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TOTALSPERRUNG: 15 Wochen lang fährt kein Zug im Obertoggenburg

Die Südostbahn saniert 2019 die Bahnstrecke von Wattwil ins Obertoggenburg. Das führt zur Totalsperrung im Sommer. Geplant ist unter anderem die Erneuerung des Unter- und des Oberbaus.
Martin Knoepfel
Die Thurbrücke bei Ulisbach soll 2019 abgebrochen und durch eine neue Brücke ersetzt werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Thurbrücke bei Ulisbach soll 2019 abgebrochen und durch eine neue Brücke ersetzt werden. (Bild: Martin Knoepfel)

2019 wird die Eisenbahnlinie von Wattwil nach Nesslau-Neu St.Johann während 15 Wochen vollständig für den Verkehr stillgelegt. Die Sperrung dauert vom 3. Juni bis zum 15. September. Das kann man der Dokumentation des Bauprojektes «Cluster 19» im Obertoggenburg entnehmen. In den letzten fünf Wochen der Betriebssperre sind zudem Nachtarbeiten vorgesehen.

Gegenwärtig und noch bis zum 1. Februar liegen die Pläne der Bauvorhaben öffentlich auf. Auflageorte sind die Gemeindeverwaltungen von Ebnat-Kappel und Wattwil. Die Südostbahn AG (SOB) als Besitzerin der Strecke spricht von einem Cluster, weil mehrere Bauvorhaben gleichzeitig realisiert werden. In diesem Fall handelt es sich um die Erneuerung des Unterbaus, des Oberbaus, der Fahrleitungen und weiterer Bauwerke und Einrichtungen zwischen Wattwil und Ebnat-Kappel. Die öffentliche Auflage der Bauprojekte für die neue Thurbrücke in Ulisbach und für die Erneuerung der südlichen Ausfahrt des Bahnhofs Wattwil folgt später.

«Umsteigen in Krummenau bringt nichts»

Die Strecke müsse über den gesamten Zeitraum zwischen Wattwil und Nesslau-Neu St.Johann gesperrt werden. Bauzüge würden auf der gesamten Strecke verkehren. Das Umsteigen auf die Busse in Krummenau bringe fahrplantechnisch und für die Reisenden keinen Vorteil. Die Anschlüsse in Wattwil würden gewährleistet, versichert die Medienstelle der SOB. Da stellt sich natürlich die Frage, weshalb die Strecke nicht aus Rücksicht auf den Tourismus in den Sommerferien mit Zügen befahren werden kann. Die letzten Bauarbeiten der Südostbahn (SOB) im Obertoggenburg fanden im Jahr 2016 statt. Damals war die Strecke rechtzeitig auf die Sommerferien hin wieder geöffnet worden. Die Medienstelle der SOB schreibt, dass diesmal etwa sieben Kilometer Fahrbahn umgebaut würden. 2016 seien es vier Kilometer gewesen. Allein dies erfordere eine längere Sperrung. Gleichzeitig saniere und erneuere die SOB mehr Ingenieurbauwerke als im Jahr 2016. Laut Auskunft der Medienstelle erfordert nur schon die Erneuerung der Thurbrücke eine Sperre von fünf Wochen. In diesem Zeitraum könnten keine Bauzüge fahren, da die Logistik von Wattwil komplett unterbrochen sei, heisst es weiter. Die Totalsperre könne erst ab Mai 2019 beginnen, da ab März Vorarbeiten in den Nachtpausen vorgesehen seien. Aus all diesen Gründen sei ein Umgehen der Sommerferien wie 2016 nicht möglich.

«Erneuerung der Fahrbahn ist Rückgrad des Projekts»

Der Cluster 2019 Obertoggenburg umfasst zahlreiche Einzelprojekte. Die SOB bezeichnet die Erneuerung der Fahrbahn zwischen Wattwil und Ebnat-Kappel sowie zwischen Ebnat-Kappel und Krummenau als Rückgrat des Projekts.

Der Ausbau von Krummenau zur Kreuzungsstation ist kein Thema mehr. Die Haltestelle wird aber saniert, was den Komfort für die Bahnpassagiere verbessert. Krummenau ist die letzte Haltestelle der SOB im Toggenburg, welche noch nicht rollstuhlgängig ist. Auf der ganzen Strecke von Ebnat-Kappel bis Nesslau-Neu St.Johann werden zudem diverse Böschungen, Strassendurchgänge und Stützmauern saniert.

Die SOB will auch drei Tunnel und drei Viadukte instand setzen. Teilweise wurden die Bauvorhaben schon früher öffentlich aufgelegt. Zwischen den Bahnhöfen Wattwil und Ebnat-Kappel sollen unter anderem die Durchlässe des Howart- und des Gerenbachs sowie die Brücke über den Rickenbach neu gebaut werden. Bei diesen drei Bauwerken wird der Hochwasserschutz als Grund für den Neubau genannt.

Die Fussgängerunterführung beim Bahnhof Ebnat-Kappel wird abgebrochen. Als die Abbruchpläne im letzten Frühling publik wurden, gab es in Ebnat-Kappel eine Demonstration dagegen.

Der Thurbrücke bei Ulisbach schlägt 2019 die letzte Stunde. Als Grund wird die zu tiefe Tragkraft der Brücke genannt. Es handelt sich dabei um ein separates Projekt. Ferner sollen die Gleise durchgehend verschweisst werden. Das reduziert den Lärm, welchen die Züge verursachen, da die Schienenstösse wegfallen. Schliesslich soll die Eisenbahnlinie ins Obertoggenburg für eine Achslast von 22,5 Tonnen ausgebaut werden. Eine solch hohe Achslast benötigt man normalerweise vor allem im Güterverkehr, der im Obertoggenburg schon seit Jahren nicht mehr auf der Schiene stattfindet.

Die Eisenbahninfrastruktur habe eine deutlich längere Lebenserwartung als die heutigen Eisenbahnfahrzeuge. Somit müsse man die Infrastruktur auf langfristig denkbare Anforderungen ausrichten, heisst es bei der SOB. Die Streckenklasse D4 sei der internationale Standard für die Neu- und Ausbaustrecken. Die Kombination von höheren Geschwindigkeiten mit zukünftig tendenziell höheren Achslasten ergebe höhere Anforderungen an die Fahrbahnen.

Kosten von mehr als 30 Millionen Franken

Die Gesamtkosten des Clusters 2019 im Obertoggenburg belaufen sich gemäss Auskunft der Medienstelle der SOB auf 31,2 Millionen Franken, ohne die neue Thurbrücke. Die Fahrbahnerneuerungen sind mit über 20 Millionen Franken der grösste Brocken im Cluster 2019.

Die Kosten für die neue Thurbrücke in Ulisbach werden mit 3,3 Millionen Franken veranschlagt. Die Sanierung der Haltestelle Krummenau dürfte 2,8 Millionen Franken kosten.

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