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TEXTILINDUSTRIE: Meyer-Mayor kommt neu aus Bütschwil

Das Neu St.Johanner Traditionsunternehmen Meyer-Mayor AG dürfte noch dieses Jahr in einer Schwesterfirma aufgehen. Die Marke Meyer-Mayor bleibt aber erhalten, bei der Bütschwiler Rigotex AG.
Ruben Schönenberger
Hans Hauser (links) und André Meyer besiegeln die Übernahme. (Bild: PD)

Hans Hauser (links) und André Meyer besiegeln die Übernahme. (Bild: PD)

Vor etwas mehr als 100 Jahren beginnt die Geschichte von Meyer-Mayor im Toggenburg. 1916 übernimmt Eduard Meyer-Mayor die Buntweberei Gnipper in Neu St.Johann. Nun wäre die Geschichte beinahe ausserhalb des Thur- und Neckertals weitergeschrieben worden. «Unsere Inhaberin, die Getzner Textil AG in Bludenz, konzentriert ihre Geschäftsaktivitäten in der Schweiz auf den Standort der WR Weberei Russikon ZH», sagt André Meyer, Geschäftsführer der Meyer-Mayor AG. «Im Zuge dieser Konzentration wäre unsere Produktion ebenfalls ins zürcherische Russikon verlegt worden.»

Für die Geschäftsbereiche und Marken Meyer-Mayor und MM Profiline wurde jedoch eine andere Lösung gefunden. Die Bütschwiler Rigotex AG übernimmt diese per 3. April des laufenden Jahres. «Wir sind froh, für die Zukunft der Traditionsmarke Meyer-Mayor eine Toggenburger Lösung gefunden zu haben», sagt Meyer. Mit der Übernahme könne man einen Teil der Arbeitsplätze im Tal erhalten. Wie viele der 13 betroffenen Mitarbeitenden in Bütschwil weiterbeschäftigt werden können, ist noch nicht klar. Gemäss Hans Hauser, Geschäftsführer der Rigotex AG, werden es sicher vier sein, vielleicht auch sechs. «Es gibt natürlich Überschneidungen, weshalb wir nicht alle Mitarbeitenden übernehmen können.» Welche Mitarbeitenden nach Bütschwil wechseln und was mit den übrigen Mitarbeitenden geschieht, ist laut Josef Lampert, Vorstandsvorsitzender der Getzner Textil AG, noch offen. «In Russikon werden wir sie aber nicht beschäftigen können», sagt er.

«Unternehmen lagen unter der kritischen Grösse»

Zur Übernahme der beiden Traditionsmarken kam es wegen der Marktsituation, wie Hauser sagt. «Eine Konzentration hat sich aufgedrängt.» So könne man die Marktkraft stärken. «Für uns bietet diese Übernahme eine einmalige Chance, Marktanteile zu gewinnen», fährt der Geschäftsführer der Rigotex AG fort. Den Umsatz im Bereich Küchentücher und Gastro-Bedarf könne die Firma so mehr als verdoppeln. Gleichzeitig stärke die Übernahme des Maschinenparks der Meyer-Mayor AG – vier Maschinen werden aus Russikon nach Bütschwil verlegt – die Produktionskapazität am Standort Bütschwil. Bei der Getzner Textil AG erklärt man die Entwicklung mit der Grösse der Unternehmen: «Beide Unternehmen, Rigotex und Meyer-Mayor, lagen unter der kritischen Grösse», sagt Lampert.
Die Rigotex AG produziert unter der Marke Kultschtoff bereits die als «Kult-Tüechli» bekannt gewordenen typischen karierten Küchentücher. «Das sind quasi Schwestermarken. Diese nebeneinander zu führen ist eine interessante Option», sagt Hauser.

Mit der Übernahme der Marken der Meyer-Mayor AG durch die Rigotex AG kann die lange Tradition von Geschirr- und Küchentüchern im Toggenburg gestärkt fortgesetzt werden. Bald zu Ende gehen dürfte indes die Geschichte der Meyer-Mayor AG. Die Getzner Textil AG beabsichtigt, die Firma im zweiten Quartal mit der Weberei Russikon zu verschmelzen. Der Name Meyer-Mayor wird trotzdem nicht verschwinden. «Wir werden die Marke selbstverständlich unter dem gewohnten Namen weiterführen», verspricht Hauser.

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