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THEMA DER WOCHE: Es bleiben Baustellen im ÖV-Konzept

Auf den ersten Blick bringt das ÖV-Konzept 2018 bis 2022 Appenzell Ausserrhoden einige Vorteile. Einen grossen Schub soll in den nächsten Jahren die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen auslösen. Damit wird der Viertelstundentakt von Trogen über St.Gallen nach Teufen eingeführt.
Jesko Calderara
Vorarbeiten zur Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen bei Ruckhalde und Gaiserbahnhof im Februar 2016. (Bild: Ralph Ribi)

Vorarbeiten zur Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen bei Ruckhalde und Gaiserbahnhof im Februar 2016. (Bild: Ralph Ribi)

Auf den ersten Blick bringt das ÖV-Konzept 2018 bis 2022 Appenzell Ausserrhoden einige Vorteile. Einen grossen Schub soll in den nächsten Jahren die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen auslösen. Damit wird der Viertelstundentakt von Trogen über St.Gallen nach Teufen eingeführt. Erwähnenswert sind auch die künftig kürzeren Wartezeiten für Pendler aus dem Appenzellerland am wichtigen Umsteigeort Gossau.

Dieser Ausbau ist nicht gratis zu haben. Schätzungsweise bis zu zwei Millionen Franken mehr müssen die Gemeinden und der Kanton jährlich von den ungedeckten Kosten tragen. Allein deshalb wäre es nicht mehr als recht, wenn nebst den Steuerzahlern auch die ÖV-Nutzer ihren Teil in Form höherer Billettpreise beisteuern. Die angestrebten Verbesserungen im vorliegenden Konzept sind zweifelsfrei wichtige Schritte, um die Attraktivität des Kantons zu steigern. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass im 74seitigen Grobkonzept noch einige Baustellen vorhanden sind. Grössere Fragezeichen gibt es insbesondere im Vorderland. Prioritär muss nun geklärt werden, welche Kurse auf welchen Strecken ab 2019 angeboten werden. Konkret auf der Kippe steht die Postautolinie von Heiden nach Altstätten. Soll diese Strecke erhalten bleiben, müssen die Vorderländer Gemeinden ein (finanzielles) Bekenntnis abgeben. Es wäre aber falsch, nun das Klagelied vom drohenden ÖV-Abbau anzustimmen. Denn wird ein Angebot nicht genutzt, darf dessen Streichung kein Tabu sein.

In Heiden existiert ein dichtes Postautonetz. In falsche Sicherheit darf sich die Region deswegen jedoch nicht wiegen. Die Auswertung der vergangenen Jahre zeigt, dass mehrere Bahn- und Postautoverbindungen den geforderten Kostendeckungsgrad nicht oder nur knapp erreichen. Hier braucht es mittel- bis langfristig Lösungen. Es wäre empfehlenswert, möglichst frühzeitig und ohne Zeitdruck abzuklären, wie ein auf die regionalen Bedürfnisse abgestimmtes Verkehrskonzept aussehen könnte. Die Führung in dieser Frage müssten Heiden als Vorderländer Hauptort oder der Verein Appenzellerland über dem Bodensee übernehmen. Gefordert ist allerdings auch der Kanton. Denn die Wirtschaftlichkeit darf beim öffentlichen Verkehr nicht das alleinige Kriterium sein. Es gilt, auch regionalpolitische und volkswirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. Mit dem Bahnhofplatzprojekt und der Durchmesserlinie sind Vorhaben in Planung oder Realisierung, von denen vor allem Herisau und das Mittelland profitieren. Vor diesem Hintergrund dürfen die Anliegen des Vorderlands nicht in Vergessenheit geraten. Letztlich macht es Sinn, die Weiterentwicklung des Regionalverkehrs mit der Richtplanung abzustimmen. Zu den wachsenden Gemeinden mit Zentrumsfunktionen gehören demnach nicht nur Herisau und Teufen, sondern auch Heiden.

Im Zusammenhang mit dem ÖV im Vorderland ist noch ein anderer Punkt zu beachten. Die Bergbahnen Heiden–Rorschach und Walzenhausen–Rheineck sind für den regionalen Tourismus, der eh schon mit sinkenden Gästezahlen zu kämpfen hat, nach wie vor von Bedeutung. Sie durch Busse zu ersetzen, ist alleine schon aus dieser Optik keine Option.

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