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TOGGENBURG: Die Saison begann gut, dann wurde es schwierig

Die kleineren Skigebiete im Toggenburg verzeichneten mehrheitlich keinen guten Winter. Der Wärmeeinbruch Ende Dezember 2017 wirkte sich wegen der geringen Höhenlage der meisten Skilifte negativ aus.
Martin Knoepfel
Die kleinen Skilifte in der Ostschweiz, hier eine Anlage in Degersheim, kämpfen ums Überleben. (Bild: Claudio Heller)

Die kleinen Skilifte in der Ostschweiz, hier eine Anlage in Degersheim, kämpfen ums Überleben. (Bild: Claudio Heller)

Für die Betreiber der tiefer gelegenen Skigebiete hielt der Winter eine emotionale Achterbahnfahrt bereit. Früher und reichlicher Schneefall im Dezember bot Grund zur Hoffnung auf eine guten Saison. Ende Dezember kam allerdings ein Warmlufteinbruch, der vielerorts den Schnee wegschwemmte. Im Februar war es zeitweise wiederum sehr kalt, aber davon konnten nicht alle Gebiete profitieren, denn dieses Jahr lag die Schneefallgrenze oft bei 1000 Metern.

Wo man heute und morgen noch skifahren kann

Die meisten Vertreter der kleinen Toggenburger Skigebiete können noch nicht sagen, ob «ihr» Skilift die Wintersaison mit einem Gewinn oder einem Verlust abgeschlossen hat. Die meisten sprechen von einem bestenfalls durchschnittlichen Winter. Allerdings kann man von dieser Tatsache nicht einfach auf rote Zahlen in der Jahresrechnung schliessen.

Beim Familienskilift Tanzboden ist morgen Sonntag Saisonschluss. Beim Skilift Hemberg schauen die Betreiber, ob sie den Tellerlift am Wochenende nochmals laufen lassen. Auf der Wolzenalp findet heute Samstag der beliebte Splash-Contest statt. Morgen Sonntag laufen die Anlagen ebenfalls. Die Betreiber entscheiden von Woche zu Woche, ob es nach Mitte März noch Wochenendbetrieb geben wird. Die anderen im Artikel erwähnten Skigebiete haben die Saison bereits beendet.


Beliebt auch bei Kindern aus der Umgebung

Der Skilift Krinau verzeichnete einen frühen Saisonbeginn am 9. Dezember. Bis zum 2. Januar lief es gut, dann musste der Betrieb wegen Schneemangels eingestellt werden. Zwischen Mitte Februar und dem 3. März gab es noch einige Betriebstage. In den Sportferien konnte der Skilift Krinau hingegen nicht fahren. Insgesamt ergab das sechs Abende und 19 Nachmittage, an denen der Skilift fuhr. Das antwortet Willi Kummer auf eine Anfrage des «Toggenburger Tagblatts».

Der Skilift Krinau sei ausserhalb der Weihnachts- und der Sportferien nicht täglich in Betrieb, erklärt Willi Kummer. Betriebstage seien der Mittwochnachmittag, der Freitagabend, der Samstag (Nachmittag und Abend) sowie der Sonntagnachmittag.

Der Skilift sei nicht nur bei den Krinauer Kindern, sondern auch bei ihren Kameraden aus Wattwil und Lichtensteig sowie bei deren Eltern sehr beliebt. Der eigentliche Skiliftbetrieb ist laut Willi Kummer wegen der Kosten für den Unterhalt und die Prüfung der Anlagen defizitär. Das, obwohl die Mitarbeiter unentgeltlich tätig sind.


Betrieb vor allem im Monat Dezember

Von einer trotz frühem Schneefall unterdurchschnittlichen Saison spricht auch Jakob Looser, Betriebsleiter des Skilifts Oberhelfenschwil. Der Skilift sei in diesem Winter an rund 20 Tagen im Betrieb gewesen. Fast alle Betriebstage seien im Dezember angefallen. «Als es kalt wurde, lag zu wenig Schnee, um den Skilift fahren zu lassen.» In Oberhel-fenschwil gibt es keine künstliche Beschneiung. Trotz den wenigen Betriebstagen geht Jakob Looser davon aus, dass sich die laufenden Kosten decken lassen. «Der Skilift hat keine Festangestellten. Wenn der Skilift in Betrieb ist, arbeiten die Aktionäre gratis am Wochenende.»

«Die Saison hat gut begonnen, aber trotz grossen Schneemengen abrupt geendet», sagt auch Hans Brunner. Er betreibt den Skilift Hörnli im Bächli, Schönengrund, wobei das eher ein Hobby ist. Der Skilift habe vor Neujahr den Betrieb einstellen müssen und dieses Jahr keinen Betriebstag gehabt. Trotzdem fielen Kosten für Revisionen und Landentschädigungen an. «Es macht Spass, wenn die Kinder Freude haben». So benennt Hans Brunner als Motivation für sein Engagement. Für die Besitzer der Jahreskarten organisierte er wegen des frühen Betriebsschlusses Vergünstigungen am Pizol.


«Sehr gut gelaufen für unsere Höhe»

«Es ist sehr gut gelaufen für unsere Höhe. Wir hatten fast 60 Betriebstage und zudem schöne Wochenenden. Das ist super für unsere Region», antwortet Felix Näf. Er ist Verwaltungspräsident des Skilifts Hemberg. Man habe die Anlagen fast den ganzen Dezember über betreiben können. Einziger Wermutstropfen sei ein Stillstand während der Sportferien gewesen. Der Grund war Schneemangel. Ob in der Rechnung ein Gewinn resultiert, kann Felix Näf noch nicht sagen.

Auch Theo Mesmer, technischer Leiter des Skilifts Hamberg in Gähwil weiss noch nicht, ob die Zahlen rot oder schwarz sind. Gähwil verbucht eine eher kurze Saison. «Etwa eine Woche vor Weihnachten. Wir liegen halt zu wenig hoch», sagt Theo Mesmer. Wenn die Finanzierung gelingt, will der Skilift im Hinblick auf die nächste Wintersaison einen «Zauberteppich» anschaffen, damit wieder vermehrt Familien mit Kindern kommen.

Sechs Betriebstage im Dezember nennt Martin Bollhalder. Der Verwaltungsratspräsident des Skilifts Hochwacht, Mosnang, geht davon aus, dass eine ausgeglichene Rechnung 14 Betriebstage erfordert. Als es im Februar kalt war, lag zu wenig Schnee für den Skibetrieb. «Mosnang hat einen steilen Hang», sagt Martin Bollhalder. Beim Skilift wurden in den letzten Jahren die Rollenbatterien erneuert. Die letzte Etappe des Projekts ist abgeschlossen. Es wird laut Martin Bollhalder rissgeprüfte, neue und wartungsfreie Lager geben, was den Betrieb erleichtert.

Der Nesslauer Rolf Hager, Verwaltungsratspräsident der Sportbahn Krummenau-Wolzenalp AG, spricht von einem sehr guten Start in die Skisaison und von sehr guten Weihnachts- und Neujahrstagen. Danach sei das Wetter ungünstig gewesen. An den Wochenenden habe fast ausschliesslich schlechtes Wetter geherrscht, was für Gebiete, die auf Tagestouristen aus dem Unterland angewiesen sind, ein Handicap ist. Die Wintersaison war laut Rolf Hager nicht ganz schlecht. Der Verwaltungsratspräsident der Sportbahn Krummenau-Wolzenalp AG sieht aber auch keinen Grund zur Euphorie.

Die Talabfahrt erfolgt auf eigenes Risiko

Wir hatten eine lange Saison. Wir nahmen den Betrieb am 2. Dezember 2017 auf und fahren seither ohne Betriebsunterbruch bis morgen Sonntag. Wir kommen damit auf 70 Betriebstage. In der Saison 2016/2017 waren es 29 Tage.» Das sagt Martin Frei, Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft Familienskilift Tanzboden. Er rühmt die konstant guten Schneeverhältnisse und freut sich über die vielen Skifahrer, die das Nachtangebot genutzt haben.

Genaue Zahlen kann Martin Frei noch nicht nennen, er geht aber davon aus, dass die Rechnung nicht schlecht aussieht, obwohl das Gebiet im Februar oft im Nebel lag. Und das schlägt sich in den Frequenzen nieder. «Heute kommen der Gast nur, wenn die Verhältnisse sensationell sind.» In diesem Winter hat das Skigebiet die alle drei Jahre fällige Pistenkontrollprüfung absolviert und bestanden. Damit ist die Wolzenalp wieder durch den Seilbahnverband zertifiziert.

Einen Wermutstropfen» gibt es aber laut Martin Frei. Ein neuer Kontrolleur verlangte, dass die Talabfahrt nach den heutigen Vorschriften signalisiert werde, wenn man sie weiterhin unterhalten wolle. Das ist laut dem Genossenschaftspräsidenten zu teuer, weshalb die Talabfahrt von Dicken nach Ebnat-Kappel nicht mehr markiert und kontrolliert wird. Neu fährt um 16.30 Uhr ein Gratis-Skibus ins Tal, der laut Martin Frei bei den Skifahrern sehr beliebt ist. (mkn)

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