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THEATER: Es wird düster in der Dreyschlatt

Die Dreyschlatt in Wattwil wird im Sommer zur Bühne unter freiem Himmel, und zwar gleich für zwei völlig verschiedene Stücke. Einerseits für «Ueli Bräker», eine Inszenierung der Bühne Thurtal, anderseits für das neue Projekt «Krabat» von Simon Keller.
Anina Rütsche
Sagen- und zauberhaft geht es in der «Krabat»-Geschichte zu und her. Unter anderem wird der Waisenjunge in einen Raben verwandelt. Dieses Motiv ziert das Plakat, das auf das Freilichtspiel hinweist. (Bilder: PD)

Sagen- und zauberhaft geht es in der «Krabat»-Geschichte zu und her. Unter anderem wird der Waisenjunge in einen Raben verwandelt. Dieses Motiv ziert das Plakat, das auf das Freilichtspiel hinweist. (Bilder: PD)

Bei Simon Keller ist viel los, so wie immer. Der 23-jährige Schauspieler und Theaterautor mit Toggenburger Wurzeln wird diesen Sommer mit seiner Produktionsgruppe «Keller’s Feder» seine erste Freilicht-Inszenierung auf die Bühne bringen. «Krabat» heisst sie, und sie ist in Anlehnung an das gleichnamige Jugendbuch von Otfried Preussler entstanden. Dieses basiert auf der Krabat-Sage und erzählt von einem Waisenjungen, der Lehrling eines Zaubermeisters wird und sich gegen diesen behaupten muss. «Diese Geschichte habe ich zuvor schon mehrere Male gelesen», sagt Simon Keller. «Sie hat mir so gut gefallen, dass ich bei der Suche nach dem Thema für mein nächstes Stück nicht lange überlegen musste.»

Ein Spielort, zwei unabhängige Stücke

Ohnehin, erzählt Simon Keller, sei bezüglich seines neuen Projekts sehr vieles sehr schnell gegangen. Im Sommer 2017 habe er erfahren, dass die Bühne Thurtal 2018 in Wattwil beim Dreyschlatt «Ueli Bräker – der Arme Mann im Tockenburg» spielen wird. «Die Idee einer Aufführung unter freiem Himmel gefiel mir so gut, dass ich das auch machen wollte», sagt Simon Keller. Deshalb hat er sogleich mit Willy Hollenstein, dem OK-Chef und Produzenten der Bühne Thurtal, Kontakt aufgenommen. Gemeinsam habe man daraufhin beschlossen, dass sich die ohnehin erstellte Infrastruktur für ein zweites Stück nutzen liesse. Sowohl Willy Hollenstein als auch Simon Keller legen aber Wert dar­auf, dass es sich bei «Ueli Bräker» und «Krabat» inhaltlich um zwei völlig eigenständige Projekte handle.

Ein junges und motiviertes Team

Nachdem die Rahmenbedingungen geklärt waren, begann Simon Keller im Frühherbst damit, seine eigene Krabat-Fassung auf Schweizerdeutsch zu schreiben. Dafür studierte er das Buch nochmals gründlich, und er überlegte sich, wie sich die Szenen am besten einteilen lassen. Dies sei ihm leicht gefallen, sagt der Autor, und er verrät: «Am schwierigsten fand ich, zu entscheiden, was weggelassen werden muss.»

Mit seiner Inszenierung, die er als spannungsgeladen und düster bezeichnet, möchte Simon Keller auch die junge Generation ins Theater locken. Das Team, das er für «Krabat» zusammengetrommelt hat, besteht ebenfalls grösstenteils aus Leuten unter dreissig. Viele stammen aus dem Toggenburg. Für das Bühnenbild, beispielsweise, bei dem eine Mühle im Zentrum stehen wird, ist Clemens Weber aus Hemberg zuständig. Die Lichtensteigerin Melanie Niebecker wiederum kümmert sich im Hintergrund um alles Organisatorische. Ebenfalls aus dem Städtli stammt Conny Düggelin vom Kostümverleih Toggenburg. Sie wird die Schauspielerinnen und Schauspieler mit passender Kleidung ausstatten. Laut Simon Keller ist die Bühnentruppe buntgemischt, «18 Leute vom Laien bis zum Abgänger der Schauspielschule». Die meisten, die bei «Krabat» mitwirken, kennt der Autor schon länger. «So war es mir möglich, massgeschneiderte Rollen für sie zu schreiben», sagt er.

Wer möchte bei «Krabat» auf der Bühne stehen?

Noch ist das «Krabat»-Team aber nicht komplett. Offen ist die Besetzung von kleinen Sprechrollen, ebenso werden Statistinnen und Statisten ab zwölf Jahren gesucht. Um diese zu finden, führt Simon Keller am Donnerstag, dem 8. Februar, ein öffentliches Casting im Wattwiler Thurpark durch. «Wer Interesse hat, kann vorbeischauen», sagt er. «Schauspielerfahrung wird nicht vorausgesetzt.» Die Proben für die «kleinen Rollen» werden im Juni beginnen, diejenigen für die ausgebildeten Darstellerinnen und Darsteller starten Ende ­April. Die Aufführungen – deren sechs oder sieben, je nach Nachfrage – stehen zwischen dem 21. Juli und dem 11. August auf dem Programm. Auch Simon Keller selbst wird bei «Krabat» einen Gastauftritt haben. «Allerdings einen ganz kurzen», sagt er. «Denn mit der Regie bin ich bereits voll ausgelastet.» Obwohl Simon Keller bereits über Erfahrung in der Theaterbranche verfügt, hält «Krabat» für ihn eine Premiere bereit. Erstmals wird ein von ihm geschriebenes Stück mit Live-Musik umrahmt. Eigens für «Krabat» wurde nämlich eine zehnköpfige Band zusammengestellt. «Deren Leiter schreibt die Musik auf das Stück und studiert sie mit seinen Leuten ein», sagt Simon Keller. «Von energiegeladener Kampfmusik bis süffiger Romantik wird alles zu hören sein.» Damit sich die Schauspielerinnen und Schauspieler zu den Klängen passend bewegen, hat der junge Projektverantwortliche zudem eine Choreographin aus Zürich engagiert.

Freilichtspiel «Krabat», 21. Juli bis 11. August, im Dreyschlatt bei Wattwil. Vorverkauf via Bühne Thurtal unter www.buehnethurtal.ch.

Öffentliches Casting für Statisten und kleinere Sprechrollen am Donnerstag, 8. Februar, 20 Uhr, im Thurpark Wattwil. Teilnehmen können interessierte Laien ab zwölf Jahren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer Fragen dazu hat, kann via www.simon-keller.ch mit dem Organisator Kontakt aufnehmen.

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