Teufner Schützen schiessen scharf gegen Gemeinderat

TEUFEN. Der Gemeinderat Teufen kommt nicht aus der Kritik. Nun haben die Standschützen Teufen die Behörde im Visier. Auslöser: Ein Streit um die elektronische Trefferanzeige des Vereins.

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Schützen sind auf eine funktionierende Trefferanzeige angewiesen. (Bild: Archiv/Keystone (Symbolbild))

Schützen sind auf eine funktionierende Trefferanzeige angewiesen. (Bild: Archiv/Keystone (Symbolbild))

Der Showdown in Teufen steht unmittelbar bevor: Am Mittwochabend muss die Gemeindebehörde der Bevölkerung Rechenschaft über die Entschädigungsaffäre ablegen, welche seit langem für Ärger im Ort sorgt. Nun gibt es erneut Kritik am Teufner Gemeinderat - und zwar von den Standschützen.

Wie auf der Website der "Tüüfner Poscht" seit Montag nachzulesen ist, kam es am Saisonabschluss der Standschützen zu Misstönen. Die Zukunft eines der ältesten Vereine sei in Frage gestellt, berichten die Standschützen. "Schuld daran ist der Gemeinderat, der den Verein aus Teufen vertreiben will."

Keine Besichtigung der Anlage
Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Tatsache, dass die elektronische Trefferanzeige im Schützenhaus in die Jahre gekommen sei und nach 26 Jahren in absehbarer Zukunft ersetzt werden müsse. Deshalb hatten die Standschützen laut dem Vereinsbericht einen Antrag an den Gemeinderat gestellt. Dessen Inhalt: Der über Jahre budgetierte und genehmigte Betrag für den Ersatz der Trefferanzeige in der Höhe von 160'000 Franken sei jetzt freizugeben. "Doch ohne sich auch nur einmal vor Ort zu orientieren, will der Gemeinderat einem der ältesten Vereine im Dorf die Grundlage für dessen Existenz innerhalb einer Saison entziehen mit der Mitteilung, die Trefferanzeige nicht ersetzen zu wollen", schreiben die Standschützen. Sie betonen des Weiteren, dass sie nichts mit der Genossenschaft Schiesssportzentrum Teufen zu tun haben.

"Ein unrühmliches Licht"
Der Gemeinderat vertröste den Verein mit der Suche nach einer "regionalen Lösung", halten die Standschützen weiter fest. Diese Diskussion dauere aber schon seit Jahren an, die Idee sei weit weg von einer Realisierung. Nach Meinung von Vereinspräsident Ueli Preisig ist das Vorgehen des Gemeinderates "absolut skandalös". Während der Gemeinderat alles unternehme, um möglichst vermögende Einwohner ins Dorf zu locken, sei ihm die Zukunft eines gut geführten, finanziell gesunden Vereins einfach nur egal. "Dieser für die Schützen weitreichende Entscheid des Gemeinderates wirft ein weiteres Mal ein unrühmliches Licht auf dieses Gremium", lässt sich Preisig in der Saisonbilanz der Standschützen zitieren. (red.)