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TOGGENBURG: «Kultur ist der Präsentierteller der Region»

In einer Standortbestimmung hat der Vorstand von Kultur Toggenburg seine Stärken und Schwächen reflektiert. Das Fazit war grösstenteils positiv, und doch sind im Einzelnen Korrekturen nötig. Präsident Christian Spoerlé verrät im Interview, wohin der Weg führt.
Christian Spoerlé, Präsident Kultur Toggenburg (Bild: Regina Kühne)

Christian Spoerlé, Präsident Kultur Toggenburg (Bild: Regina Kühne)

Christian Spoerlé, Sie sind seit den Anfängen des Vereins Kultur Toggenburg vor sieben Jahren als dessen Präsident tätig. Was hat sich in dieser Zeit verändert?
Seit wir die Arbeit aufgenommen haben, ist die Anzahl an förderungswürdigen Gesuchen stark angestiegen. Es war ein guter Entscheid, die Kulturförderung, die früher Sache der Gemeinde war, zu zentralisieren. Unser Auftrag ist gleich geblieben wie in der Anfangszeit: Wir setzen uns dafür ein, dass Kulturschaffende mit Bezug zum Toggenburg ihre Projekte in den unterschiedlichsten Genres verwirklichen können. Die Gesuchsteller müssen ein detailliertes Konzept mit Budget bei uns einreichen. Je nach Situation und Beurteilung sprechen wir ihnen einen Betrag zu.

Warum sind immer mehr Gesuche bei Kultur Toggenburg eingetroffen?
Das hat damit zu tun, dass unser Verein mit der Zeit an Bekanntheit gewonnen hat. Die Herausforderung besteht darin, eine vertretbare Auswahl und Gewichtung zu treffen. Wir können nicht allen Anfragen gerecht werden, auch wenn wir unser Bestes geben. Es ist nicht immer einfach, das zu akzeptieren.

Wie fällt der Vorstand seine Entscheide?
Wir diskutieren die Gesuche alle ein bis zwei Monate im Plenum. Meistens finden wir in der Diskussion ein übereinstimmendes Resultat, ansonsten wird demokratisch abgestimmt. Bisher konnten alle Vorstandsmitglieder hinter den Resultaten stehen. Uns kommt zugute, dass wir hauptberuflich in ganz unterschiedlichen Sparten tätig sind, innerhalb und ausserhalb der Kulturszene. So vertreten wir eine breite Palette an Interessen.

Wie auf der Internetseite von Kultur Toggenburg zu lesen war, hat im Sommer eine Retraite mit Standortbestimmung stattgefunden. Wie schauen Sie darauf zurück?
Auf Initiative des kantonalen Amtes für Kultur hat sich der Vorstand im Juli an einer Standortbestimmung mit den Stärken und Schwächen der bisherigen Arbeit befasst. Ein erfahrener Coach hat diese dreieinhalbstündige Selbstanalyse moderiert, was ich als sehr hilfreich erachtete. Es kam heraus, dass wir mit Kultur Toggenburg auf einem guten Weg sind. Einzelne kleine Korrekturen sind allerdings nötig. In erster Linie musste dringend eine Lösung gefunden werden, weil die Fördergelder stagnierten und die Anfragen stetig zunahmen.

Wie wurde dieses Problem entschärft?
Bisher zahlten die Toggenburger Gemeinden einen Pro-Kopf-Beitrag von 3 Franken ein. Ab 2018 wird dieser mit Einverständnis der Gemeinden auf 3.50 Franken erhöht, was uns etwas mehr Spielraum geben wird. Der Kanton verdoppelt die Summe, welche uns die Gemeinden zur Verfügung stellen. Für die Gemeinden und den Kanton hat die Kulturförderung übrigens viele Vorteile. Schliesslich ist die Kultur mit ihrem reichhaltigen Angebot an Musik, Theater, bildender Kunst und Literatur sozusagen der Präsentierteller einer Gegend. Natürlich profitieren auch die Einwohner und Touristen von einem solch reichhaltigen Angebot.

Wie sieht die Lage des Toggenburgs im Vergleich zu anderen Regionen aus?
Wir haben am wenigsten Mittel zur Verfügung, obwohl wir pro Kopf am meisten für die Kulturförderung einzahlen. Verglichen mit den anderen Förderplattformen erhalten wir am meisten Gesuche. Das vielfältige und aktive Kulturschaffen spiegelt sich hier wider. Unter dem Strich sind wir diejenigen mit der schwierigsten Ausgangslage.

Welche weiteren Veränderungen zieht die Retraite vom Sommer nach sich?
Wir arbeiten nun daran, die Kommunikation mit den Kulturschaffenden zu verbessern. Dies soll mit einer übersichtlicheren Internetseite erreicht werden, wo zusätzlich direkte Links zu anderen Anbietern aus dem Bereich der Kulturförderung zu finden sein werden. Zudem planen wir sogenannte Kulturtalks, öffentliche Diskussionsplattformen mit Kulturschaffenden. So wird es uns besser gelingen, all jene Themen aufzugreifen, die in der Szene aktuell sind.

Kultur Toggenburg verleiht seit 2014 einen Wanderpreis, mit dem Menschen ausgezeichnet werden, die besonders viel Bewegung ins Toggenburger Kulturleben gebracht haben. Wie geht es damit weiter?
Den Preis, der sich derzeit bei Schauspieler und Produzent Simon Keller befindet, wandert nächstes Jahr weiter. Wir haben kürzlich entschieden, dass das Projekt mindestens bis 2022 weitergeführt wird.

Sie sind hauptberuflich als Gemeindepräsident von Ebnat-Kappel tätig. Welchen persönlichen Bezug haben Sie zur Kultur?
Ich fühle mich in vielerlei Hinsicht mit der Kultur verbunden. Mein Vater und auch mein Grossvater waren Kunstschmied, und auch ich habe im ersten Bildungsweg Schmied gelernt. Meine Zweitausbildung absolvierte ich in der Werbegrafik. Ausserdem spiele ich seit meiner Jugendzeit Trompete und weitere Blasinstrumente. Ich bin auch regelmässig als Besucher an Kulturveranstaltungen in der Region anzutreffen.

Was wünschen Sie sich für Kultur Toggenburg?
Ich fände es sinnvoll, wenn sich die Vorstandsmitglieder inhaltsspezifisch weiterbilden könnten. Bisher war das aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht möglich. Auch würde es mich interessieren, wie die regionale Kulturförderung anderswo gehandhabt wird, beispielsweise in Kulturstädten.

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