Tiefere Abwassermenge dank weniger Niederschlag

BÜTSCHWIL. Prägend beim Abwasserverband Bütschwil-Mosnang-Oberhelfenschwil war im vergangenen Jahr, dass weniger Abwasser die Anlage durchlief. Nebst der Tatsache, dass weniger Niederschläge verzeichnet worden sind, tragen die Bemühungen, Schmutz- und Meteorwasser zu trennen, positiv dazu bei.

Beatrice Bollhalder
Drucken
Teilen

«Im vergangenen Jahr hat sich der Vorstand erneut mit dem Projekt <Schlammvorentwässerung> befasst. Die Arbeiten konnten aber nicht mehr vor Jahresende abgeschlossen werden. Kürzlich konnte die Anlage nun aber in Betrieb genommen werden», erklärte Karl Brändle, Präsident des Abwasserverbandes Bütschwil-Mosnang-Oberhelfenschwil. An der jährlichen Versammlung im «Löwen» in Kengelbach konnte den Delegierten aber ein positiver Jahresabschluss präsentiert werden.

Rückgang der Abwassermenge

Mit 799 843 Kubikmeter Abwasser lag der Wert im vergangenen Jahr deutlich unter dem Wert des Vorjahres (951 023 m3). Obwohl der vergangene Sommer als nass und kühl in Erinnerung blieb, wurden weniger Niederschläge registriert. Damit sank die Abwassermenge, die biologische Belastung blieb aber praktisch gleich wie im Vorjahr. Eine Reduktion vermutet man darin, dass die Bemühungen, das Meteorwasser vom Schmutzwasser zu trennen, nun Früchte tragen. Die Abwasseranalysen haben teils kleine Verwerfungen ergeben, die aber allesamt innerhalb der Toleranz liegen. Damit gelten die Vorgaben des Amtes für Umweltschutz (AFU) als erfüllt. Die Auslastung der ARA Bütschwil liegt bei der hydraulischen Auslastung bei 82 und bei den biologischen Kennzahlen zwischen 75 und 93 Prozent. Der anfallende Frischschlamm wird vor Ort vergärt. Das gewonnene Klärgas wird mittels Blockheizkraftwerk (BHKW) zu Energie umgesetzt. Der gewonnene Strom wird ins Netz eingespeist. Die Wärme wird zum Aufheizen des Schlammes im Vorfaulraum und während der Wintermonate auch für die Gebäudeheizung eingesetzt. Das AFU untersucht den Klärschlamm jedes Jahr. Am Entnahmetag befand sich dieser in erwünschter Methanfaulung. Sowohl der AOX- als auch der Schwermetallgehalt lagen unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Der ausgefaulte Klärschlamm, in diesem Jahr lag die Menge mit 2675 Kubikmeter 65 Kubikmeter tiefer als im Vorjahr, wird zur Entwässerung der ARA Wattwil und zur anschliessenden Verbrennung dem ZAB in Bazenheid zugeführt. Im vergangenen Jahr konnte mehr Methangas und damit auch mehr Energie gewonnen werden. Dies mit der positiven Folge, dass der Heizölverbrauch heute nur noch 1000 Liter beträgt.

Abgabe pro Einwohner

Das Gewässerschutzgesetz und die Gewässerschutzverordnung wurden angepasst, um die Mikroverunreinigungen in die Gewässer verringern zu können. Die neuen Bestimmungen treten auf den 1. Januar 2016 in Kraft. Die Anlage in Bütschwil gehört nicht zu jenen, die mit den entsprechenden Filteranlagen ausgerüstet sein müssen. Jene Anlagen, die keine Massnahmen umsetzen müssen, sollen dafür Abgaben pro angeschlossenem Einwohner entrichten müssen. Dieser Beitrag beträgt neun Franken pro Person, das ergibt für den Abwasserverband Bütschwil-Mosnang-Oberhelfenschwil eine Abgabe von rund 65 000 Franken. Der Betrag soll nach der Anzahl Einwohner auf die beteiligten Gemeinden aufgeschlüsselt werden.

Gute Zusammenarbeit

Die laufende Rechnung der ARA schliesst mit Minderausgaben von rund 144 600 Franken ab. Bei den Anschaffungen sind die Kosten um rund 93 000 Franken tiefer ausgefallen als budgetiert. Auch der Posten Schlammbeseitigung ist nicht ausgeschöpft worden. Ein Teil der Kosten für die Anschaffung der Schlammentwässerungsanlage wird erst in der Rechnung 2015 verbucht. 82 000 Franken sind dafür budgetiert worden. 38 000 Franken sind für den baulichen und 60 000 Franken für den Unterhalt von Maschinen und Geräten ins Budget aufgenommen worden. Die Pumpstation Dietfurt wurde mit Minderkosten abgerechnet. Auch im laufenden Jahr sind nur die nötigsten Unterhaltsarbeiten geplant, denn mit der Umfahrung Bütschwil ist ein neues Pumpwerk an einem neuen Standort geplant.

Karl Brändle lobte die gute Zusammenarbeit mit der ARA Wattwil. Nicht nur die Stellvertretung, auch die Ferienablösung des Betriebsleiters Roman Brändle, der seine Aufgabe kompetent erledige, funktioniere einwandfrei, sagte der Präsident.

Aktuelle Nachrichten