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Von Florenz nach Walzenhausen: Wie eine Designerin das Appenzellerland erobern will

Raphaela Götz führt in Walzenhausen eine kleine Ledermanufaktur. Die 26-Jährige lernte ihr Handwerk in der Toskana. Nun will sie sich im Appenzellerland etablieren.
Philipp Wolf
In ihrer Ledermanufaktur stellt Raphaela Götz unter anderem Handtaschen her. (Bild: PD)

In ihrer Ledermanufaktur stellt Raphaela Götz unter anderem Handtaschen her. (Bild: PD)

Wer die Götz Manufaktur betritt, wähnt sich in einer anderen Zeit. In den zwei Zimmern liegen Skizzen und diverse Leder auf Werkbänken, darüber sind verschiedenste Werkzeuge aufgereiht. Dass Raphaela Götz ihre Handtaschen und Accessoires auf traditionelle Art und Weise herstellt, ist unverkennbar.

Die 26-jährige Walzenhauserin führt im Dorf seit Anfang Jahr eine Ledermanufaktur, in der alles von Hand hergestellt wird. «Heute verzichten nur noch wenige ganz auf Maschinen», sagt sie. Götz’ Verzicht ist ein Bekenntnis zu den Methoden ihres Lehrmeisters und soll in der Branche zugleich als Alleinstellungsmerkmal dienen.

Dank Zufall zur Selbständigkeit

Götz, die nach der Fachmatur a Modedesign studierte, wollte eigentlich einmal im Einkauf arbeiten und absolvierte zu diesem Zweck nach dem Studium die Ausbildung zur Textilkauffrau. Doch als diese abgeschlossen war, wollte sie zunächst mehr über das Verarbeiten von Leder lernen.

Raphaela Götz. (Bild: PD)

Raphaela Götz. (Bild: PD)

«Ich habe mich nach Kursen umgeschaut. Durch mehrere Zufälle und viel Glück landete ich bei einem alten Meister des Fachs», sagt Götz. In einem malerischen kleinen Dorf bei Florenz lernte sie bei diesem Meister alles, was es im Zusammenhang mit Lederverarbeitung zu lernen gibt. Normalerweise geben Sattler – so die gebräuchliche Berufsbezeichnung – ihr Wissen nicht weiter. Aus Angst vor Konkurrenz, sagt Götz. Doch ihr Maestro war anders.

Er wollte nicht, dass die jahrhundertealte Tradition verloren geht. So behandelte er Götz wie eine Tochter und brachte ihr all seine Tricks und Geheimnisse bei. Zudem vermittelte der Maestro ihr auch seine Florentiner Lederlieferanten.

Bald kommt ein Onlineshop

«Er hat mein Leben verändert, ich hätte sonst etwas anderes gemacht. Bei ihm habe ich gemerkt: Das ist das, was ich machen will», sagt Götz. So kehrte sie ins Appenzellerland zurück und startete in ihrem Heimatdorf eine Manufaktur.

Neben Handtaschen stellt Götz beispielsweise Portemonnaies oder Motorradzubehör her, das sie bald auch über einen eigenen Onlineshop vertreiben will. Stilistisch verbindet Götz das traditionelle Handwerk ihres Meisters mit eigenen Schnittmustern und Ideen. Sie sagt:

«Ich bin nicht so eine verrückte Designerin. Eher klassisch, ruhig, nicht zu verschnörkelt.»

Den Maestro hält Götz über ihre Projekte stets auf dem Laufenden: «Er hat grosse Freude an meiner Arbeit», sagt sie.

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