Textilindustrie als Segen und Fluch

In der 1969 erschienenen Rehetobler Gemeindechronik hält Autor Rudolf Schläpfer die einst enorme Bedeutung der Textilindustrie fest: Keine andere Ausserrhoder Gemeinde sei um 1900 stärker industrialisiert gewesen.

Merken
Drucken
Teilen

In der 1969 erschienenen Rehetobler Gemeindechronik hält Autor Rudolf Schläpfer die einst enorme Bedeutung der Textilindustrie fest: Keine andere Ausserrhoder Gemeinde sei um 1900 stärker industrialisiert gewesen. Gemäss der eidgenössischen Betriebszählung habe es 1905 im Dorf 397 textile Heimindustrie-, aber nur 187 landwirtschaftliche Betriebe gegeben. Das Aufkommen der sogenannten Langwaren-Nollenstickerei habe dem Dorf in den gut 20 Jahren bis zum 1. Weltkrieg zu wirtschaflicher Blüte verholfen – viele Arbeiter, die bis anhin noch nebenbei Landwirtschaft betrieben, hätten diese nun ganz aufgegeben. Die einseitige Ausrichtung rächte sich in der Zwischenkriegszeit: die Wirtschaftskrise traf die Gemeinde hart. Später gelang der Strukturwandel schlecht: Gemäss Chronik war Rehetobel noch Anfang der 60er-Jahre «zu mehr als 90 Prozent von der Textilindustrie abhängig». (ua)