Tisch decken oder sich sexy verkaufen?

Miss Ostschweiz – Posieren für Autogrammkarten Ausgabe vom 24. Februar 2014

Regula Lehmann, Wiesen 3281, 9100 Herisau
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Miss-Ostschweiz-Kandidatinnen müssen kreativ und korrekt einen Tisch decken können, um sich für den Final zu qualifizieren. Etwas mehr Kreativität und Korrektheit dürfte man demzufolge auch bezüglich Autogrammkarten erwarten. Wer stellt sich schon in der Unterwäsche aufreizend in Positur, wenn es darum geht, den eigenen Wert und persönliche Qualitäten festzuhalten? Was uns hier auf der letzten Seite unserer Zeitung präsentiert wird, ist meines Erachtens nicht nur unkreativ und sexistisch, sondern auch geschmacklos. Wenn ich aufreizende Frauen studieren wollte, würde ich den «Blick» abonnieren – nicht die «Appenzeller Zeitung». Wollen wir diese Art von Selbstdarstellung wirklich unterstützen? Wo sind die emanzipierten Frauen geblieben, die sich gegen die Vermarktung von Weiblichkeit und Sexualität wehren? Wer Miss Ostschweiz werden will, sollte meiner Meinung nach nicht nackte Haut, sondern ein gesundes Selbstbewusstsein und Köpfchen zeigen. Weniger wäre definitiv zu wenig. Oder etwa nicht?

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