TRAINING: Säntis Classic als Ausdauertest

Handbikerin Sandra Graf bereitet sich auf die Ende August in Südafrika stattfindenden Weltmeisterschaften vor. Die Gaiserin rollt dabei auf neuen Wegen.

Urs Huwyler
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Handbikerin Sandra Graf hat, von Ehemann Martin begleitet, als Vorbereitung auf die WM die Säntis Classic absolviert. (Bild: UHU)

Handbikerin Sandra Graf hat, von Ehemann Martin begleitet, als Vorbereitung auf die WM die Säntis Classic absolviert. (Bild: UHU)

Sowohl im Strassenrennen als auch Zeitfahren müssen für Sandra Graf an der WM vom 31. August bis 3. September im südafrikanischen Bike-Mekka Pietermaritzburg Medaillen das Ziel sein. Ein Härtest auf dem Weg dorthin sollte ihr weitere Anhaltspunkte über den aktuellen Formstand liefern. Die 48-jährige Hausfrau und Sportlerin startete statt an einer Tour in Österreich bei der Säntis Classic.

Also kurbelte sie im Hand­bike mit Ehemann Martin, Tochter Melanie und Kaderkollege Felix Frohofer von Weinfelden 130 Kilometer (1800 m Höhendifferenz) dem Toggenburg entlang über die Schwägalp und durchs Appenzellerland an den Ausgangsort zurück. «Wir benötigten sechs Stunden und acht Minuten. Die Zeit entsprach ziemlich genau dem, was ich ausgerechnet hatte», erklärt Sandra Graf und fügt an, 100 Kilometer am Stück habe sie schon absolviert. Aber nicht 130 mit einer solchen Höhendifferenz bei hochsommerlichen Temperaturen.

Die Bilanz nach dem Kraftakt fällt positiv aus: «Ich bin ohne grössere Probleme über die Runde gekommen, habe die Anstrengung gut verkraftet. Was zeigt: Das Basistraining war richtig. In den kommenden Wochen muss sich der Fokus nun vermehrt auf die Schnellkraft richten.» Mit dieser Art der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt rollt Sandra Graf neue Wege. «Ich bestreite im Vorfeld auch bewusst weniger Rennen, gönne dem Körper eine längere Erholungsphase. Dabei spüre ich, dass die Freude am Wettkampfsport zurückkehrt. Letztes Jahr fehlte dies teilweise.»

Test an der SM und im Weltcup

An den nationalen Titelkämpfen in Lüterkofen-Ichertswil (Zeitfahren) und Affoltern am Albis (Strasse) sowie eine Woche später (30. Juni – 2. Juli) beim Weltcup im holländischen Emmen stehen die nächsten Tests bevor. Bisher wurde «die Gräfin» Mitte Mai beim Weltcup in Maniago (ITA) zweimal Dritte, gewann als «Inlinerin» im Micarna-Team mit dem Gaiser Radprofi Michael Albasini, OL-Weltmeister Daniel Hubmann und Tischtennis-Spielerin Rahel Aschwanden die Hulftegg-Stafette.

Nach den enttäuschend verlaufenen Paralympics in Rio 2016 (7./8.) auf den topfebenen Strecken wird es im Süden Afrikas ein anspruchsvollerer Kurs sein. Sandra Graf kennt ihn. Vor zwei Jahren, als sie an der Heim-WM in Nottwil zweimal Bronze gewann, wurde sie einige Wochen später im Weltcup von Pietermaritzburg zweimal Zweite. «Die Strecke ist schwieriger als in Rio, aber leichter als in Nottwil. Mir passt die Topografie. Ich freue mich auf die WM.» Die Erlebnisse an der Säntis Classic haben ihr zusätzlichen Schub verliehen.

Urs Huwyler

redaktion@appenzellerzeitung.ch