Trauergemeinde nimmt in Appenzell Abschied von Landesfähnrich Martin Bürki 

Mit einem würdevollen Gedenkgottesdienst haben die Familie, politische Vertreter und Bekannte dem kürzlich verstorbenen Innerrhoder Landesfähnrich Martin Bürki die letzte Ehre erwiesen.

Alessia Pagani
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In der sanierten Pfarrkirche St. Mauritius nahm die Trauergemeinde Abschied von Landesfähnrich Martin Bürki. (Bild: Alessia Pagani)

In der sanierten Pfarrkirche St. Mauritius nahm die Trauergemeinde Abschied von Landesfähnrich Martin Bürki. (Bild: Alessia Pagani)

Er habe nie viel Privates erzählt. Wenn man ihn aber etwas gefragt habe, habe man immer eine ehrliche Antwort erhalten, sagte Daniel Fässler am Donnerstag am Gedenkgottesdienst in Appenzell über den am 9. April verstorbenen Landesfähnrich Martin Bürkli. Der regierende Innerrhoder Landammann sagte sichtlich traurig:

«Die Nachricht von seinem Hinschied hat mich zutiefst erschüttert, hat mich betroffen und sprachlos gemacht.»

Martin Bürki sei innerhalb der Standeskommission in höchstem Mass loyal gewesen. «Er wirkte immer ausgeglichen und ausgleichend.» Die Standeskommission verliere mit Bürki einen guten, lieben Kollegen, so Fässler, der mit Bürki seit dessen Wahl in die Standeskommission im 2012 zusammengearbeitet hatte. «Der Bezirk Oberegg und der ganze Kanton verlieren einen Schaffer, der sehr viel für die Öffentlichkeit, für Land und Leute von Appenzell Innerrhoden geleistet hat.»

Einen Freund verloren

Der seit 2004 in der Politik tätige Bürki habe stets mit Dossierfestigkeit überzeugt und sei immer gut vorbereitet gewesen. An die Trauerfamilie gewandt sagte Fässler:

«Ich bin froh zu wissen, dass ihr einen grossen und starken Zusammenhalt habt.»

Den Worten schloss sich Korpskommandant Aldo Schellenberg an. «Mit Martin Bürki haben wir einen Freund verloren.» Einen Freund, der sie immer unterstützt habe, auf den sie sich haben verlassen können, der für seinen Kanton eingestanden sei und seine Rolle als Sicherheitsdirektor von Innerrhoden aktiv gelebt habe.

«Fairness, Bodenständigkeit und Verantwortung haben Martin Bürki als Menschen und Familienvater ausgezeichnet.»

Dem ehemaligen Kommandanten der Feuerwehr Oberegg-Reute hätten die Menschen Glauben geschenkt. «Mehr noch. Die Menschen haben ihm Vertrauen geschenkt.»

Mit den einfühlsamen Worten des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry schloss Schellenberger seine Trauerrede: «Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Und du wirst dich daran erinnern, wie gerne du mit mir gelacht hast.»

Auch Rückschläge prägten Martin Bürkis Leben

Der Gedenkgottesdienst, der von den Pfarrern Josef Fritsche aus Gonten und Johann Kühnis aus Oberegg und von Standespfarrer Lukas Hidber gestaltet wurde, fand in der Pfarrkirche St. Mauritius in Appenzell statt. Moritz, wie sie von den Einheimischen gern genannt wird, bot einen würdevollen und schönen Rahmen für die Abschiedsfeier. Es war der erste Gottesdienst in der Pfarrkirche nach der kürzlich erfolgten Sanierung.

Die Standeskommission in corpore, Bundesrätin Karin Keller-Sutter und Ständerat Ivo Bischofberger, mehrere politische Vertreter anderer Kantone wie beispielsweise die St.Galler Regierungsräte Fredy Fässler und Benedikt Würth und die Ausserrhoder Regierungsräte Matthias Weishaupt, Köbi Frei, Paul Signer und Kantonsratspräsident Beat Landolt, aber auch Vertreter von Polizei und Militär erwiesen dem Familienvater die letzte Ehre. Pfarrer Lukas Hidber berichtete aus dem Leben von Bürki – erzählte wie dieser als junger Bub mit seinem Zwillingsbruder so manch einen Streich spielte bevor er mit 22 Jahren seine Frau kennenlernte, und sich schliesslich in Oberegg niederliess. Aber auch Rückschläge wie ein Herzinfarkt 2017 hätten Martin Bürkis Leben geprägt, so Hidber.