Thursanierung – zurück auf Feld eins

Werner Meile, Volkshausstrasse 28, 9630 Wattwil
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Vor rund einem Jahr wurde die erste Veranstaltung des sogenannten Beirats durchgeführt. Das Ziel des Kantons war es immer, die Anwesenden von der Notwendigkeit «ihres» eindeutig überrissenen Sanierungsprojektes zu überzeugen. Auch wenn ich anfänglich den einen oder anderen Ansatzpunkt des Projektes als sinnvoll erachtete, musste ich nach den Besprechungen vor Ort, wo den anstossenden Grundeigentümern aufgezeigt worden ist, welcher Landbedarf dieses Projekt benötigt, meine Meinung grundlegend revidieren.

Die Projektverantwortlichen haben zu viele Wünsche (von wem auch immer) im Projekt berücksichtigt, ohne sich rechtzeitig darüber Rechenschaft zu geben, wie viel Land dies braucht. Und wo soll das Land herkommen? Selbstverständlich von den Thuranstössern. Diese sind es ja, die der Thur das Land weggenommen haben. Begründet wird dies von den Kantonsvertretern, dass vor gut 100 Jahren der Thur nicht das Land «zugesprochen» worden ist, das ihr zugestanden wäre. Es wird völlig ausgeblendet, dass in den vergangenen 100 Jahren links und rechts der Thur (Bereich Ulisbach bis Flooz) das Land überbaut worden ist und das wohl verstanden mit dem Segen von Bund, Kanton und Gemeinde. Und jetzt kommen die gleichen Behörden und wollen rund sechs Hektaren Land den Anstössern wegnehmen.

Bei der Thursanierung geht es in erster Linie um die Verbesserung des Hochwasserschutzes. Deshalb verlange ich von den zuständigen Ämtern und Behörden, dass sie das Projekt so aufgleisen, dass unter Berücksichtigung der heutigen Gegebenheiten versucht wird, das Maximum an Durchflussmenge herauszuholen und dabei gar kein oder so wenig wie möglich privates Eigentum zu beanspruchen. Diesen Ansatz vermisse ich beim heutigen Projekt vollständig – man holt sich einfach das Land, das man braucht und erst noch mit der Begründung, dass öffentliches Interesse den privaten Interessen vorgeht. Ich verlange deshalb zurück auf Feld eins.

Werner Meile, Volkshausstrasse 28, 9630 Wattwil