Textile DNA soll Touristen locken

«Tourismus in Trogen – Geldverschwendung oder Zukunftschance?» Um diese Frage dreht sich eine Podiumsdiskussion anlässlich der öffentlichen Versammlung in Trogen. Die Gemeindepräsidentin präsentiert zudem erfreuliche Zahlen.

Mea Mc Ghee
Merken
Drucken
Teilen
Diskutierten über die Chancen des Tourismus: Rolf Schmitter, Initiant von Textilland Ostschweiz, Trogens Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr, Moderator Jens Weber, Isabelle Chappuis, Museumskoordinatorin AR, und Urs Berger, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus. (Bild: mc)

Diskutierten über die Chancen des Tourismus: Rolf Schmitter, Initiant von Textilland Ostschweiz, Trogens Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr, Moderator Jens Weber, Isabelle Chappuis, Museumskoordinatorin AR, und Urs Berger, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus. (Bild: mc)

TROGEN. Als Gastredner der öffentlichen Versammlung vom Donnerstag hat die organisierende SP Trogen Rolf Schmitter, Initiant von Textilland Ostschweiz, eingeladen. Der Präsident des gleichnamigen Vereins stellte den knapp 40 Personen im frisch renovierten «Kronen»-Saal das vielseitige Tourismusangebot vor. «Unser Ziel ist es, die textile DNA der Region an die nächste Generation weiter zu geben», sagte Schmitter. Erlebbar seien unter anderem Textilgeschichte in verschiedenen Museen oder eine textile Stadtführung in St. Gallen. Verschiedene Hotels, darunter das Hotel Heiden oder «Säntis – das Hotel» auf der Schwägalp, bieten Übernachtungen in Textilzimmern.

Trogen, eine Perle

Im Anschluss an die Präsentation von Textilland Ostschweiz ging es um die Frage, ob der Tourismus in Trogen eine Geldverschwendung oder eine Chance für die Zukunft sei. SP-Kantonsrat Jens Weber lud Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr, Urs Berger, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus, Isabelle Chappuis, Ausserrhoder Museumskoordinatorin, sowie Rolf Schmitter zur Gesprächsrunde. Vom «Cheftouristiker» wollte Weber wissen, was es bedeute, ein Dorf wie Trogen im Portefeuille zu haben. «Nicht zuletzt wegen des Angebots Jahrhundert der Zellweger ist Trogen eine Perle», sagte Urs Berger. Isabelle Chappuis warb für das Projekt «Igfädlet», bei dem fünf Ausserrhoder und drei St. Galler Museen von Mai bis Oktober 2017 Einblicke in verschiedene Aspekte der Textilgeschichte bieten. Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr wiederum berichtete von ihren Erfahrungen als Gastgeberin eines «Chambre d'Hôte», der französischen Variante von Bed and Breakfast. Die Zusammenarbeit von grösseren und kleineren Gastbetrieben sei wichtig, so Altherr. Angesprochen würden verschiedene Segmente von Gästen.

Expo als Chance

Dann lenkte der Moderator den Fokus auf das Jahr 2027. «Brauchen wir eine Expo?», wollte er von den Podiumsteilnehmern wissen. Schmitter sieht in der Landesausstellung die grosse Chance, als Region gemeinsam etwas zu stemmen, die Grundlage zu schaffen, als Ostschweiz mit einem gemeinsamen Gesicht aufzutreten. Die Expo täte dem Selbstvertrauen der Region gut und würde gegen innen und aussen wirken, sagte Isabelle Chappuis. Urs Berger wünscht sich ein nachhaltiges Projekt – und zwei bis drei grössere Hotels in Ausserrhoden.

Ideen und Kritik

Aus dem Publikum wurde die Gästeführung in Trogen bemängelt. Man plane drei Informationstafeln aufzustellen, informierte Gemeinderätin Rita Schläpfer. Zudem wurden neue Prospekte geschaffen. Eine Frau regte an, in Trogen einen Textilmarkt zu veranstalten.