Tiefere Löhne als in St. Gallen

Nachdem in der vergangenen Woche die St. Galler Gemeindepräsidenten ihre Löhne offengelegt haben, ziehen die Ausserrhoder nun nach. Letztere verdienen im Vergleich weniger.

Arcangelo Balsamo
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Im Gemeindehaus Herisau ist der bestbezahlte Gemeindepräsident des Kantons Appenzell Ausserrhoden am Wirken. Er ist es auch, der die höchste Spesenpauschale erhält. (Bild: APZ)

Im Gemeindehaus Herisau ist der bestbezahlte Gemeindepräsident des Kantons Appenzell Ausserrhoden am Wirken. Er ist es auch, der die höchste Spesenpauschale erhält. (Bild: APZ)

Arcangelo Balsamo

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appenzellerzeitung.ch

Der Spitzenverdiener unter den 20 Gemeindepräsidenten im Kanton Appenzell Ausserrhoden kommt aus der Gemeinde mit den meisten Einwohnern. Renzo Andreani erhält für sein Amt ­ als Gemeindepräsident 189667 Franken im Jahr. Er ist einer von vier Gemeindepräsidenten, deren Amt ein Pensum von 100 Prozent erfordert. Die weiteren sind Gallus Pfister aus Heiden, der 150000 Franken bezieht, Peter Langenauer aus Speicher, der 159000 Franken verdient, und Reto Altherr aus Teufen, der einen Lohn von 162000 Franken erhält.

Am wenigsten Lohn wird Hans Brunner, dem Gemeindepräsidenten Schönengrunds, ausbezahlt. Er verdient 33000 Franken im Jahr. Er weist jedoch auch das kleinste Pensum aller Gemeindepräsidenten im Kanton aus. Dieses beträgt 25 Prozent. Wenn man seinen Lohn auf 100 Prozent hochrechnet, so ist er nicht der am schlechteste Bezahlte, sondern befindet sich im Mittelfeld auf der 13. Position. Auf 100 Prozent hochgerechnet geht der letzte Platz an Hansueli Reut­egger, den Gemeindepräsidenten von Schwellbrunn, der für sein 30- bis 50-Prozent-Pensum jährlich 34000 Franken erhält. Für ein hundertprozentiges Pensum würde er durchschnittlich gerechnet rund 97000 Franken beziehen. Das ist eine Differenz von rund 92500 Franken gegenüber dem Spitzenreiter aus Herisau, Renzo Andreani.

Auch bei den Spesen, die in den meisten Gemeinden als Pauschale verrechnet werden, hat der Herisauer Gemeindepräsident die Nase vorn und dies sogar deutlich. Renzo Andreani erhält mehr als doppelt so viel wie ­ die Zweitplatzierten Peter Lan­genauer aus Speicher und Siegfried Dörig aus Stein, denen beiden eine Pauschale von 7200 Franken zusteht. Schlusslichter bei den Gemeindepräsidenten, die eine Pauschale für Spesen erhalten, sind Andreas Gantenbein, Waldstatt und Margrit Müller, Hundwil. Ihnen wird eine Pauschale von 3600 Franken gewährt.

Zu den Spesen und dem Lohn kommen in den meisten Gemeinden noch Sitzungsgelder hinzu. Da jedoch nicht jeder Gemeindepräsident in gleich vielen Kommissionen wie seine Amtskollegen sitzt, kann die Anzahl Sitzungen und somit die Entschädigung dafür stark variieren. Entsprechend sind diese Zahlen schwer vergleichbar und deshalb nicht aufgeführt.

Wenn man die Zahlen mit den Löhnen der Gemeindepräsidenten des Kantons St. Gallen vergleicht, so liegen die Gehälter der Ausserrhoder darunter. Einen möglichen Erklärungsansatz liefert Inge Schmid, Gemeindepräsidentin von Bühler und Präsidentin der Gemeindepräsidienkonferenz AR. (s. unten) Der Unterschied zwischen den beiden Bestbezahlten in den Kantonen, Renzo Andreani und Thomas Scheitlin, dem Stadtpräsidenten St. Gallens, beläuft sich auf 73297 Franken. Der Unterschied existiert jedoch nicht nur bei den Topverdienern, denn keiner der St. Galler Gemeindepräsidenten würde, wenn man die Löhne auf ein 100 Prozent-Pensum hochrechnet, weniger als 132498 Franken verdienen. In Appenzell Ausserrhoden hingegen wären es 8 von 20 Gemeindepräsidenten. Bei den Pauschalspesen lässt sich eine geringere Differenz zwischen den Ausser­rhodern und den St. Gallern feststellen. In dieser Sparte wäre Renzo Andreani nämlich mit seinen 15000 Franken sogar im Kanton St. Gallen Spitzenreiter.