Toni Brunner, 31 Jahre, «hot»

So würde beispielsweise Toni Brunners Beschreibung lauten, wenn man einer von ETH-Studenten lancierten Internetseite Glauben schenkt. Die Seite «howhot.io» bewertet aufgrund eines speziell dafür entwickelten Algorithmus Geschlecht, Alter und Attraktivität.

Jeannette Ringger
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Nationalrat Toni Brunner wird auf howhot.io mit «hot» bewertet. (Bild: Screenshot)

Nationalrat Toni Brunner wird auf howhot.io mit «hot» bewertet. (Bild: Screenshot)

So würde beispielsweise Toni Brunners Beschreibung lauten, wenn man einer von ETH-Studenten lancierten Internetseite Glauben schenkt. Die Seite «howhot.io» bewertet aufgrund eines speziell dafür entwickelten Algorithmus Geschlecht, Alter und Attraktivität. Dazu muss man mit nur einem Klick ein Foto von sich – oder anderen – hochladen, kurz warten und schon wird man auf einer Skala von eins bis sechs beurteilt. «Hmm . . .» ist die schlechteste, «Godlike» (göttlich) die beste Bewertung.

Die App erlebte in den letzten Tagen und Wochen einen enormen Boom. Innerhalb der ersten zwölf Stunden nach Aufschaltung der Webseite wurde sie weltweit über eine Million Mal aufgerufen. Die drei Gründer, ETH-Student Rasmus Rothe und die beiden ETH-Professoren Radu Timofte und Luc van Gool, zeigten sich sehr positiv überrascht über das hohe Interesse an ihrer App, welche sie gemeinsam mit der Schweizer Start-up-Datingseite Blinq entwickelten.

Lokalprominenz im Test

Dieser Ansturm erstaunt nicht, denn lustig ist sie allemal, diese Attraktivitäts-App, wenn auch nicht immer ganz akkurat. Wenn man Glück – oder Pech – hat, bewertet sie nämlich nicht das ganze Gesicht, sondern stuft zum Beispiel das Kinn als «O. K.» ein oder findet das Vorhangmuster im Hintergrund «Stunning» (atemberaubend). Und experimentierfreudig, wie die Internetnutzer heutzutage sind, wurden beispielsweise auch schon Gemälde von Jesus hochgeladen. «Godlike» war da wohl die passende Bewertung.

Aber es muss ja nicht gleich Jesus sein. Auch das Toggenburg beherbergt einige berühmte Persönlichkeiten. Von Schwingern über Gemeindepräsidenten bis hin zu Musikern: Zehn Toggenburgerinnen und Toggenburger wurden von der Redaktion ausgewählt und getestet. Erstaunlicherweise war vor allem die Alterserkennung sehr genau. Die Mosnanger Leichtathletin Selina Büchel wurde auf 23 Jahre geschätzt, bei einem wahren Alter von 24 Jahren. Mit ihrem exakten Alter von 36 Jahren wurde die Jodlerin Nadja Räss bewertet. Einzig Ex-Skirennfahrerin Maria Walliser wurde um rund 15 Jahre jünger gemacht, wobei das ja nur ein Kompliment sein kann.

Mit einem zwinkernden Auge

Ebenfalls genau ein Jahrzehnt zu jung wurde Nationalrat Toni Brunner eingestuft. Er war schliesslich auch die einzige der «Testpersonen», die als «hot» bewertet wurde. Die weiteren Kandidaten wie Lichtensteigs Gemeindepräsident Mathias Müller oder der Schwinger Jörg Abderhalden schnitten mit der Bewertung «Nice» (nett) auch nicht schlecht ab. Diese Auswertungen sind wohl aber mit viel Humor zu betrachten. Denn auch die drei Gründer vermerken auf der Internetseite klar, man solle «Spass haben und die Resultate nicht allzu ernst nehmen». Schliesslich werden die Gesichter aufgrund eines Computer-Algorithmus bewertet. Attraktivität liegt nun einmal immer im Auge des Betrachters.

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