TOGGENBURG: Da waren's nur noch acht

Bütschwil-Ganterschwil, Kirchberg, Lütisburg und Wattwil müssen ihre Bauzonen nicht reduzieren. Eventuell kommt auch Ebnat-Kappel um eine Verkleinerung der Bauzonen herum.

Martin Knoepfel
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Wattwil wird entgegen früheren Berechnungen keine Bauzonen verlieren. Ebnat-Kappel (links) könnte folgen. (Bild: Peter Mäder (22. September 2017))

Wattwil wird entgegen früheren Berechnungen keine Bauzonen verlieren. Ebnat-Kappel (links) könnte folgen. (Bild: Peter Mäder (22. September 2017))

Zuerst sollten zehn der zwölf Toggenburger Gemeinden – alle ausser Kirchberg und Lütisburg – die Bauzonen verkleinern. Das wegen der Revision des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes und der Überarbeitung des kantonalen Richtplans (siehe Zusatz). Später waren es nur noch neun. Zum Duo gesellte sich ­Bütschwil-Ganterschwil, das ebenfalls von Auszonungen verschont bleiben wird. Dies wegen des Bevölkerungswachstums.

Neue Lage für Wattwil und Ebnat-Kappel?

Nun fällt eine vierte Gemeinde neu in diese Kategorie: Wattwil. Dies, seit das kantonale Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg) neu gerechnet hat. Der Informationsbeauftragte von Wattwil, Marc Bohnenblust, und der Leiter des Areg, Ueli Strauss, bestätigen das auf Anfrage des «Toggenburger Tagblatts». Im Rahmen der nötigen Überarbeitung des Zonenplanes werde die Gemeinde die unbebauten Areale auf deren Eignung überprüfen, hielt Marc Bohnenblust sodann fest.

2018 tritt eventuell die Gemeinde Nummer 5 dem Club bei: Gemeindepräsident Christian Spoerlé ist optimistisch, dass Ebnat-Kappel wegen der heutigen Situation und der geplanten ­Bauten Ende 2018 um die Verringerung der Bauzonen herumkommt.

Obertoggenburg und Neckertal stark betroffen

Wildhaus-Alt St. Johann ist von allen Toggenburger Gemeinden am stärksten von den Auszonungen betroffen, zumindest, wenn man nach den absoluten Zahlen geht. Das Ziel sei ein Wert von 13 Hektaren, hielt Gemeindepräsident Rolf Züllig gegenüber dem «Toggenburger Tagblatt» fest. «Grundstücke in allen Dörfern der Gemeinde werden betroffen sein.» Nesslau muss nach Auskunft von Kilian Looser etwas weniger, acht Hektaren, auszonen. Der Gemeindepräsident von Nesslau rechnet damit, dass alles nicht überbaute Bauland betroffen sein wird, die Baulücken ausgenommen.

Die Neckertaler Gemeindepräsidentin Vreni Wild geht davon aus, dass «ihre» Gemeinde rund sechs Hektaren Land wird auszonen müssen. «Die Auszonungsgebiete sind im Wesentlichen die gleichen wie bei der ersten Auflage des Zonenplans im Mai 2016.»

Der Kanton gehe bei Oberhelfenschwil von Auszonungen im Umfang von 2,8 Hektaren aus. Wo die Auszonungen angestrebt würden, werde bei der Revision des Zonenplans definiert, antwortete Gemeindepräsident Toni Hässig. Vor drei Jahren hatte er gegenüber dieser Zeitung durchblicken lassen, dass nicht überbaute Grundstücke in den Weilern eher für eine Auszonung in Frage kämen als ihre Pendants im Kern des Dorfes.

Lichtensteig muss nach Auskunft von Stadtpräsident Mathias Müller rund 2,1 Hektaren auszonen. Welche Grundstücke betroffen sind, wird im Rahmen der Gesamtüberarbeitung des Zonenplans entschieden. Zuerst werde die Fachhochschule Liechtenstein die Grundlagen erarbeiten, schrieb der Stadtpräsident dem «Toggenburger Tagblatt».

Laut Christian Gertsch muss Hemberg auf 1,7 Hektaren Bauland verzichten. Das könne man dem neuesten Gemeindeporträt des kantonalen Amts für Raumentwicklung entnehmen. «Grundsätzlich sind alle offenen unbebauten Zonenflächen betroffen, ausser teilweise diejenigen innerhalb der Kernzone», hält der Gemeindepräsident fest. Mosnang wird rund 1,1 Hektaren opfern müssen. Das war von Gemeindepräsident Renato Truniger zu erfahren. Welche Grundstücke betroffen seien, stehe noch nicht fest.

Gut 42 Hektaren im ganzen Kanton

Gesamthaft müssen also im Toggenburg nach den aktuellen Berechnungen 34,7 Hektaren Bauland ausgezont werden. Im ganzen Kanton sind nach den neuesten Berechnungen des Areg elf Gemeinden betroffen, die 42,1 Hektaren Bauzonen verlieren. Das bedeutet, dass rund 82 Prozent des Baulandes, das im ganzen Kanton ausgezont wird, im Toggenburg liegt. Ausserhalb des Toggenburgs sind noch die Gemeinden Flums, Gams und Pfäfers von den Auszonungen betroffen. Sennwald ist gleich wie Wattwil in der neuesten Berechnung des Areg aus der Gruppe der Auszonungsgemeinden herausgefallen.