechaniker zieht es nach China, statt beim Aufbau in der Heimat zu helfen. «Ich habe in Pyeongchang», kontert Schiess der Ältere, «dem damaligen Chef Leistungssport Thomas Lamparter angeboten, den Schweizer Nachwuchs materialtechnisch zu betreuen. Zu deutlich schlechteren Konditionen als in China.» Eine Antwort hat Schiess nie erhalten.

Also beginnt Ende September die Arbeit bei den Chinesen mit einem Trainingslager in Kanada. «Es werden mit mehr Athletinnen und Athleten Tests durchgeführt als bei andern Nationen. Das Reservoir an Kandidaten scheint unerschöpflich und es gibt nicht nur kleine, leichtgewichtige Chinesen, sondern eine Vielzahl Kandidaten, die 100 m unter 10.5 Sekunden laufen.»

Was noch keine Erfolge garantiert. Vier Jahre Zeit, um aus Nobodys Medaillengewinner heranzubilden, sind knapp. «Das stimmt, aber wir sind zuverichtlich. Mit Pierre Lüders und André Lange stehen zwei absolute Fachleute an der Bahn. Wir können das schaffen.» Zur Situation bei den Schweizern sagen Hansueli und Fabio Schiess: «Schade, was in den letzten Jahren alles verbockt wurde. Aber wir konzentrieren uns jetzt auf China.»

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