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TOGGENBURG: Würde für den letzten Lebensabschnitt

Mitarbeiter von Pflegeheimen und der Spitex sind oft mit dem Sterben konfrontiert. Immer mehr Institutionen in der Region orientieren sich dabei an Handlungsempfehlungen, die im Palliativzentrum St. Gallen weiterentwickelt wurden.
Sabine Schmid
Mitglieder der Arbeitsgruppe: Monika Rutz, Alters- und Pflegeheim Wier in Ebnat-Kappel, Ruth Herzog, Alters- und Pflegeheim Risi in Wattwil, Trudi Fischer, Spitex Mittleres Toggenburg, Brigitte Brändle, Spitex BuGaMo, und Michaela Signer, Hausärztin in Ebnat-Kappel. (Bild: PD)

Mitglieder der Arbeitsgruppe: Monika Rutz, Alters- und Pflegeheim Wier in Ebnat-Kappel, Ruth Herzog, Alters- und Pflegeheim Risi in Wattwil, Trudi Fischer, Spitex Mittleres Toggenburg, Brigitte Brändle, Spitex BuGaMo, und Michaela Signer, Hausärztin in Ebnat-Kappel. (Bild: PD)

Die Bedürfnisse von sterbenden Menschen sind vielfältig. Sie können körperliche, seelische, soziale oder spirituelle Aspekte beinhalten. Um möglichst viele dieser Bedürfnisse zu kennen, nehmen die Alters- und Pflegeheime Wier in Ebnat-Kappel und Risi in Wattwil sowie die Spitex-organisationen Mittleres Toggenburg und BuGaMo seit Januar 2016 in Sterbesituationen eine Handlungsempfehlung an. Während die Handlungsempfehlung seit vielen Jahren im Kantonsspital St. Gallen bereits fester Bestandteil der Qualitätsbemühungen ist, sind die erwähnten Einsichtungen ausserhalb von Spitalstrukturen in unserer Region Pioniere. «Gerade am Lebensende tut sich nebst medizinischen Problemen auch eine Vielzahl von anderen Anliegen auf», sagt Monika Rutz, Leiterin Betreuung und Pflege im Alters- und Pflegeheim Wier. Die Handlungsempfehlung erlaubt es ihr und dem Pflegepersonal, professioneller mit den Situationen umzugehen. Mit jeder Person, die in die Sterbephase eintritt, sprechen die Pflegeverantwortlichen gewisse Bedürfnisse an und machen entsprechende Notizen in einem Dossier. So könne gewährleistet werden, dass alle Pflegepersonen, die mit dem sterbenden Menschen in Kontakt stehen, auf dem gleichen Wissenstand sind.

Weitere Institutionen machen mit

«Wir haben nur positive Erfahrungen gemacht», sagt Monika Rutz. «Wenn die wichtigsten Themen besprochen werden, gibt dies Ruhe und Sicherheit in der Zeit des Sterbens. Zudem können wir als Pflegepersonen mehr Zeit dem sterbenden Menschen und dessen Angehörigen widmen.» Dazu komme, dass Angehörige oftmals dankbar seien, wenn das Sterben und mögliche, damit zusammenhängende Themen angesprochen werden. Das Beispiel macht nun in der Region Schule. Nach Ablauf eines Pilotprojektes haben die vier erwähnten Einrichtungen eine durchwegs positive Bilanz gezogen. So hat die zuständige Arbeitsgruppe auch beschlossen, neben einer Festigung der Anwendung in den vier Einrichtungen das Projekt nach aussen zu öffnen. Und das Interesse in anderen Einrichtungen ist gross: In der Spitex Oberes Toggenburg und in der Spitex Neckertal sowie im Altersheim Horb in Wildhaus-Alt St. Johann, im Alterszentrum Churfirsten in Nesslau, im Alters- und Pflegeheim Hofwis in Mosnang und im Seniorenheim Neckertal wird die Handlungsempfehlung demnächst ebenfalls eingeführt. Dafür werden in Kürze wieder Mitarbeiter aller neuen Einrichtungen wie auch mit ihnen zusammenarbeitende Hausärzte geschult. Interprofessionalität sei unerlässlich, sagt Michaela Signer, Hausärztin in Ebnat-Kappel.

Michaela Signer hat nebst ihrer Praxistätigkeit im Palliativzentrum St. Gallen als Oberärztin gearbeitet und war federführend bei der Einführung der Handlungsempfehlung im Toggenburg. Für sie ist wichtig, dass nicht nur zwischen den einzelnen Berufen (Ärzte, Pflegende), sondern auch zwischen den Institutionen, die diese Handlungsempfehlung anwenden, ein regelmässiger Austausch gepflegt wird. Im Palliativzentrum St. Gallen werden darüber hinaus Schulungen durchgeführt, an denen die am Projekt beteiligten Einrichtungen auch regelmässig teilnehmen können. Allen sei bewusst, dass sie sich miteinander in einem ständigen Lernprozess befinden.

Palliative Care

Die Palliative Care umfasst die Betreuung und die Behandlung von Menschen mit einer unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheit. Ihr Schwerpunkt liegt in der Zeit, in der die Heilung der Krankheit als nicht mehr möglich erachtet wird und kein primäres Ziel mehr darstellt. Den Patientinnen und Patienten wird eine ihrer Situation angepasste optimale Lebensqualität bis zum Tode gewährleistet. Die nahestehenden Bezugspersonen werden angemessen unterstützt. Palliative Care beugt Leiden und Komplikationen vor. Sie schliesst medizinische Behandlungen, pflegerische Interventionen sowie psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung mit ein. Palliative Care ist nicht an einen bestimmten Betreuungsort gebunden. Der schwerkranke Mensch soll, soweit wie möglich, selbst entscheiden, wo er seine letzte Lebensphase verbringen möchte. (pd)

Weitere Informationen sind beim Forum Palliative Care Toggenburg erhältlich: www.palliative-ostschweiz.ch

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