Eine kleine Hoffnung auf Auslandreisen bleibt

Noch ist die Unsicherheit gross. Reisebüros gehen aber davon aus, dass es Nachholbedarf geben wird.

Karin Erni
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Martin Rechsteiner, Inhaber Müllener Touristik.

Martin Rechsteiner, Inhaber Müllener Touristik.

Bild: PD

Appenzellerland Martin Rechsteiner vom Reisebüro Müllener Touristik ist aktuell buchstäblich im Standbymodus. «Es läuft derzeit praktisch nichts in der internationalen Reisebranche und wir haben Kurzarbeit angemeldet.» Sie hätten aber in der Vergangenheit seriös gewirtschaftet und verfügten über ein Polster, was die Situation erträglicher mache.

Obwohl auf Auslandreisen spezialisiert, hätten sie auch einige interessante Angebote für Kunden, die Ferien in der Schweiz verbringen wollen, so Rechsteiner. «Man kann beispielsweise mit einem komfortablen Campingbus die Schweiz oder allenfalls schon bald die Nachbarländer entdecken.» Es gebe auch verschiedene Veranstalter, die Erlebnisferien in der Schweiz anbieten. «Wir beraten die Kunden diesbezüglich gern.»

Das Bedürfnis, im Ausland Ferien zu machen, werde aber wohl bald wieder kommen, vermutet Rechsteiner. «Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass Länder wie Griechenland, die extrem auf den Tourismus angewiesen sind, die Infrastruktur schon bald wieder bereitstellen und die Grenzen öffnen.» Gebe es auch wieder Flüge, dann würden diese auch genutzt, insbesondere wenn die Preise attraktiv seien, so der Reiseprofi. «Das Problem ist die aktuelle Unsicherheit, die jegliche Reiseplanung verunmöglicht.» Es müssten verschiedene Bedingungen stimmen, so Rechsteiner. «Auch wenn die Grenzen aufgehen und eine Destination wieder erreichbar ist, muss es vor Ort auch einigermassen angenehm für die Kunden sein, damit Ferienstimmung aufkommen kann.» Niemand wolle im Ferienland wie in Quarantäne leben.

Krise könnte auch positive Effekte haben

Er könnte sich vorstellen, dass sich die Krise letztlich positiv auswirke und wieder vermehrt im Reisebüro gebucht wird. «Ich bin mir sicher, dass das Reisen künftig bewusster erfolgen wird. Wir haben in der Coronakrise bewiesen, dass wir uns für die Kunden einsetzen und haben alle wohlbehalten zurück in die Schweiz gebracht.»

Nicht ganz in Ordnung findet Rechsteiner, dass der Bund 40 Millionen Franken für ein Impulsprogramm an Schweiz Tourismus überweisen will. «Das ist eine Ungleichbehandlung der verschiedenen Marktteilnehmer.»