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TOGGENBURG: Respekt ist Teil der Prävention

Das Regional-Didaktische Zentrum (RDZ) Wattwil informiert derzeit in einer Wanderausstellung über die Prävention von sexueller Gewalt unter Jugendlichen. Es greift damit ein sehr aktuelles Thema auf.
Sabine Schmid
In Gruppen bearbeiten die Schüler mit Hilfe von einer Fachperson verschiedene Themen, beispielsweise wo sie in Fällen von sexueller Gewalt Hilfe holen können. (Bild: Sabine Schmid)

In Gruppen bearbeiten die Schüler mit Hilfe von einer Fachperson verschiedene Themen, beispielsweise wo sie in Fällen von sexueller Gewalt Hilfe holen können. (Bild: Sabine Schmid)

Sexuelle Gewalt geschieht nicht nur unter Erwachsenen. Gemäss einer Umfrage, die mit über 6000 Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse gemacht wurde, gaben über ein Fünftel aller Mädchen und acht Prozent der Knaben an, schon mindestens einmal einen sexuellen Übergriff mit körperlichem Kontakt erlebt zu haben. Rund drei Viertel dieser Schülerinnen und Schüler erfahren diesen sexuellen Missbrauch durch ihnen bekannte Jugendliche unter 18 Jahren. Diese Zahlen hat das Kinderschutzzentrum St. Gallen und das RDZ Rapperswil-Jona veranlasst, eine interaktive Wanderausstellung zur Prävention von sexueller Gewalt unter Jugendlichen zu erstellen. Diese Ausstellung ist derzeit im RDZ in Wattwil aufgebaut und wird von 44 Oberstufenklassen aus der Region besucht.

Informieren und das Thema bearbeiten

«Das Thema zieht, denn die Jugendlichen stehen mitten im Thema», sagt Beatrice Straub Haaf, Leiterin des RDZ Wattwil, in einer ersten Bilanz wenige Tage nach der Eröffnung. Im rund zweistündigen Besuch der Ausstellung werden die Jugendlichen mit mehreren Themen konfrontiert. «Nach einer Einführung werden die Jugendlichen in Gruppen aufgeteilt, und während des Besuchs von einer speziell ausgebildeten Fachperson begleitet», sagt Beatrice Straub Haaf. Lehrpersonen seien keine darunter, wohl aber die jeweiligen Schulsozialarbeiter. Das sei insofern sinnvoll, weil sie auch nachher in den Schulen präsent seien, und den Jugendlichen bei Bedarf als Ansprechpersonen dienen und Probleme aufgreifen können. Jede der Gruppen absolviert sechs Posten und bearbeitet verschiedene Aspekte: die erste Liebe und das Schluss machen, den Umgang mit Kollegen und das Selbstbild, sowie Rechte und Pflichten und Hilfe bei Problemen. Nach einer kurzen Einführung ins Thema können sich die Jugendlichen austauschen. Zudem müssen sie kleine Aufgaben erfüllen. Es geht in den Gruppen auch darum, einander zuzuhören und einen respektvollen Umgang zu pflegen. Denn Achtsamkeit und Respekt gehören auch zur Prävention. Zum Schluss ihres Besuchs erhalten die Oberstufenschüler einen Flyer, auf dem die wichtigsten Botschaften nochmals zusammengefasst sind. «Oftmals wissen die Jugendlichen schon sehr gut Bescheid», hat Beatrice Straub Haaf beobachtet. Es falle ihnen aber schwer, sich selber an die Regeln zu halten. «Wenn sie selber etwas machen, schauen sie es immer von einer anderen Warte aus an».

Das Selbstbewusstsein stärken

Für die Verantwortlichen des RDZ Wattwil war es wichtig, die Prävention von sexueller Gewalt zu thematisieren. «Dass wir fast ausgebucht sind, zeigt uns, dass dies ein Bedürfnis der Schulen ist», sagt Beatrice Straub Haaf. Die Lehrpersonen, die mit ihren Klassen die Ausstellung besuchen, wurden zuvor an einem Weiterbildungsanlass vorbereitet. Sie hoffe, dass die Lehrer das Thema vor dem Besuch mit den Schülern bearbeitet haben, und dass sie auch nachher am Thema bleiben. «Gebe es einen Vorfall mit sexueller Gewalt unter Jugendlichen, seien auch die Eltern involviert», sagt Beatrice Straub Haaf. Aus diesem Grund lud das RDZ die Eltern der Oberstufenschüler zu einem Elternabend ein, an dem die Ausstellung und das Kinderschutzzentrum vorgestellt wurden. Um weitere Interessierte auf das Thema zu sensibilisieren, führt das RDZ einen Tag der offenen Türen durch.

Am Samstag, 2. Dezember, von 9 bis 11 Uhr, ist die Ausstellung zur Prävention von sexueller Gewalt unter Jugendlichen im RDZ in Wattwil für alle Interessierten offen.

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