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Traglufthalle als Ziel vor Augen

Mit einer Traglufthalle will die Interessengemeinschaft «Schwimmen in Appenzell» den ganzjährigen Schwimmbetrieb in Innerrhoden sicherstellen. Am Dienstag wurde die Bevölkerung informiert. Kritische Fragen gab's zu Kosten und Partner.
Roger Fuchs
Urs Koch und Felix Oberhänsli von der Interessengemeinschaft «Schwimmen in Appenzell» sind sich in Worten und Gesten einig: Sie wollen den Weg in Richtung einer Traglufthalle über dem Freibad Forren gehen. (Bild: rf)

Urs Koch und Felix Oberhänsli von der Interessengemeinschaft «Schwimmen in Appenzell» sind sich in Worten und Gesten einig: Sie wollen den Weg in Richtung einer Traglufthalle über dem Freibad Forren gehen. (Bild: rf)

APPENZELL. Nach dem letztjährigen Nein der Landsgemeinde zum Kredit von 23,5 Millionen Franken für ein neues Hallenbad in Appenzell, dürfte es vier bis sechs weitere Jahre bis zu einem Neubau dauern. Diese Prognose stellte am Dienstagabend Urs Koch von der Interessengemeinschaft (IG) «Schwimmen in Appenzell» im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Hotels Säntis. Seit Monaten laufen bei der IG die Vorbereitungen für eine Traglufthalle über dem Freibad Forren. Eine solche soll für einen ganzjährigen Schwimmbetrieb sorgen.

Gerechnet wird mit einmaligen Investitionskosten von 750 000 Franken und jährlich wiederkehrenden Betriebskosten von 0,5 Millionen Franken. Der Schulrat von Appenzell wird am übernächsten Freitag den Schulbürgern beantragen, den Bau mit einem Kostendach von maximal 800 000 Franken zu unterstützen und an die Betriebskosten jährlich maximal 150 000 Franken beizusteuern. Nebst weiteren Einnahmen durch Eintritte und einem Beitrag des Schwimmclubs ist derzeit noch offen, wie verbleibende 230 000 Franken der jährlichen Betriebskosten letztlich gedeckt werden.

Schule als Partner hinterfragt

Kritische Fragen wurden am Dienstag nur vereinzelt laut. Ein Votant rechnete alles zusammen und sprach von fast drei Millionen Franken für vier Jahre. Das erachte er als zu viel. Überdies spanne die IG mit der Schulgemeinde den falschen Partner ein. Eine andere Person bemängelte den tiefen Beitrag von 5000 Franken seitens des Schwimmclubs Appenzell an die jährlichen Betriebskosten. Und es wurde die Frage laut, woher man sich das Recht nehme, für eine Sportart so viel zu investieren. «Wir sollten die Sportarten nicht gegeneinander ausspielen», antwortete daraufhin Urs Koch. Was die Gesamtkosten betreffen, so hätte er es auch gerne billiger. «Doch wir sollten nicht die Kosten in den Vordergrund rücken, sondern uns die Frage nach dem Nutzen stellen.» Koch wies in diesem Zusammenhang auf die stark rückläufige Mitgliederzahl beim Schwimmclub hin. Plötzlich würden bei einem neuen Hallenbad dann die Schwimmleiter fehlen. Urs Koch: «Vereine und Freiwillige sind unser Potenzial in Innerrhoden. Es muss uns doch der Wert sein, dafür auch die entsprechenden Rahmenbedingungen zu bieten.» Die Antwort auf die Frage bezüglich dem falschen Partner lief darauf hinaus, dass Schwimmen ein wichtiger Auftrag des Lehrplans sei.

In die Diskussion eingegriffen hat zudem Kabarettist Simon Enzler. Er drückte seine Überzeugung aus, dass Schwimmen ein Sport für die ganze Gesellschaft sei. Einem Kantonshauptort stünde es dabei gut an, diesen Sport als Service Public anbieten zu können.

Einsturz im Tessin

Zu reden gab schliesslich auch die Tatsache, dass vor wenigen Tagen in Lugano eine Traglufthalle vom Schnee eingedrückt wurde. Zu 99 Prozent könne dies auf menschliches Versagen zurückgeführt werden, so Felix Oberhänsli von der IG. Bereits zuvor räumte Robert Grammelspacher, Geschäftsführer der Bädergesellschaft Konstanz, die Angst beiseite, dass eine Traglufthalle von einer Sekunde auf die andere einstürzen könne. Je weniger Druck drin sei, desto langsamer breche sie ein. Alles in allem sei eine solche Halle sehr stabil.

Alles Weitere hängt nun von der Schulgemeinde Appenzell ab. «Lehnt diese die Anträge ab, können wir das Licht löschen», so Urs Koch. Bei einem Ja würde die IG bei weiteren öffentlichen Körperschaften wie den Landschulgemeinden oder dem Bezirk Appenzell vorstellig, um den noch offenen Betrag an die Betriebskosten zu sichern.

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