Toggenburger in der Warteschlaufe

Marianne Abderhalden und Simon Ammann mussten am Sonntag wegen der Wetterkapriolen unfreiwillig Kräfte sparen. Einzig Christoph Eigenmann kam beim Weltcup in Davos zum Einsatz.

Urs Huwyler
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Trotz einer kämpferischen Leistung hat Christoph Eigenmann in Davos die Viertelfinal-Qualifikation verpasst. (Bild: uhu)

Trotz einer kämpferischen Leistung hat Christoph Eigenmann in Davos die Viertelfinal-Qualifikation verpasst. (Bild: uhu)

Wintersport. Es hätte auf breiter Front ein Wintersport-Wochenende für die Toggenburger Sportlerinnen und Sportler werden sollen. Skirennfahrerin Marianne Abderhalden wollte im Super-G von St. Moritz angreifen und sich in der Speed-Disziplin unter den Top 30 klassieren. Doch der Wind durchkreuzte die Pläne der Nationalkader-Athletin auf der Strecke Salastrains. Warten und nochmals warten war deshalb angesagt. Nach der obligaten Verschieberei hiess es schliesslich packen und um 16 Uhr unverrichteter Dinge Richtung Krinau ab- und einen Tag früher nach Val d'Isère anreisen, weil dort das Rennen in den Kalender aufgenommen wird. Im Riesenslalom gehörte die WM-Kandidatin nicht zum Schweizer Team.

Noch extremer erwischte es Skispringer Simon Ammann. Am Freitag durfte er in Harrachov einmal wettkampfmässig über die Schanze fliegen. Danach wurden die Konkurrenzen im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht und für den Rest sorgte der Nebel. Die Prüfung von Samstag verlegten die Cheffunktionäre auf Sonntagmorgen, doch es gab nichts zu hüpfen. Am Nachmittag stand das reguläre Springen auf dem Programm. Doch auch dieses wurde annulliert. Ausser Spesen nichts gewesen. Vier Tage für einen Sprung, so hatte sich der Serien-Olympiasieger das dritte Adventswochenende nicht vorgestellt. Positiv immerhin, dass die Zeit für die Rückreise zur Wahl Sportler des Jahres 2010 nicht ganz so knapp ausfiel.

Eigenmann auf Rang 41

Abderhalden in der Warteschlaufe, Ammann im Warteraum, erfreulicherweise gab es beim Langlaufsprint in Davos keine Probleme. Christoph Eigenmann hatte sich nach dem achten Weltcuprang in Düsseldorf optimal vorbereitet. Am Samstag fuhr er am frühen Nachmittag bis Küblis. Dort bezog er mit dem deutschen Trainingspartner Josef Wenzel zusammen Quartier. «Wir reisen erst kurz vor dem Start von Küblis nach Davos», erklärte der sprintende Grenzwächter. Er lief vor dem Start einige Trainingsrunden, zog sich wieder zurück und liess sich weder stressen noch aus der Ruhe bringen. Die Schweizer Frauen liefen zuvor der Spitze hinterher. «Bei den Männern wird es anders sein. Meine fünf Jungs und Dario Cologna haben Chancen, den Prolog unter den Top 30 zu beenden und sich für den Viertelfinal zu qualifizieren», gab sich Trainer Tor Arne Hetland mit erhöhtem Puls zuversichtlich. Christoph Eigenmann hatte er fix auf der Liste. Der Wattwiler benötigte für die beiden Runden 2.57.19. Der Schnellste war sieben Sekunden schneller. Auch Eigenmann musste wie seine unter den Zuschauern weilende Frau Priska im Zielraum warten und hoffen. Er rutschte Rang um Rang bis Position 41 zurück. 2.55.88 hätten genügt. Aus der Traum – wie vor einem Jahr. Davos und Eigenmann, dass passt irgendwie nicht zusammen.

Rufer siegt

So wurde Snowboard-Nationaltrainer Christian Rufer (Ebnat-Kappel) zum erfolgreichsten Toggenburger. Er feierte durch Patrizia Kummer und Fränzi Mägert-Kohli eher überraschend einen Weltcup-Doppelsieg. Den Triumph vervollständigte Roland Haldi bei den Männern mit Rang drei. Dazu kamen die Plätze fünf, sechs und acht. Erfolge, die an die Glanzzeiten der Gebrüder Simon und Philipp Schoch und Daniela Meuli erinnerten. Ammann, Abderhalden und Eigenmann wollten die Kerze anzünden, doch die Streichhölzer waren bei Rufer, der einige Zeit auf einen solchen Triumph warten musste.

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