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TOGGENBURG: «Fasten ist soziale Gerechtigkeit»

Der katholische Pfarrer Albin Rutz erklärt im Interview, woher das Konzept des Fastens kommt und warum die Fastenzeit genau 40 Tage dauert.
Beat Lanzendorfer
Pfarrer Albin Rutz vor dem Altar in der katholischen Kirche in Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Pfarrer Albin Rutz vor dem Altar in der katholischen Kirche in Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Fastenzeit begann am Aschermittwoch, 14. Februar. Enden wird sie mit der Osternachtfeier am 31. März. Albin Rutz, katholischer Pfarrer der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg, erklärt das Fasten.

Albin Rutz, finden wir das Fasten nur im katholischen Glauben?

Keineswegs, alle Weltreligionen kennen den Brauch des Fastens. Die Tradition des Fastens oder der Fastenzeit kennen wir zum Beispiel aus dem Islam mit dem Ramadan. Die Fastenzeit der Muslime ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. In dieser Zeit essen und trinken die Muslime erst nach Sonnenuntergang. Das Ende des Ramadans wird dann mit dem Fest des Fastenbrechens begangen.

Bezieht sich die Fastenzeit nur auf die Einschränkung beim Essen und Trinken?

Nein, es soll auch darum gehen, bewusster mit dem Leben umzugehen. Darunter ist nicht nur der Verzicht von übermässigem Essen und Trinken zu verstehen. Verzicht kann auch heissen, dass man etwa den Fernseh- oder Smartphone-Konsum einschränkt. Die Fastenzeit bedeutet aber auch Solidarität mit anderen Menschen zeigen, denen es weniger gut geht. Ich erlebe die Fastenzeit bewusst als Vorbereitung auf Ostern. Zusammen mit der christlichen Gemeinschaft möchte ich mich auf das Osterfest einstimmen. Im biblischen Sinn hat Fasten sehr viel mit sozialer Gerechtigkeit zu tun. Darum organi- sieren wir in der Vorosterzeit verschiedene Anlässe, deren Reinerlös anderen Menschen zugutekommt.

Warum wird während 40 Tagen gefastet?

Die Fastenzeit wird von den 40 Tagen, in denen Jesus Christus in der Wüste gefastet hat, abgeleitet. Die Zahl 40 als Symbolzahl finden wir auch beim Volk Israel, das 40 Jahre unterwegs war, bis es im Gelobten Land ankam. Im Übrigen dauert die Zeit von Aschermittwoch bis zum Karsamstag mehr als 40 Tage. Zählt man aber die fünf Fastensonntage und den Palmsonntag ab, sind es genau 40 Tage. Gefastet wird an den Sonntagen nicht.

Wird die Fastenzeit in der katholischen Kirche auch symbolisch dargestellt?

Die Symbolik zeigt sich in der liturgischen Farbe Violett für diese Zeit der Besinnung und der Umkehr. Gemeinsame Mahlzeiten wie an Suppentagen, Versöhnungsfeiern und Feste wie Palmsonntag oder Gründonnerstag stellen ebenfalls wertvolle Aspekte des christlichen Lebens symbolisch dar. Themen werden bewusst gewählt, um die Solidarität mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen zum Beispiel wegen der Kriege, Krankheiten oder schlechter Arbeitsbedingungen auszudrücken.

Fasten Sie selber auch während der Fastenzeit?

Als Pfarrer sind mir keine anderen Auflagen als allen Christen und Christinnen betreffend des Fastens gegeben. Die bei uns gebotenen Fasten- und Abstinenztage sind Aschermittwoch und Karfreitag. Hier sollte man lediglich eine volle Mahlzeit zu sich nehmen. Darüber hinaus sollte man an beiden Tagen auf den Verzehr von Fleisch verzichten.

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@

toggenburgmedien.ch

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