Teufner Stimmbürger sprechen sich gegen die Rettung des Schiesssportzentrums aus

Die Volksinitiative zur Rettung des Schiesssportzentrums wird mit grosser Mehrheit vom Stimmvolk abgelehnt. Sowohl Initianten als auch die Gemeindeverantwortlichen sind froh, dass nun endlich Klarheit herrscht.

Alessia Pagani
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Die Zukunft des Schiesssportzentrums Teufen ist besiegelt: Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sprechen sich gegen eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde aus. (Bild: APZ)

Die Zukunft des Schiesssportzentrums Teufen ist besiegelt: Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sprechen sich gegen eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde aus. (Bild: APZ)

Die Vorzeichen sprachen für sich: Mit einem Nein-Anteil von 78 Prozent lehnen die Teufner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Volksinitiative zur Rettung des Schiesssportzentrums (SSZ) Teufen ab. Von den 2183 Stimmbeteiligten sprachen sich gestern 1708 gegen die Initiative aus, lediglich 475 Personen unterstützen das Anliegen an der Urne. Die Stimmbeteiligung lag bei 48,1 Prozent.

Damit ist die von den Initianten beabsichtigte Rettung des Schiesssportzentrums Teufen endgültig vom Tisch. Mit der Initiative wäre die Gemeinde in die Pflicht genommen worden, das SSZ finanziell zu unterstützen. Derzeit bestehen von der Genossenschaft gegenüber der Gemeinde Verpflichtungen über knapp 1 Million Franken.

Meinung klar kundgetan

Damit ist die von den Initianten beabsichtigte Rettung des Schiesssportzentrums Teufen endgültig vom Tisch. Mit der Initiative wäre die Gemeinde in die Pflicht genommen worden, das SSZ finanziell zu unterstützen. Derzeit bestehen von der Genossenschaft gegenüber der Gemeinde Verpflichtungen über knapp 1 Million Franken. Die Initianten verlangten, dass der Gemeinderat beauftragt wird, jährlich Unterstützungsbeiträge von bis zu 52 000 Franken zu sprechen. Zudem sollte die Verzinsung des aktuell rund 820 000-Franken-Darlehens, das die Gemeinde der Genossenschaft des Schiesssportzentrums einst gewährte, sowie die Amortisationspflicht von 20000 Franken pro Jahr bis 31. Dezember 2030 erlassen werden.

Alles in allem: Forderungen, welche die Genossenschaft hätten vor dem Aus bewahren sollen. Teufens Gemeindepräsident Reto Altherr zeigt sich erleichtert, dass in Bezug auf die langwierige Geschichte rund um das Schiesssportzentrum nun Klarheit herrscht:

«Wir sind froh, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nun endlich und klar ihre Meinung kundtun konnten.»

Das Ergebnis habe er zur Kenntnis genommen. «Erfreut darüber kann in Anbetracht dieser leidvollen Geschichte allerdings niemand sein», so Reto Altherr.

Verpasst, den Sport in den Vordergrund zu stellen

Beim Initiativkomitee hält sich die Enttäuschung in Grenzen. Armin Sanwald, Initiativsprecher und Mitglied im Pistolensportschützenverein Teufen, spricht zwar von einer verpassten Chance, die Anlage in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, zeigt sich ob des eindeutigen Verdikts allerdings auch erleichtert. «Nun haben auch wir endlich Klarheit, was die Bevölkerung will und was eben nicht.» Über die Gründe, die zur Ablehnung führten, kann Sanwald nur mutmassen:

«Wir haben es wohl nicht geschafft, den Sport in den Vordergrund zu stellen.»

So hätte das Stimmvolk die finanzielle Komponente mehr gewichtet als die Bedeutung des Schiesssportes. «Das ist zwar schade, aber zum Teil auch verständlich. Eine Lösung ist es allerdings nicht. So bleibt das SSZ weiterhin in den Negativschlagzeilen», sagt Armin Sanwald.

Noch hätte die Genossenschaft des Schiesssportzenrums die Möglichkeit, die finanziellen Mittel zur Begleichung der fälligen Forderungen aufzutreiben. Dass dies in Bälde geschehen wird, scheint allerdings zweifelhaft. Darauf angesprochen, verweist Sanwald auf die unsichere Zukunft:

«Es wäre schön, wenn wir einen Plan B hätten. Leider ist dem nicht so.»

Noch will der Initiativsprecher nicht vom endgültigen Aus sprechen. «Wir warten nun ab, die Gemeinde ist am Drücker.» Sanwald rechnet damit, dass diese wie angekündigt den Rechtsweg einschlagen wird. «Dann wird es wahrscheinlich zum Konkurs kommen, was wiederum keine befriedigende Lösung darstellt.»

Seit Beginn in finanzieller Schieflage

Das Schiesssportzentrum Teufen – eine der modernsten Anlagen in der Schweiz – hatte seit seiner Einweihung im Jahr 2012 mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Abgesehen von einem fehlenden Businessplan liegen die Gründe in einer Baukreditüberschreitung von 84 Prozent. Statt 1,85 Millionen Franken kostete der Bau 3,15 Millionen Franken. Die Anlage wurde im Baurecht auf einem Grundstück der Gemeinde errichtet. Im Mai 2018 hatte die SSZ-Generalversammlung beschlossen, die Bilanz zu deponieren. Darauf wurde dann jedoch verzichtet und die Genossenschaft wollte mit der Initiative die Rettung erreichen.