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TOGGENBURG: Erholung nach dem ersten Schock

Auch die Toggenburger Industrie spürte den Frankenschock vom Januar 2015 stark. Seither hat aber eine gewisse Erholung eingesetzt. Das zeigt eine kleine Umfrage bei verschiedenen Firmen.
Martin Knoepfel
Im «Frankenschock» vom 15. Januar 2015 legte der Franken gegenüber dem Euro schlagartig an Wert zu, weil die Nationalbank den Kurs von 1,20 Franken/Euro nicht mehr verteidigte. (Bild: Anina Rütsche (22. Januar 2015))

Im «Frankenschock» vom 15. Januar 2015 legte der Franken gegenüber dem Euro schlagartig an Wert zu, weil die Nationalbank den Kurs von 1,20 Franken/Euro nicht mehr verteidigte. (Bild: Anina Rütsche (22. Januar 2015))

Den 15. Januar 2015 vergisst so rasch keiner, der in der Exportindustrie in führender Stellung tätig ist. Die Nationalbank gab an diesem Morgen bekannt, dass sie den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro nicht mehr länger verteidigen wird. Der Euro fiel innert Minuten auf 85 Rappen und erholte sich bis am Abend auf einen Franken.

Zwei Jahre lang schwankte der Kurs des Euro zwischen 1,02 und 1,07 Franken, ehe der Euro seit einem knappen Jahr auf einen steigenden Pfad einschwenkte. Das «Toggenburger Tagblatt» fragte deshalb exportorientierte Firmen aus der Region, wie sie die Zeit seit dem 15. Januar 2015 überstanden haben.

Die Auftragsbücher sind wieder voll

Die Alder + Eisenhut AG (Ebnat-Kappel) produziert und verkauft Geräte für den Schul- und Vereinssport. Die Fritz Schiess AG (Lichtensteig) ist im Bereich des Feinschneidens tätig. Die Turbo Separator AG aus Wattwil fertigt Turbo-Zentrifugen, welche verschmutzte Industrieflüssigkeiten reinigen und aufbereiten. Die Bütschwiler Egli AG fertigt Maschinen und ganze Anlagen für die Herstellung von Butter und Margarine.

Philippe Schiess ist Mitglied der Geschäftsleitung der Fritz Schiess AG. Dass der Euro in letzter Zeit stärker geworden ist, sei der Firma entgegengekommen, sagt er, wobei dadurch auch das Rohmaterial wieder teurer geworden sei. Mit dem Frankenschock habe die Firma rasch Aufträge verloren, bei denen sie Zweitlieferant gewesen sei. Nach dem Frankenschock habe die Fritz Schiess AG investiert, um die Produktivität zu steigern, sagt Philippe Schiess. Und die Früchte dieser Anstrengungen können offenbar jetzt geerntet werden. Seit dem letzten Herbst sieht die Lage laut Philippe Schiess deutlich besser aus. Die Auftragsbücher seien momentan voll, und man komme fast nicht mehr nach mit Produzieren, sagt er und l ässt durchblicken, dass dieses Problem ihm ganz gelegen kommt.

Sehr hoher Anteil der Exporte

Man habe sich auf den tieferen Kurs eingestellt und Lösungen gefunden, sagt Rudenz Egli , Präsident der Egli AG. Die Firma exportiert fast die ganze Produktion. Einige Arbeiten seien ausgelagert worden. Zudem habe sich das Unternehmen an einer litauischen Firma beteiligt.

Die Egli AG habe schon vor dem Frankenschock im Euroraum eingekauft und rechne mit Lieferanten viele Aufträge in Euro ab, um das Währungsrisiko zu senken, sagt Rudenz Egli. Dank mehr Aufträgen sei der Personalbestand heute wieder gleich wie vor dem Frankenschock. Ob man durch den Frankenschock dauerhaft Aufträge verloren habe, lässt sich gemäss Rudenz Egli nicht so einfach sagen, weil man in dieser Branche nach einer Bestellung ohnehin einige Zeit warten muss, bis man dem Kunden eine neue Anlage verkaufen kann.

Mit China wird in Franken abgerechnet

«Der Absturz im Sommer 2015 war brutal», räumt Ruedi Bannwart, Geschäftsführer und Besitzer der Turbo Separator AG, ein. Es habe allerdings auch verständnisvolle Kunden gegeben, bei denen man höhere Preise habe vereinbaren können. 2016 habe die Firma zwar einen Verlust geschrieben, sei aber nicht in der Existenz bedroht gewesen. Das letzte Jahr sei teilweise sehr gut verlaufen, betont Ruedi Bannwart.

In den letzten beiden Jahren habe die Turbo Separator das China-Geschäft verstärkt. Mit der chinesischen Tochtergesellschaft werde in Franken abgerechnet. 2017 sei ein grosser Auftrag aus China gekommen, und das Verhältnis des Renminbi-Yuan zum Franken sei kein Problem, sagt Ruedi Bannwart. Bei den Kunden, die man nach dem Januar 2015 verloren habe, sei vielleicht nicht nur die Währungsentwicklung ausschlaggebend gewesen, sondern auch sonst etwas schief gelaufen.

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