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TEUFEN: Wege aus dem Jammertal

Am Konjunktur- und Trendforum «Horizonte» spricht der Philosoph Ludwig Hasler über Chancen und Gefahren der regionalen Mentalität. Der Ökonom Peter Eisenhut erwartet steigende Zinsen.
Jesko Calderarara

Jesko Calderarara

jesko.calderara@appenzellerzeitung.ch

Sie wird oft kritisiert und als Hemmschuh bezeichnet: die Ostschweizer Mentalität. Der Philosoph Ludwig Hasler machte sich am Konjunktur- und Trendforum «Horizonte» der St. Galler Kantonalbank Gedanken über deren Ausprägung. «Die Ostschweiz wird oft kleingeredet», sagte Hasler am Montagabend im vollen Lindensaal in Teufen. Dies stehe im Gegensatz zu deren guten wirtschaftlichen Performance.

Hasler wagte einen Vergleich mit der Innerschweiz, wo er herkommt. Den Luzernern sei ihr Image im Gegensatz zu den St. Gallern oder Thurgauern egal. Und doch ist für Hasler nicht Wissen, sondern die richtige Mentalität der entscheidende Faktor einer wirtschaftlichen Entwicklung. Gefragt seien Ehrgeiz, Leidenschaft und eine Portion Frechheit. Die Ostschweiz habe es sich in dieser Beziehung wohl etwas zu gemütlich gemacht.

Hasler zeigte auch Lösungsansätze auf, wie die Region vermehrt auf ihre Stärken setzen kann. Er sehe die Randlage nicht als Nachteil. Die Ostschweiz habe grosse Chancen als Zwischenraum, sagte das ehemalige Mitglied der Chefredaktion des St. Galler Tagblatts. Man geniesse zwar weniger nationale Aufmerksamkeit, könne dafür aber eigenständig etwas wagen. Für den Erfolg einer solchen Nischenstrategie sind laut Hasler verschiedene Voraussetzungen notwendig. Der Minderwertigkeitskomplex müsse abgelegt werden. Es brauche zudem eine starke Gründerszene und eine bessere Verbindung von KMU und Forschungsinstituten. Dies sei das Geheimniss erfolgreicher Regionen, betonte Hasler.

Kantonsübergreifende Spitalplanung gefordert

Zu Beginn des Abends präsentierte der Ökonom Peter Eisenhut den Anwesenden statt philosophischer Gedanken Fakten, Zahlen und Konjunkturprognosen. Der Partner der Wirtschafts- und Politikberatung Ecopol erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von zwei Prozent. Eisenhut warnte aber auch vor einem Eindunkeln der konjunkturellen Lage. Er rechnet mit anziehenden Zinsen. Die Fehlallokationen am Kapital- und Immobilienmarkt würden dadurch korrigiert. Für ihn habe dieses Alternativszenario eine hohe Wahrscheinlichkeit. Eisenhut ging ferner auf die wirtschaftliche Situation der Ostschweiz ein. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung sei deren Entwicklung in den letzten Jahren besser gewesen als in der übrigen Schweiz. Er erwähnte in diesem Zusammenhang unter anderem das höhere Produktivitätswachstum. Auch der Ausserrhoder Finanzdirektor Köbi Frei wehrte sich gegen Schwarzmalerei. Das Jammern sei medial verursacht. Handlungsbedarf sieht Frei vor allem in der Spitalpolitik. Hier brauche es eine kantonsübergreifende Planung.

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