Top: Es war das Jahr des Alpsteins

Patrik Kobler / Mea Mc Ghee
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Top: Es war das Jahr des Alpsteins

Alpstein Auch der zwischenzeitliche Shitstorm um den Zweifränkler für das Zweitbesteck konnte dem Hype nichts anhaben: Von «National Geographic» aus dem Buch über die 225 spektakulärsten Orte der Welt auf die Titelseite gesetzt, ging das Berggasthaus Aescher in diesem Jahr ab wie geschütteltes Quöllfrisch. Selbst Tennis-Ass Roger Federer liess das Racket stehen und besuchte in diesem Herbst das Wimbledon der Wandersocken. Der verletzte Tennisstar twitterte: «Ich vermisse das US Open, aber ich habe eine phantastische Zeit in den Schweizer Bergen.»

Nur ein paar Schritte vom ­«Aescher» entfernt liegen das Wildkirchli und die gleichnamigen Höhlen. Forschungen und Fundgegenstände belegen, dass schon Neandertaler als Jäger und Sammler in den Alpsteinhöhlen tätig waren. Heute werden Besuchern spannende Details zum Leben von Steinzeitmensch und Höhlenbär sowie Wissenswertes zum Wirken der Eremiten ab dem Spätmittelalter bis zur Neuzeit vermittelt.

Von einer spektakulären Lage zurück zur anderen: Hingeschmiegt an die senkrechte Felswand wird das Berggasthaus Aescher ab Mai nächsten Jahres wieder ein besonderer Anziehungspunkt im Alpstein sein. Gäste aus nah und fern werden sich auf den Bänken vor dem Haus näherkommen. Das Wandergebiet Alpstein geniesst freilich nicht erst seit der Begehung durch den Tennischampion aus dem Baselbiet grosse Popularität. Schon seit dem Bau der ersten Bergwirtschaften im 19. Jahrhundert ist der Alpstein ein beliebtes Ausflugsziel. 1875 soll es erste Bestrebungen für eine Zahnradbahn auf den Säntis gegeben haben. Zahlreiche weitere Ideen folgten, bis schliesslich das Projekt des ­He­risauers Carl Meyer realisiert wurde. 1935 konnte die Säntis-Schwebebahn in Betrieb genommen werden. Neustes touris­tisches Glanzlicht ist der im Juni dieses Jahres eröffnete Europa-Rundweg auf dem Hohen Kasten.

Da Frau Holle ihren Dienst in diesem Winter noch nicht aufgenommen hat, konnte Väterchen Frost umso besser wirken. Die eisigen Temperaturen liessen den Seealpsee im Dezember schwarz gefrieren. Erstmals seit 2006 war das Eis so dick, dass man darauf Schlittschuh laufen konnte. Die grösste Natureisbahn des Appenzellerlandes zog Hunderte von Menschen an.

Eindrückliche Ausblicke und Erlebnisse sind garantiert. Fotokamera nicht vergessen – vielleicht kommt unverhofft eine berühmte Persönlichkeit des Weges.

 

Patrik Kobler / Mea Mc Ghee