TOGGENBURG: Fünf Todesopfer im Verkehrsjahr 2016

2016 war ein rabenschwarzes Jahr für die Strassenverkehrsteilnehmer in unserer Region. Fünf Menschen kamen bei insgesamt 202 Unfällen ums Leben. 23 Personen wurden schwer, 87 leicht verletzt.

Serge Hediger
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Tödlicher Verkehrsunfall auf der Umfahrungsstrasse bei Wattwil. (Bild: KAPO (4. Juli 2016))

Tödlicher Verkehrsunfall auf der Umfahrungsstrasse bei Wattwil. (Bild: KAPO (4. Juli 2016))

Serge Hediger

serge.hediger@toggenburgmedien.ch

An einem Montagmorgen, es ist der 4. Juli 2016, kommt kurz vor 5.30 Uhr auf der Umfahrungsstrasse Wattwil Richtung Ricken ein 26-jähriger Autofahrer aus unbekannten Gründen bei einer Notnische von der Fahrbahn ab. Er prallt mit seinem grauen Opel Astra frontal in die Tunnelmauer. Trotz sofortigem Ausrücken der Rettungskräfte verstirbt der junge Mann auf der Unfallstelle.

Sein Tod ist einer von fünf Fällen, die für das vergangene Jahr auf den Strassen des Thur- und Neckertals zu beklagen sind. Dies geht aus der eben veröffentlichten Unfallstatistik des Kantons St. Gallen hervor. Demnach wurden in den zwölf Gemeinden des Wahlkreises insgesamt 118 Unfälle mit Sachschaden und 84 mit Personenschaden verzeichnet. 23 Personen wurden schwer verletzt (eine davon lebensbedrohlich), 87 Personen trugen leichte Verletzungen davon.

Relativ hohe Zahl für das Toggenburg

Fünf Todesopfer in einem Verkehrsjahr – das ist im Kantonsvergleich mit total 14 zu Tode Gekommenen eine relativ hohe Zahl. Bereits im Jahr zuvor wurden im Toggenburg zwei Tote gezählt; drei waren es 2014, gar vier 2013. Die meisten Verkehrsunfälle 2016 ereigneten sich in Wattwil (24 Sach-/21 Personenschaden), in Bütschwil-Ganterschwil (20/17) und in Kirchberg (26/10). Hemberg (0/3) und Oberhelfenschwil (3/0) verzeichneten die geringsten Unfallzahlen. Dennoch: Insgesamt ist im Thur- und Neckertal die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in den letzten Jahren zurückgegangen: Den 202 Unfällen von 2016 stehen 226 im Jahr 2015 und 219 im 2014 gegenüber.

Auch kantonal ist die Zahl der Unfälle mit 2712 rückläufig, was die Verkehrspolizei anlässlich der Präsentation der Jahresstatistik auf den «hohen technischen Standard, was Verkehrsinfrastruktur und Strassenbau anbelangt», zurückführte.

Weniger Verkehrsunfälle trotz mehr Verkehr

Dennoch macht der Polizei eine Entwicklung im Strassenverkehr Sorge: So nahmen die Unfälle mit Velofahrer stark zu, bei den E-Bikes wurde gar eine besorgniserregende Verdoppelung der Unfallzahlen gegenüber 2015 registriert. Die Gründe: Falsch eingeschätzte Geschwindigkeit durch die Autofahrer, unterschätzter Bremsweg und überschätzte Fahrsicherheit durch die meist über 45-jährigen E-Bike-Lenker. Wie das Toggenburger Tagblatt berichtete, wiesen die bereits Anfang Jahr veröffentlichten Zahlen der automatischen Zählstationen für den Verkehr auf den Toggenburger Strassen insgesamt eine leichte Zunahme um 0,43 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.

300000 Fahrzeuge in Wattwil gezählt

Das grösste Mehraufkommen verzeichnete die Messstelle in der Wattwiler Brendi. Knapp über 300000 Fahrzeuge mehr als 2015 fuhren im vergangenen Jahr daran vorbei. (+15,8 Prozent). Ebenfalls mehr Verkehr, nämlich 3,6 Prozent, wurde an der Strasse zwischen Bütschwil und Ganterschwil verzeichnet. Auch die Strasse von Mühlrüti über die Hulftegg wurde 2016 vermehrt befahren (+2,7 Prozent). Am grössten war die Abnahme des Verkehrs auf der Umfahrung von Lichtensteig. Dort betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahr 1,7 Prozent. Auch bei der Zählstelle in Bütschwil Bächli wurden weniger Fahrzeuge registriert, hier ging das Verkehrsaufkommen um 1,6 Prozent zurück. Einen Rückgang von 0,9 Prozent gab es auf der Umfahrung Bazenheid. Mit über 6,9 Millionen gezählten Fahrzeugen im vergangenen Jahr bleibt dieser Punkt aber der verkehrsreichste im Toggenburg.