Teufner Schützen unzufrieden

Die Standschützen aus Teufen sind unzufrieden. Sie werfen dem Gemeinderat vor, er wolle sie aus dem Dorf vertreiben. Anlass war die Mitteilung des Gemeinderates, dass man eine neue elektronische Trefferanzeige nicht finanzieren wolle.

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Sportlich feiern die Teufner Standschützen Erfolge: Die Jahresmeister Willi Staub (3. Rang), Fredy Knöfler (1. Rang) und Stefan Knöfler (2. Rang). (Bild: pd)

Sportlich feiern die Teufner Standschützen Erfolge: Die Jahresmeister Willi Staub (3. Rang), Fredy Knöfler (1. Rang) und Stefan Knöfler (2. Rang). (Bild: pd)

TEUFEN. Gemäss Vereinspräsident Ueli Preisig warten die Teufner Standschützen schon lange auf eine neue elektronische Trefferanzeige in ihrem Schützenhaus. Die bestehende Anlage müsse nach 26 Betriebsjahren bald ersetzt werden, so Preisig. Deshalb hätten sie einen Antrag an den Gemeinderat gestellt, den über Jahre budgetierten und genehmigten Betrag für den Ersatz der Trefferanzeige für knapp 160 000 Franken freizugeben. «Doch mit der Mitteilung, die Trefferanzeige nicht ersetzen zu wollen, will der Gemeinderat einem der ältesten Vereine im Dorf die Grundlage für dessen Existenz innerhalb einer Saison entziehen», ärgert sich Preisig.

Dem hält Gemeindepräsident Walter Grob entgegen: «Die Kosten für eine neue Trefferanzeige wurden nie in einem Voranschlag budgetiert, sondern haben Aufnahme in die Investitionsplanung gefunden.» Der Investitions- oder Finanzplan sei eine rollende Planung für eine definierte Zeitspanne. «Die Positionen sind vor der angedachten Realisierungsphase in die Erfolgsrechnung oder Investitionsrechnung aufzunehmen. Je nach Höhe der Investition untersteht das Vorhaben dem fakultativen, dem obligatorischen Referendum oder liegt im Kompetenzbereich des Gemeinderates.»

Schiessstand gefährdet

Der Gemeinderat vertröste den Verein «mit der Suche nach einer regionalen Lösung», heisst es seitens der Standschützen weiter. Diese sei aber noch fernab von einer Konkretisierung, geschweige denn vor einer Realisierung, so Ueli Preisig. Seiner Meinung nach ist das Vorgehen des Gemeinderates «absolut skandalös». Teufen habe eine der am besten erhaltenen Schiessanlagen mitsamt Infrastruktur im Kanton. «Während der Gemeinderat alles unternimmt, um möglichst vermögende Einwohner ins Dorf zu locken, ist ihm die Zukunft eines gut geführten, finanziell gesunden Vereins einfach nur egal», so Ueli Preisig. «Dieser für die Schützen weitreichende Entscheid des Gemeinderates wirft ein weiteres Mal ein unrühmliches Licht auf dieses Gremium.»

Walter Grob räumt ein, dass mit der Siedlungsentwicklung das Spannungsfeld zwischen Immissionen und angrenzenden Wohnzonen immer grösser werde. Die Ausgangslage habe sich in den letzten Jahren verändert. «Der Schiessstand liegt heute mitten im Siedlungsgebiet.» Ortsplanerisch sei mit einer längerfristigen Planung eine Regelung anzustreben. Man habe diesbezüglich das Gespräch mit den Schützen gesucht. Es gehe nicht darum, die Schützen zu vertreiben, sondern allseits befriedigende Verhältnisse mit einem strategisch richtigen Standort zu schaffen. «Wenn wir die Bedürfnisse der Schützen bezüglich Vereinsschiessen kennen, können wir die mit einer Nachbargemeinde auf informeller Basis begonnenen Gespräche vertiefen», so Grob.

Sportliche Erfolge

Stolz war Ueli Preisig dagegen, als er am vergangenen Samstagabend die Mitglieder zum Jahresrückblick und der Ernennung der Jahresmeister in der Schützenstube begrüssen konnte. Die Standschützen Teufen, welche übrigens rein gar nichts mit der Genossenschaft Schiesssportzentrum Teufen zu tun hätten, seien über die letzten Jahre im stetigen Aufwärtstrend, so Preisig. Entgegen dem kantonalen Trend könnten immer wieder neue Vereinseintritte verzeichnet werden.

Die Standschützen blicken auf die wohl erfolgreichste Saison ihrer über 100jährigen Vereinsgeschichte zurück. Am kantonalen Gruppenwettkampf im Frühling klassierten sich die drei Teams der Standschützen Teufen auf den Rängen eins, sieben und zehn. Am Cupfinal waren alle Podestplätze von Teufner Schützen belegt und am Final um den «kantonalen Meisterschütz» konnte Teufen nebst dem Sieger auch noch die Ränge drei, vier, fünf, acht und zehn belegen. Auch die Jungschützen zeigten beachtliche Resultate und Jungschützenchef Andy Graf vermeldete auch hier einen Zuwachs an Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Kursen. Für die vereinsinterne Jahresmeisterschaft zählen die zehn besten Resultate aus dreizehn vorher bestimmten Wettkämpfen. Mit 949,55 Punkten gewann dieses Jahr Fredy Knöfler überlegen den Titel vor seinem Sohn Stefan Knöfler (939,83 Punkte) und Willi Staub (936,96) Punkte. (pd/ker)

Walter Grob Gemeindepräsident Teufen (Bild: apz)

Walter Grob Gemeindepräsident Teufen (Bild: apz)