Tourismus
Übernachtung und Wellness zum Spezialtarif: Weshalb das Hotel auf der Schwägalp um Gesundheitsfachleute buhlt

Spitalmitarbeiter und Pflegepersonal hatten es die letzten 12 Monate besonders schwer. Das Hotel der Säntis-Schwebebahn bietet ihnen daher nun als Wertschätzung ein spezielles «Ausgleichs- und Erholungsangebot» an – und hilft sich damit auch selber.

Rosa Schmitz
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Der zweite Lockdown trifft auch das Hotel der Säntis-Schwebebahn hart.

Der zweite Lockdown trifft auch das Hotel der Säntis-Schwebebahn hart.

Bild: Ralph Ribi

Erschöpft, überarbeitet, ausgebrannt. Die Spitalmitarbeiter und das Pflegepersonal im Appenzellerland – genauso wie ihre Berufskolleginnen- und Kollegen in der restlichen Schweiz – sind seit einem Jahr im Kampf gegen die Pandemie. Dabei mussten sie einiges leisten, oft ohne Dank. Nun will das Hotel auf der Schwägalp das nachholen: mit einem «Wertschätzungsangebot» für Gesundheitsfachleute in der Ostschweiz. Remo Brülisauer, Leiter Gastronomie und Hotellerie der Säntis-Schwebebahn AG, sagt:

Remo Brülisauer, Leiter Gastronomie und Hotellerie der Säntis-Schwebebahn AG

Remo Brülisauer, Leiter Gastronomie und Hotellerie der Säntis-Schwebebahn AG

PD
«Es soll als kleines Dankeschön für ihren täglichen Einsatz zu Gunsten unserer Gesellschaft dienen.»

Das Hotel ist neben der Schwebebahn der einzige Betriebszweig, der uneingeschränkt geöffnet ist. Die Spitalmitarbeiter sollen von einem äusserst attraktiven Angebot mit einem grosszügigen Preisnachlass profitieren – und dies ganz einfach, indem sie ihren Personalbadge vorzeigen.

Inkludiert sind: eine Übernachtung im Doppelzimmer inklusive Frühstücksbuffet und Zugang zum Wellnessbereich sowie ein Willkommensapéritif zum Preis von 85 Franken pro Person im Standardzimmer. Der Einzelzimmerzuschlag liegt bei 15 Franken. Zudem ist ein 4-Gänge-Menu zum Aufpreis von 56 Franken pro Person buchbar. Und jede Zusatznacht kostet pro Person nur 69 Franken. Buchbar ist das Ganze bei Anreisetagen von Sonntag bis Donnerstag.

Angebot aus der Not entstanden

Die Idee für das Wertschätzungsangebot entstand aus der Not. «Auch der zweite Lockdown trifft uns hart», sagt Brülisauer. Zwar sei das Tourismusunternehmen glücklich, dass es wenigstens die Hotellerie betreiben dürfe.

«Wir sind heute in der glücklichen Lage, eine Auslastung von gegen 60 Prozent zu haben – was durchaus im normalen Rahmen zu dieser Jahreszeit liegt.»

Aber unter dem Strich sei es eigentlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Die Säntis-Schwebebahn AG profitiert normalerweise vor allem von Tages- und Individualgästen, welche die Schwebebahn, die Restaurants sowie die Shops besuchen und ihre Freizeit auf der Schwägalp und auf dem Säntis verbringen. Zudem fallen zurzeit Veranstaltungen, Hochzeiten und Geburtstagsfeiern weg, was grosse Einbussen zur Folge hat.

«In dieser doch schwierigen Zeit für unsere Branche braucht es möglichst kreative Massnahmen, um die Möglichkeiten, die sich in dieser Zeit bieten, zu nutzen», sagt Brülisauer. Da es im Hotel der Säntis-Schwebebahn vor allem während der Wochentage eher ruhig zu- und hergehe, habe sich die Leitung auf diese Lücke konzentriert. Sie stellte sich die Frage, wer eher einmal unter der Woche frei hat.

«So sind wir ziemlich schnell zum Schluss gekommen, ein Angebot für Gesundheitsfachleute zu kreieren.»

Vorerst bis Ende April gültig

Das Wertschätzungsangebot ist vorerst bis Ende April gültig. Um das Ganze zu kommunizieren, hat sich das Hotel direkt mit den Chefetagen der Spitäler in Verbindung gesetzt und ihnen das Wertschätzungsangebot präsentiert. «Sie wurden von uns gebeten, dieses in ihren Intranets oder in den Infobulletins für Mitarbeitende zu posten – sofern sie einverstanden sind – oder über interne Kommunikationskanäle zu verteilen», erklärt Brülisauer.

Ob das Angebot bis zum Sommer verlängert wird, ist noch nicht entscheiden. Brülisauer sagt:

«Wir sind zuversichtlich, dass wir auf die Saison hin auch in unserer Branche mit Lockerungen rechnen dürfen und wieder etwas Normalität Einzug hält.»

Aber: Da heutzutage relativ wenig Planbarkeit möglich sei, würde die Möglichkeit durchaus bestehen. «Im Bereich der Individualgäste halten sich die Buchungsanfragen noch in Grenzen – viele werden wohl mit ihrer Feinplanung noch etwas abwarten.» Im Bereich der Gruppen- und Businessgäste hätte das Hotel aber glücklicherweise einige Anfragen und Buchungen während der Sommermonate.