Trauercafé geht neue Wege

Nach der dreijährigen Pilotphase stellt das Forum Palliative Vorderland AR das Angebot des Trauercafés ein. Eine neue Idee, wie Trauernde begleitet und unterstützt werden können, setzt das Forum im Herbst um.

Karin Steffen
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Organisatoren der Trauerwanderungen: Thomas Langer, Martina Tapernoux-Tanner, Margarita Süess-Bischof (h. v. l.) Maja Weder, Daniela Deutschmann, Sandra Zähner (v. v. l.) (Bild: Carlos A. Ferrer)

Organisatoren der Trauerwanderungen: Thomas Langer, Martina Tapernoux-Tanner, Margarita Süess-Bischof (h. v. l.) Maja Weder, Daniela Deutschmann, Sandra Zähner (v. v. l.) (Bild: Carlos A. Ferrer)

VORDERLAND. «In den ersten beiden Jahren besuchten das Trauercafé in der Linde in Heiden etliche Betroffene. Im letzten Jahr gingen die Besucherzahlen jedoch kontinuierlich zurück», begründet Maja Weder den Entscheid, das Trauercafé nach der dreijährigen Pilotphase per April einzustellen. Weder gehört zur Kerngruppe Forum Palliative Vorderland AR und ist Koordinatorin des Trauercafés.

Trauerprozess unterstützen

Auf die Begleitung von Trauernden verzichten möchte das Forum aber nicht. «Da wir uns dem Thema Trauer in unserer Gesellschaft verpflichtet fühlen, suchten wir nach einer anderen Möglichkeit, Betroffene zu begleiten», erklärt Weder. Thomas Langer, Arzt aus Wolfhalden und ebenfalls Mitglied der Kerngruppe, fügt an, dass es Überwindung brauche, an einem Tisch über die eigene Trauer zu sprechen. Im Rahmen einer Trauerwanderung könne das unter Umständen einfacher sein.

Erste Trauerwanderung

Am 11. September findet die erste Trauerwanderung statt. Die Organisatoren sind überzeugt, dass die Bewegung in der freien Natur und die Begegnung mit Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, den Trauerprozess positiv beeinflussen können. Wo die Wanderung hingehen soll, ist noch nicht entschieden. Ziel soll es jedoch sein, verschieden anspruchsvolle Wanderungen anzubieten, damit möglichst alle Interessierten daran teilnehmen können.

Trauer kann krank machen

Das Trauerwandern, wie das Trauercafé zuvor, richtet sich an Menschen, die einen Angehörigen verloren haben. Es gibt aber auch andere Formen von Verlust wie Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Pensionierung, welche betrauert werden. Aus dem Konzept des Trauercafés ist zu entnehmen, dass Trauer eine natürliche Reaktion auf einen Verlust ist. Nicht gelebte Trauer kann krank machen und verschiedene Symptome im körperlichen, seelischen und sozialen Bereich hervorbringen. Aus der Bedeutung der Trauer entstand in der Kerngruppe Forum Palliative Vorderland AR der Wunsch, sich vermehrt um die Trauerphase zu kümmern. Das Wissen um die Fragilität der Angehörigen nach einem schweren Verlust zeigt, wie wichtig eine Begleitung während der Trauer ist. Obwohl das Trauercafé im Vorderland immer weniger Betroffene besuchten, glauben die Organisatoren, dass die Begleitung von Trauernden in Form von Trauerwanderungen einem Bedürfnis entspreche. Begleitet werden die Wanderungen von verschiedenen Betreuern mit einer Ausbildung in Trauerbegleitung und professionellen Hintergründen im seelsorgerischen oder Pflegefachbereich. Die Kantonsspitäler St. Gallen und Rorschach bieten weiterhin Trauercafés an.

Auf www.palliative-ostschweiz.ch sind sämtliche Angebote der Ostschweiz aufgelistet.

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