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Tierischer Urlaub will geplant sein

TOGGENBURG. Wenn Tierbesitzer in den Urlaub starten, wollen sie ihre Lieblinge in guten Händen wissen. Doch gilt es zuvor einiges zu beachten, bevor man Hund, Katz und Maus in ein Tierheim oder eine Tierpension in den Urlaub schickt.
Nadine Rydzyk
Evi Geisselhardt hat in ihrer Tierpension in Lichtensteig ein grosses Paradies für Katzen geschaffen. (Bild: Thomas Geissler)

Evi Geisselhardt hat in ihrer Tierpension in Lichtensteig ein grosses Paradies für Katzen geschaffen. (Bild: Thomas Geissler)

TOGGENBURG. Das Tierheim Nesslau bietet Ferienplätze für bis zu 25 Hunde und 30 Katzen, die hier gleichzeitig den tierischen Urlaub verbringen können. Auch Nagetiere werden in der Ferienzeit versorgt, allerdings nur in Käfighaltung. Im Juli und August herrscht hier deshalb Hochkonjunktur. «Dann könnte ich zwei oder drei Tierheime füllen», berichtet Tierheimleiterin Dolores Marbot. Für sie und ihr Team bedeutet dies aber auch einen deutlich grösseren Arbeitsaufwand. Zu dieser Zeit geht entsprechend kein Mitarbeitender des Tierheims selbst in Urlaub. «Das sind für uns die strengsten Monate im Jahr», erzählt Dolores Marbot. Doch dies nimmt man gerne in Kauf, denn: «Die Ferien-tiere bringen das Geld, um die herrenlosen Tiere versorgen zu können», fasst sie zusammen.

Planung und Probe erforderlich

Anders als in vielen privaten Tierpensionen und anderen Tierheimen nimmt man in Nesslau auch nicht kastrierte Rüden als Feriengast auf. Auch wenn diese zumeist einzeln gehalten werden müssen und einen höheren Aufwand bedeuten. Ansonsten sollten die Hunde geimpft, entwurmt und gegen andere Parasiten behandelt sein. Ähnliches gilt für Katzen. Diese sollten kastriert sein und über die kombinierte Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen verfügen. Doch auch hier gibt es Ausnahmen von der Regel: «Wir haben in diesem Jahr auch einen unkastrierten Zuchtkater da, der dann entsprechend einzeln gehalten werden muss», erklärt Dolores Marbot.

In der Hundepension von Ursi Meili, in der die Tierheimbetreuerin insgesamt zwölf Hunde gleichzeitig aufnehmen kann, können unkastrierte Rüden oder gar läufige Hündinnen die Ferienzeit verbringen. Dies ist durchaus nicht selbstverständlich, weil es einen grösseren Koordinations- und Platzbedarf erfordert. Doch profitiert Ursi Meili hier nicht nur vom Umschwung und den räumlichen Verhältnissen in ihrem Haus in Bächli, sondern auch von ihrer Erfahrung im Umgang mit vielen Hunden. Sie selbst hat nicht weniger als sieben weisse Schäferhunde, welche sie auch züchtet, sowie einen Australian Shepherd. «Dieser war tatsächlich als Ferienhund bei uns, aber wir haben ihn dann übernommen, weil seine Besitzer mit diesem doch sehr dynamischen Tier überfordert waren und einen neuen Platz für es suchten», erzählt Ursi Meili. Dies allerdings ist eine Ausnahme.

In den mittlerweile sieben Jahren, in denen sie ihre Hundepension führt, hatte sie nur äusserst selten Tiere, die sie nicht als Gast aufnehmen konnte, da diese eine 1-zu-1-Betreuung brauchten, wie sie erzählt. Um festzustellen, ob ein Tier in der Gesellschaft so vieler anderer Hunde auskommt, ist deshalb auch ein Probetag in der Pension obligatorisch. «Die meisten Hunde sind aber mittlerweile Stammgäste», erzählt Ursi Meili. Und ganz generell fällt zumeist den Haltern der Abschied auf Zeit schwerer als den Tieren.

Auch im Tierheim Nesslau sind viele der Ferientiere regelmässige und bekannte Gäste in der Urlaubszeit. Für Tiere, die das erste Mal in den Tierheimurlaub geschickt werden, empfiehlt auch Dolores Marbot, diese vorher zur Probe abzugeben, damit das Tier sich schon einmal akklimatisieren und der Umgang, sowie vor allem auch die besondere Situation mit vielen Artgenossen getestet werden kann. Diese Probezeit kann von einem halben Tag bis zu einem Tag und einer Übernachtung reichen. Generell ist es wichtig, den Urlaub auch in dieser Hinsicht frühzeitig zu planen. Denn aufgrund des grossen Andrangs bei beschränktem Platz können nur die «Frühbucher» berücksichtigt werden. «Zu diesem Zeitpunkt im Jahr erteile ich eigentlich nur noch Absagen», erläutert Dolores Marbot.

Kein Stress für die Tiere

Die Kastration ist wiederum eine Grundvoraussetzung für einen Ferienaufenthalt in der Tierpension Sunneberg von Evi Geisselhardt in Lichtensteig. Sowohl die hier beurlaubten Hunde als auch Katzen müssen zudem geimpft, getestet entwurmt und entfloht sein, bevor sie aufgenommen werden. Nicht weniger als 150 m² stehen bei ihr allein den Katzen zur Verfügung. Liebevoll eingerichtet, werden den Tieren unzählige Spiel-, Kratz- und Schlafmöglichkeiten geboten. Bis zu 40 Katzen können auf diese Weise gleichzeitig stressfrei miteinander leben. «Wichtiger als die reine Fläche ist, dass die Katzen sich nicht anschauen müssen» beschreibt Evi Geisselhardt, dass die Tiere Rückzugsmöglichkeiten ohne Sichtkontakt zu den Artgenossen benötigen. «Dann gibt es keinen Ärger und keinen Stress, und alle kommen gut miteinander aus.»

Zusätzlich zur Katzenpension bietet Evi Geisselhardt auch auf insgesamt 550 m² Platz für Hunde. Neben den eigenen sieben Hunden und solchen, die einen neuen Besitzer suchen, sind bei ihr auch Ferienhunde untergebracht. Für diese gilt ebenfalls, dass sie einen Probetag absolvieren müssen. Aber auch Nagetiere und Vögel finden hier einen Ferienplatz oder werden dauerhaft von Evi Geisselhardt zur Weitervermittlung aufgenommen. So warten derzeit beispielsweise herzige junge Meerschweinchen und Wellensittiche, aber auch Katzen und Hunde auf ein neues Zuhause.

Doch egal, welches Tier – eines ist sicher: «Man muss Tiere mögen, denn es geht nicht nur ums Streicheln, sondern gibt auch viel Arbeit», berichtet Evi Geisselhardt aus ihrem Berufsalltag. Neben der Tierliebe an sich ist deshalb auch eine fundierte Ausbildung wichtig. Und diese kann Evi Geisselhardt vorweisen. Die Tierpflegerin mit eidgenössischem Fachausweis ist ebenso ausgebildete Tierpsychologin und Hundetrainerin. Bei ihr kann auch der Sachkundeausweis für Hundehalter erworben werden. Ängste, dass sich das eigene Haustier während der Ferien in ihrem Rudel oder Katzenparadies nicht wohl fühlen könnte, macht man sich da vergebens. Auf Wunsch oder wenn es nicht anders möglich ist, können die Ferientiere hier auch in Einzelhaltung untergebracht werden.

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