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40'000 bis 50'000 Franken für Alternativangebote: Appenzeller Reisebüro leidet wegen Thomas Cook-Pleite

Mit den Auswirkungen der Thomas-Cook-Pleite haben Reisebüros der Region bis heute zu kämpfen. Auf dem Schaden bleiben viele sitzen.
Astrid Zysset
Für viele Kundinnen und Kunden, die dieses Jahr über Thomas Cook verreisten, war der Urlaub wenig entspannend. Bild: Fotolia

Für viele Kundinnen und Kunden, die dieses Jahr über Thomas Cook verreisten, war der Urlaub wenig entspannend. Bild: Fotolia

«Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen», sagt Marcel Gsell, Geschäftsführer des Reisebüros «Sunshine Reisen» in Waldstatt. Vor rund einem Monat wurde die Insolvenz des Tourismuskonzerns Thomas Cook Group bekannt. Thomas Cook-Gesellschaften in Deutschland und der Schweiz gerieten in den Strudel der Pleite des britischen Mutterkonzerns und liessen verlauten, dass alle Reisen bis zum Ende des Jahres gestrichen werden. Zahlreiche Urlauber waren an ihren Feriendestinationen gestrandet – oder konnten ihre Reise gar nicht erst antreten. Bei «Sunshine Reisen» waren 50 bis 60 Kundinnen und Kunden betroffen. «Nicht gerade wenig», seufzt Gsell. Der Jahresumsatz des Waldstätter Reisebüros mit seinen fünf Geschäftsstellen beträgt rund 14 Millionen Franken, wovon 450'000 Franken auf Thomas-Cook-Reisen entfallen.

Die Pleite hat ihre Spuren hinterlassen: 40'000 bis 50'000 Franken musste Gsell aufwenden, um Alternativangebote rauszusuchen, Touristen zurückzuholen oder auch um kurzfristig anderweitige Flugarrangements sicherzustellen, damit alle Reisen planmässig durchgeführt werden konnten. Geld, das der Geschäftsführer abgeschrieben hat, wie er sagt. Viele Betroffene dürften auf ihrem Schaden sitzen bleiben. Die Versicherungssumme beträgt laut Zurich Deutschland 110 Millionen Euro. Gemäss Schätzungen von Branchenkennern dürfte der Schaden aber bei weit mehr als einer Milliarde liegen.

Verhandlungen für dieses Jahr abgeschlossen

Marcel Gsell hat durch die Insolvenz auch einen erhöhten administrativen Aufwand. Jede Kundin und jeder Kunde muss persönlich beim Reisebüro seine Schadensmeldung aufgeben. Dieses reicht es dann beim Versicherungsunternehmen ein. «Noch sind wir damit nicht durch. Es zieht sich in die Länge, da einige noch in den Ferien sind», so Gsell. Immerhin: Alle Reisen, welche für dieses Jahr über Thomas Cook gebucht wurden, konnten umgebucht werden. Verhandlungen über diejenigen im kommenden Jahr seien am Laufen.

Obwohl der Tourismusgigant bekanntgegeben hatte, dass er 2020 wieder Reisen anbieten werde, glaubt Marcel Gsell nicht daran, dass dies auch tatsächlich klappen wird. Sicherheitshalber sucht er Alternativen für seine Kundschaft raus.

«Der Imageschaden ist einfach zu gross. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Thomas Cook jemals wieder erfolgreich Fuss fassen kann.»

Unabhängig des Reiseanbieters will Gsell künftig all seinen Kundinnen und Kunden den Abschluss einer Leistungsträgerinsolvenz- wie auch einer Airlineinsolvenzversicherung nahelegen.

Anderes Unternehmen nur marginal betroffen

Ein weiteres Reisebüro im Appenzellerland ist die Müllener Touristik AG mit Sitz in Herisau und Appenzell. Auf Anfrage hin gibt das Unternehmen bekannt, dass es nur marginal von der Thomas-Cook-Pleite betroffen war. Man habe den Kunden geholfen und mittlerweile habe sich die Situation beruhigt, sagt Geschäftsführer Martin Rechsteiner.

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