TOGGENBURG: Mehr als jede sechste Abstimmung wird verloren

In keiner anderen Toggenburger Gemeinde stimmen die Bürger so oft mit der Mehrheit der Schweizer Bevölkerung wie in Lichten­steig. Eine Auswertung des Bundesamts für Statistik zeigt, dass die Lichtensteigerinnen und Lichtensteiger in diesem Jahrtausend nur gerade 13mal auf der Verliererseite standen.

Ruben Schönenberger
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Für die Statistik wurden die Ergebnisse von 154 Vorlagen ausgewertet. (Bild: Ralph Ribi)

Für die Statistik wurden die Ergebnisse von 154 Vorlagen ausgewertet. (Bild: Ralph Ribi)

Ruben Schönenberger

ruben.schoenenberger

@ toggenburgmedien.ch

Bei insgesamt 154 eidgenössischen Urnengängen macht das bloss 8,44 Prozent aller Abstimmungen aus. Am anderen Ende liegen die Gemeinden Bütschwil-Gantersch­wil und Mosnang. Beide standen in 33 Fällen oder in rund 21 Prozent aller Abstimmungen auf der Seite der Unterlegenen.

In die Betrachtung wurden auch die Abstimmungsresultate der Gemeinden vor den jeweiligen Fusionen einbezogen. Dabei wurde jeweils der Schnitt der vor dem Zusammengehen noch autonomen Gemeinden errechnet. Von den 154 Abstimmungen fanden beispielsweise 114 vor der Fusion von Bütschwil und Ganterschwil statt. Diese beiden Gemeinden waren vorher in 22 beziehungsweise 24 Fällen auf der Verliererseite. Für die fusionierte Gemeinde wurde entsprechend mit 23 verlorenen Abstimmungen gerechnet.

Im Ostschweizer Vergleich belegen die Toggenburger Gemeinden weder auf der einen noch der anderen Seite Extrempositionen. In dieser Betrachtung am meisten mit dem Rest der Schweiz stimmen die Bürger der Gemeinde Rapperswil-Jona, allerdings erst seit der Fusion. Seither fanden 81 Abstimmungen statt, nur zweimal gehörte die Gemeinde am Zürichsee zu den Verlierern. Auch in Wil stimmt man oft mit der Mehrheit. Seit der Fusion mit Bronschhofen waren die Stimmbürger nur in fünf Prozent der Abstimmungen anderer Meinung als die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer. Auch vor diesem Zusammengehen waren es bloss rund sechs Prozent.

Dank Fusion öfter auf Gewinnerseite

Am anderen Ende der Skala liegt die Bündner Gemeinde Pigniu. Nirgendwo sonst in der Ostschweiz stimmt man so oft anders ab als die Mehrheit. In fast jedem zweiten Fall waren die Bürgerinnen und Bürger hier anderer Meinung. Im Toggenburg war vor der Fusion mit Wattwil vor allem die Gemeinde Krinau an diesem Ende der Skala zu finden. Bei jeder vierten Abstimmung entstand hier ein Resultat, das nicht der Schweizer Mehrheit entsprach. Seit der Fusion verliert die neue Gemeinde Wattwil nur noch in knapp 18 Prozent der Fälle. Das ist nur leicht besser als der Toggenburger Mittelwert von genau 18 Prozent. Im Durchschnitt stehen die Gemeinden der Region bei rund 28 von 154 Vorla- gen oder bei mehr als jeder sechsten Abstimmung auf der Verliererseite.