TOGGENBURG: Nur Lichtensteig kann mithalten

Die flächendeckende ausserfamiliäre Kinderbetreuung im Thurtal ist nicht ausreichend. Das geht auch aus einer Studie hervor, welche das Amt für Soziales des Kantons St. Gallen in Auftrag gegeben hat.

Martina Signer
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Die Menge an schul- und familienergänzenden Kinderbetreuungsangeboten – wie dieser Mittagstisch – bestimmen den Versorgungsgrad einer Gemeinde. (Bild: PD)

Die Menge an schul- und familienergänzenden Kinderbetreuungsangeboten – wie dieser Mittagstisch – bestimmen den Versorgungsgrad einer Gemeinde. (Bild: PD)

Martina Signer

martina.signer@toggenburgmedien.ch

Nicht überall im Kanton gibt es genügend schul- und familienergänzende Betreuungsangebote, die es beiden Elternteilen ermöglichen, einer Arbeit nachzugehen. Und schon gar nicht im Toggenburg. Dies zeigt eine Analyse, die im Auftrag des Kantons vom Beratungsbüro Infras durchgeführt wurde.

Das Toggenburg kommt selten bis nie – konkret nur zweimal – in den Toplisten der Studie vor. Es ist dies beide Male die Gemeinde Lichtensteig, die sich beim Versorgungs- sowie beim Finanzierungsgrad im Schulbereich zweimal unter den ersten zehn Gemeinden im Kanton befindet. Die Kategorien sind immer unterteilt in Vorschulbereich (0 bis 4 Jahre) und Schulbereich (5 bis 12 Jahre).

180 Franken pro Kind im Schulbereich

Die Angebote in der schul- und familienergänzenden Betreuung umfassen Kindertagesstätten, Mittagstische, schulische Tagesbetreuung, Morgen- und Nachmittagsbetreuung, private Schülerhorte, Tagesfamilien und Privatschulen. Das Angebot im Kanton St. Gallen wurde in den letzten Jahren zwar deutlich ausgebaut, es liegt aber nach wie vor deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt. Genaue Zahlen für das Toggenburg gehen aus der Studie nicht hervor. Die Analyse gibt nicht nur Aufschluss über die Anzahl Angebote, sondern auch über deren Finanzierung, die teilweise von der öffentlichen Hand und grössenteils von den Eltern getragen werden.

Lichtensteig ist eine von zehn Gemeinden im Kanton St. Gallen, die bei den schul- und familienergänzenden Betreuungs­angeboten den höchsten Finanzierungsgrad im Schulbereich aufweisen. Dieser Indikator zeigt, wie viele Franken pro Kind die Gemeinden für familien- und schulergänzende Betreuung ausgeben. Lichtensteig gehört also zu den grosszügigsten Gemeinden. Die Zahlen aus Lichtensteig beziehen sich auf den Finanzierungsgrad im Schulbereich, das heisst auf die Angebote für Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren. Kantonal liegt der Durchschnitt des Finanzierungsgrades im Schulbereich bei 200 Franken pro Kind. Lichtensteig liegt mit 180 Franken also dennoch unter dem Durchschnitt. Spitzenreiter ist St. Gallen mit 945 Franken, gefolgt von Wil mit 469 Franken pro Kind. Sechs Gemeinden weisen gar einen Finanzierungsgrad von 0 Franken auf. Welche Gemeinden dies sind, geht aus der Analyse nicht hervor.

Auch beim Versorgungsgrad im Schulbereich taucht Lichtensteig mit 7,3 Prozent unter den Gemeinden auf, welche die meisten Betreuungsplätze pro in einer Gemeinde wohnhaftem Kind aufweisen. Am höchsten ist der Versorgungsgrad im Schulbereich in der Gemeinde Sevelen (18,9 Prozent), darauf folgt St. Gallen (17,9 Prozent) und Wil hat es mit 6,6 Prozent gerade noch so unter die besten zehn geschafft.

Seit der Datenerhebung hat sich einiges getan

Da die Datenerhebung von April bis September 2016 dauerte, sind einige Angebote aus dem Toggenburg noch nicht in die Studie eingeflossen. So hat die Kita Bärehuus in Wattwil ihr Angebot mittlerweile um eine weitere Gruppe (zwölf Plätze) erweitert. Die Kita Topolino in Ebnat-Kappel öffnete Anfang März ihre Türen und bei der Kita Mühleli in Bazenheid ist eine zweite Gruppe in Planung.