Toggenburg hilft Haiti

Die vier Pfarreien der Seelsorgeeinheit mittleres Toggenburg engagieren sich gemeinsam für den Wiederaufbau in Haiti. Noch bis Ostern sammeln sie Geld für verschiedene Projekte von Fastenopfer.

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toggenburg. Über eine Milliarde Menschen leiden weltweit Hunger. Zu den Ursachen gehört auch der internationale Handel mit Spekulationen und subventionierten Agrar-Exporten. Dies thematisiert die Ökumenischen Fastenkampagne «Stoppt den unfairen Handel: rechtaufnahrung.ch». In den sechs Wochen vor Ostern sammeln Pfarreien und Kirchgemeinden mit Kollekten, Suppentagen, Verkauf von Rosen und anderen Aktionen für Benachteiligte in Entwicklungsländern. Fastenopfer finanziert und begleitet rund 350 Projekte in 16 Ländern weltweit.

Die Pfarreien Lichtensteig, Mogelsberg, Oberhelfenschwil und St. Peterzell haben sich entschieden, mit ihrer Sammlung Menschen in Haiti beim Wiederaufbau und im Kampf gegen den Hunger zu unterstützen.

Haiti zurückgeworfen

Fastenopfer ist seit über 30 Jahren in Haiti engagiert. Dafür musste es in der Vergangenheit immer wieder Kritik einstecken: Was bringt das? Nach dem Beben zeigte sich allerdings, dass die Präsenz von Hilfswerken mit funktionierenden Netzwerken und langfristigen Perspektiven von eminenter Bedeutung ist.

Für Fastenopfer und seine Partner in Haiti stehen riesige Herausforderungen an. In einer ersten Phase wird es darum gehen, die Infrastruktur der Partnerorganisationen aufzubauen, damit diese wieder arbeiten können. Im Vordergrund wird die Sicherung des Lebensunterhalts und die Ernährungssouveränität stehen: So bemüht sich in der Gemeinde Chénot die Organisation ODTPKA (Organisation des Petits Planteurs Des Cahos) für eine bessere Zukunft ihrer Mitglieder.

Es werden Felder gemeinsam bewirtschaftet, neue Anbautechniken angewandt oder Steinmäuerchen zur Minderung der Erosion erbaut. Eine besondere Bedeutung misst Fastenopfer auch der psycho-sozialen Aufarbeitung der traumatischen Erfahrungen bei. «Diese Katastrophe wird das Land um Jahrzehnte zurückwerfen. Unvorstellbar, was dies für die Menschen bedeutet», sagt Romana Büchel, verantwortlich für das Landesprogramm Haiti.

Partner statt Hilfsempfänger

Dieses Projekt ist beispielhaft: Fastenopfer bringt den Notleidenden keine Hilfsgüter und baut keine Brunnen oder Schulen. Fastenopfer betreibt keine punktuelle Unterstützung, sondern leitet einen Prozess ein. Das Hilfswerk organisiert die Menschen, damit sie ihren Brunnen selber bauen, damit sie die Schule bei den verantwortlichen Behörden einfordern, damit sie sich selber helfen können.

«So werden aus verarmten Menschen wertvolle Partner und nicht bloss Hilfsempfänger», erklärt Antonio Hautle, Direktor von Fastenopfer. Voraussetzung ist aber Solidarität, wie sie die vier Pfarreien der Seelsorgeeinheit mittleres Toggenburg mit ihrer Unterstützung eindrücklich vorleben. (pd)

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