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THURWERKE: Gegen die geplanten Windräder in Krinau formiert sich Widerstand

Die Thurwerke planen auf dem Älpli zwischen Krinau und Libingen den Bau von drei Windenergieanlagen. An der Informationsversammlung in Libingen kündigte sich Widerstand an.
Urs M. Hemm
So sollen sich die drei Windräder in die Landschaft einfügen. Hier wird der Blick vom Auli in Krinau auf die geplanten Windenergieanlagen visualisiert. (Bild: Wega, Visualisierung)

So sollen sich die drei Windräder in die Landschaft einfügen. Hier wird der Blick vom Auli in Krinau auf die geplanten Windenergieanlagen visualisiert. (Bild: Wega, Visualisierung)

«Strom ist lebenswichtig», sagte Guido Kläger, Präsident der IG Libingen zur Begrüssung der Referenten und der rund 80 anwesenden Gäste in der Mehrzweckhalle in Libingen. «Wir haben uns in einer Abstimmung für den Atomausstieg entschieden und müssen nun darüber diskutieren, wie wir den Strom künftig bereitstellen können.»

Die Fragen beim geplanten Projekt sind, wie gross die Anlagen werden sollen und welche Konsequenzen dieses Vorhaben für die Dörfer Krinau und Libingen sowie für deren Bewohner hat. «Die IG Libingen nimmt zu diesem Projekt keine Position ein, um die Diskussion nicht zu beeinflussen. Wir werden aber ein Auge darauf halten und die Entwicklung genau beobachten», erläuterte Kläger.


Die Schweiz importiert 75 Prozent des Energiebedarfs

Thomas Grob, Thurwerke AG. (Bild: Urs M. Hemm)

Thomas Grob, Thurwerke AG. (Bild: Urs M. Hemm)

Als erster Redner übernahm Thomas Grob, Verwaltungsratspräsident der Thurwerke AG, das Mikrofon. «Die Energieversorgung der Schweiz ist zu 75 Prozent von Importen aus dem Ausland abhängig», sagte er. Die inländische Produktion generiere sich hauptsächlich aus Wasserkraft, Holz, Fotovoltaik und aus Windenergie. «Die Schweiz gibt dennoch pro Jahr 15 Milliarden für fossile Energieträger wie Heizöl, Benzin, Diesel und Gas aus.»

Mit der Energiestrategie 2050 werde ein Anteil aus Strom aus Windenergie von sieben Prozent angestrebt. Der Kanton St. Gallen soll rund 130 Gigawattstunden (GWh) dazu beitragen. Bevor jedoch gebaut und ein Beitrag geleistet werden könne, brauche es die Zustimmung der Grundeigentümer, des Kantons (Richtplanung) und der Gemeinde. «Wir wollen keine Verspargelung der Landschaft durch Windkraftanlagen. Lieber eine richtige Windkraftanlage als viele kleine.»


Sechs Prozent der Energieproduktion

Philipp Mattle, Emch+Berger AG (Bild: Urs M. Hemm)

Philipp Mattle, Emch+Berger AG (Bild: Urs M. Hemm)

Nach Thomas Grob erläuterte Philipp Mattle von Emch+Berger AG Details zum geplanten Projekt. «Wir haben über eine Periode Windmessungen vorgenommen, deren Resultate den Bau einer Windenergieanlage an den gezeigten Standorten rechtfertigen.» Mit dem Bau der drei Windräder könnten pro Jahr 15 bis 20 GWh Strom produziert werden, was etwa fünf bis sechs Prozent des Toggenburger Stromverbrauchs pro Jahr bedeute.

Wolle das Toggenburg seinen Beitrag leisten, sei die Windenergie die beste Möglichkeit, da die Produktion von Energie aus Wasserkraft in der Region kaum mehr möglich sei, da im Thurtal drei Projekte für den Bau von Kleinwasserkraftwerken sistiert wurden. Gemäss Mattle soll die Windenergieanlage − alles mit einberechnet − 20 bis 25 Millionen Franken kosten. Die Kosten beinhalten die Werke, sprich die Windräder, den Baugrund und die Baumassnahmen, welche beispielsweise für die Verbreitung von Strassen für den Aufbau notwendig sind. Die Verbreiterung der Strasse kann bestehen bleiben, mit Humus bedeckt, und für Wartungsarbeiten wieder freigelegt werden.


Bevölkerung soll sich aktiv beteiligen

Anton Felder, Wega Energiemanagement. (Bild: Urs M. Hemm)

Anton Felder, Wega Energiemanagement. (Bild: Urs M. Hemm)

Anton Felder, Wega Energie Management, ging auf die technischen Details des Projekts ein. «So sollen die für die Standorte geplanten Windräder eine Nabenhöhe von 132 Metern, inklusive Rotor von 136 Metern haben.» Ausgehend von diesen Vorgaben untersuchten sie den möglichen Schattenwurf der Windanlagen. «Wir haben all drei Standorte überprüft und die Richtlinie, dass der Schattenwurf 30 Minuten pro Tag nicht überschreiten darf, wird eingehalten», sagte Anton Felder. Dazu präsentierte er Grafiken, welche seine Aussagen diesbezüglich unterstrich.

Patrizia Egloff, Geschäftsführerin von Energietal Toggenburg, appellierte an die Bevölkerung, sich aktiv zu beteiligen. «Uns ist wichtig, dass wir miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Jeder Einwand kann eingebracht werden und darüber soll seriös gesprochen werden», sagte sie. Sie rief dazu auf, sich einer Arbeitsgruppe anzuschliessen, welche alle Fragen, Bedürfnisse und Ängste der Betroffenen erörtern soll.


Lärmbelastung als Anlass für Diskussionen

In der Fragerunde wurde insbesondere die Lärmbelastung, respektive der Infraschall angesprochen. Messungen hätten ergeben, dass die Lärmbelastung in einem fahrenden Auto fast doppelt so hoch sei, wie die Belastung durch eine Windenergieanlage. «Wir werden aber die Lärmbelastung jedes Anwohners überprüfen und dessen Anliegen ernst nehmen», versicherte Thomas Grob. Dennoch: Eine Gruppe Betroffener hat den Versprechungen keinen − oder nur in beschränktem Masse − Glauben geschenkt und die Gründung eines Komitees gegen den Bau des geplanten Windparks Älpli angekündigt. Die Gründung soll am 7. April, 20 Uhr, im Restaurant Rössli in Libingen stattfinden.

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