TOGGENBURG: Am wichtigsten ist für alle der Halbstundentakt

Dass der Kanton günstigere Alternativen zum Halbstundentakt der Bahn ins Obertoggenburg prüft, stösst auf viel Verständnis. Das zeigt eine Umfrage unter Gemeinde- und Tourismusvertretern im Obertoggenburg. Das heutige Angebot wird als durchaus brauchbar beurteilt.

Martin Knoepfel
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Ein Postauto fährt in Wattwil in Richtung Buchs ab. (Bild: Martin Knoepfel)

Ein Postauto fährt in Wattwil in Richtung Buchs ab. (Bild: Martin Knoepfel)

TOGGENBURG. Der Kanton prüft Alternativen zum geplanten Halbstundentakt der Bahn zwischen Wattwil und Nesslau-Neu St. Johann. Das teilte das Volkswirtschaftsdepartement Ende Juni mit. Im Herbst sollen die Ergebnisse der Studie vorliegen. Unbestritten sei, dass das Obertoggenburg weiterhin im Halbstundentakt erschlossen werden solle, heisst es.

Der Grund für die Prüfung von Alternativen sind offenbar die Mehrkosten von rund einer Million Franken pro Jahr im Vergleich zur heutigen Lösung (alternierend Bahn und Bus). Zahlen müssen das der Kanton und die Gemeinden. Was sagen nun die betroffenen Gemeinden und die Tourismusfachleute zu den Absichten des Kantons?

Tiefere Kosten positiv gewertet

Aus Sicht der Touristiker sei es am wichtigsten, dass der Halbstundentakt erhalten bleibe. Das sagt Sonja Fuchs, Leiterin Marketing und Co-Geschäftsführerin von Toggenburg Tourismus.

Daniel Blatter, Geschäftsführer von Toggenburg.ch, kann mit dem heutigen Konzept leben. Ob der Halbstundentakt der Bahn komme, müssten die betroffenen Gemeinden entscheiden. Der Bus sei klar günstiger, und wenn man jährlich eine Million Franken sparen könne, sei das positiv, sagt er. Für das Obertoggenburg sei es angenehmer, wenn man als Fahrgast nicht in Nesslau umsteigen müsse, sagt Blatter. Er weist darauf hin, dass mehr Gäste von Wattwil als von Buchs her mit dem öffentlichen Verkehr ins Obertoggenburg reisen. Zudem fordert er schlanke Anschlüsse Bahn-Bus in Nesslau, sowohl ins Obertoggenburg als auch auf die Schwägalp. So 5 bis 7 Minuten Umsteigezeit, präzisiert er auf eine entsprechende Nachfrage.

Ebnat-Kappel habe mit dem Bus Lichtensteig–Wattwil–Ebnat-Kappel schon den Halbstundentakt nach Wattwil, sagt Gemeindepräsident Christian Spoerlé. Für die Obertoggenburger Gemeinden sei der Halbstundentakt der Bahn wichtiger als für Ebnat-Kappel, da Ebnat-Kappel mehr in Richtung Wattwil orientiert sei, sagt Christian Spoerlé. Er hofft, dass das realisiert wird, was einst versprochen wurde.

Für schlankere Anschlüsse

Bei der Gemeinde Nesslau war zu erfahren, dass der Erhalt des Halbstundentakts oberste Priorität hat. Der Gemeinderat habe Verständnis dafür, dass der Kanton aus finanziellen Gründen die erwähnte Studie durchführe, hiess es weiter. Wichtig ist für den Gemeinderat von Nesslau auch, dass die Anschlüsse in Richtung Obertoggenburg besser werden. (Heute ist die Umsteigezeit Bahn-Bus in Nesslau 14 Minuten in Richtung Wildhaus und 15 Minuten in der Gegenrichtung.) Aus der Sicht der Gemeinde ist der alternierende Betrieb Bahn-Bus zwischen Nesslau und Wattwil ein annehmbares Angebot.

Der Gemeinderat Wattwil wartet laut Alois Gunzenreiner die Studie ab und wird die allfälligen Vorschläge beurteilen. Er könne deshalb noch nicht mehr sagen, antwortete der Wattwiler Gemeindepräsident. Gemeindepräsident Rolf Züllig (Wildhaus-Alt St. Johann) war gestern ferienhalber nicht erreichbar.