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TEUFEN: Wer will das Jägerhüsli?

Das Jägerhüsli soll zu einem Naturfreundehaus umgenutzt werden. Nun werden Vereine gesucht, welche die Liegenschaft mieten wollen.
Astrid Zysset
Jahrelang war unklar, was mit dem Jägerhüsli in Teufen geschehen soll. (Bild: PD)

Jahrelang war unklar, was mit dem Jägerhüsli in Teufen geschehen soll. (Bild: PD)

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

Der Teufener Gemeinderat möchte das im Volksmund als Jägerhüsli bekannte Wohnhaus Oberfeld einer Nutzung als Naturfreundehaus zuführen. Dies sei «eine Kombination zwischen Wohn- und Vereinshaus», führt Gallus Hengartner, Leiter Betriebe und Sicherheit, auf Anfrage aus. Die Idee: Ein Verein soll das Jägerhüsli mieten. Dieses wiederum könnte dann für Tagesanlässe Gruppen oder Schulen zur Verfügung gestellt werden. Einschränkung seitens der Gemeinde: «Wir wollen nicht, dass das Jägerhüsli zu einer Festhütte verkommt», stellt Hengartner klar. Die Nutzung würde im Mietvertrag genau definiert.

Ab kommender Woche können sich interessierte Vereine melden. Stosse die Ausschreibung auf positive Resonanz, werde das Konzept weiterentwickelt und dem Stimmvolk vorgelegt. Denn bevor das Haus vermietet werden kann, müssten umfangreiche Baumassnahmen getroffen werden. Hengartner spricht von einem Um- oder gar einem Neubau, der anstehen würde. Wann die Abstimmung vor das Volk kommt, ist noch unklar. Findet sich kein Verein, der das Jägerhüsli mieten möchte, wird der Gemeinderat die Liegenschaft wahrscheinlich veräussern. Das wäre dann auch das Ende einer jahrelangen Diskussion, was mit dem Haus geschehen soll.

Kleintierverein hat kein Interesse mehr

1963 hatte die Gemeinde das Jägerhüsli erworben, um es für die damals anstehenden Aufforstungsarbeiten im angrenzenden Wald zu nutzen. Bewohnt wurde das Haus allerdings nie. Zu abgelegen ist es, eine Erschliessungsstrasse fehlt. Auch Strom und fliessendes Wasser sind in der Liegenschaft nicht vorhanden. 2011 wurde der Abbruch verfügt. Der Kleintierverein (früher Ornithologischer Verein) bekundete sein Interesse, erste Gespräche mit der Hoch- und Tiefbaukommission fanden damals statt. Doch die Verhandlungen scheiterten an den Vorstellungen des Mietzinses. Der Gemeinderat hielt am Abbruch fest. Auch 2014, als das fakultative Referendum gegen die Pläne der Gemeinde ergriffen wurde, bezeugte der Kleintierverein sein Interesse. Er wollte das Jägerhüsli als Vereinslokal nutzen. Ein bis zwei Treffen pro Monat wären dort abgehalten worden, das Naturschutzgebiet zu Vogelexkursionen genutzt. Heute sieht die Sachlage anders aus. Präsident Erich Wick sagt: «Wir haben genug. Ein Interesse an der Liegenschaft besteht von unserer Seite her nicht mehr.» Man hätte gekämpft, immer wieder das Gespräch gesucht, doch ohne Erfolg. «Sechs Jahre ist eine lange Zeit. Wir sind der Diskussionen müde geworden.» Gemeinderat Markus Bänziger räumt ein, dass sich die Diskussionen darum, was mit der Liegenschaft genau geschehen soll, hingezogen hätten. Nun habe man aber «den Fächer geöffnet», alle Optionen erneut geprüft. «Seit einem Jahr sind wir intensiv daran, eine Lösung für die künftige Nutzung zu finden», so Bänziger. Problem allerdings: Das Jägerhüsli liegt in der Landwirtschaftszone, der Bau eines Wohnhauses ist somit nicht möglich. Ein Naturfreundehaus stelle einen Kompromiss zwischen dem Oberforstamt und dem Planungsamt dar. Es sei ein «guter Kompromiss», so Bänziger. Nichtsdestotrotz hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Der einstige Besitzer des Jägerhüslis, Kurt Büchel, hatte ein Paradies für Ornithologen geschaffen. Die Umgebung war gepflegt, die Vögel fütterte er die Wintermonate hindurch. Dieses «Idyll», wie Wick es nennt, ist heute verschwunden. Und damit auch das Interesse des Kleintiervereins.

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