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TEUFEN: Warten auf den Baulärm

Bahnhof, Kreuzung oder Doppelspur. In Teufen sind grosse Bauprojekte im Gange oder warten auf den Startschuss. Das Bauprogramm ist aber teilweise abhängig von den Einsprachen bei der Bahnhofkreuzung. Dem Kanton seien die Hände gebunden.
Bruno Eisenhut
1) Beim Bahnhof entsteht ein drittes Gleis. Zudem steigen hier die Fahrgäste der Bahn auf Busse um. (Bild: bei)

1) Beim Bahnhof entsteht ein drittes Gleis. Zudem steigen hier die Fahrgäste der Bahn auf Busse um. (Bild: bei)

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut

@appenzellerzeitung.ch

Die stille Phase der Planung habe lange genug gedauert, jetzt warte er auf die Bauarbeiten, fasst Reto Altherr seinen derzeitigen Gemütszustand zum Thema Verkehrsanpassung im Dorfzentrum von Teufen zusammen. Seit seinem Amtsantritt als Gemeindepräsident im November 2016 wird er von diesem Thema auf Trab gehalten. Nun wird es konkret. Nach Ostern bis Anfang Oktober fällt der Zugverkehr zwischen St. Gallen und Teufen aus. Nicht etwa der geplanten Doppelspur durch das Teufner Dorfzentrum wegen, sondern wegen den Abschlussarbeiten im Ruckhaldentunnel, wie Sabrina Huber von den Appenzeller Bahnen erklärt. Die Fahrgäste, welche von Appenzell her kommen, steigen während dieser Zeit beim Bahnhof Teufen auf Ersatzbusse um. Um möglichen Stauphasen auf der Teufenerstrasse zu begegnen, fährt die Bahn während dieser Zeit ab Appenzell sowie die Ersatzbusse ab Teufen vier Minuten früher los.

Hindernisfreier Bahnhof

Der gut halbjährige Totalausfall der Appenzeller Bahn zwischen Teufen und St. Gallen bringt Vorteile für weitere Bautätigkeiten mit sich. Im Zusammenhang mit dem Viertelstundentakt und den Schnellzügen von und nach Appenzell, die künftig angeboten werden sollen, ist gegenüber heute ein zusätzliches Gleis im Bahnhof Teufen notwendig. Zudem wird der Zugang zum Bahnhof neu auch über einen Weg östlich des Bahnhofs möglich sein. Möglichst viele der Bauarbeiten sollen während der Totalsperrung der Bahnlinie ausgeführt werden. Während dieser Phase ist ein rasches Vorankommen der Bauarbeiten möglich. Mit dem Umbau wird der Bahnhof auch hindernisfrei und der Zugang zu den Zügen wesentlich sicherer gestaltet.

Wie der Ausserrhoder Kantonsingenieur Urban Keller bestätigt, sähe es der Kanton als Mitträger der Kosten gerne, wenn dieses Zeitfenster auch für den Bau der Bahnhofkreuzung genutzt werden könnte. Als Knüppel zwischen den Beinen könnten sich aber offene Einsprachen entpuppen. Da es sich bei diesen Einsprachen aber um eisenbahnrechtliche Fragen handelt, könne der Kanton nur abwarten.

Gewerbe plant Geschäftsleben während der Bauphase

Während die Appenzeller Bahnen und das Kantonale Tiefbauamt kurz vor oder bereits in der Realisation stehen, feilt auch die Gemeinde Teufen an der besten Lösung für das Dorf. Den Entscheid für eine Doppelspur hat das Stimmvolk im 2017 gefällt. Nun gilt es die Umsetzung zu planen. Da es sich dabei um eine Anschlusslösung an den Kreiselumbau handelt, verfolgt die Gemeinde die dortigen Entwicklungen. «Die verbleibende Zeit nutzen wir, um mit Gewerbe, Verbänden, Interessensvertretern und Privaten die Details zu besprechen», erklärt Reto Altherr den aktuellen Stand der Planung. Einerseits finden im März und im April öffentliche Anlässe dazu statt. Jede Einwohnerin und jeder Einwohner von Teufen konnte sich für die Teilnahme anmelden.

Der örtliche Gewerbeverein hat für die Planung der Bauphase einen Ausschuss eingesetzt. Kopf dieser Gruppe ist Gewerbevereinspräsident Oliver Hörler. In Absprache mit der Gemeinde, dem Kanton und den Appenzeller Bahnen überlegt sich der Ausschuss, wie die Bauphase im Zentrum für das örtliche Gewerbe genutzt werden kann. «Wir hoffen während der Bauphase auf die Solidarität der Teufnerinnen und Teufner», sagt Oliver Hörler. Schliesslich werde es sich nicht vermeiden lassen, dass einige ungewohnte Wege zu den verschiedenen Detaillisten und Gewerbebetrieben im Dorfzentrum zu gehen seien.

Brückenabbruch in St. Gallen

Gemeindepräsident Reto Altherr wartet nach der langen Phase der Planung auf die Umsetzung. Gleich wie die Gewerbevertreter hofft Altherr auf die Solidarität der Einheimischen gegenüber dem Gewerbe und fasst das Positive ins Auge. «Ich bevorzuge eine intensive und dafür kurze Bauphase im Zentrum», so Altherr. Dabei dürfe man das angestrebte Ergebnis nicht aus dem Augen verlieren. In einem Monat, am 3.April, wird der Bahnbetrieb zwischen St. Gallen und Teufen für ein halbes Jahr unterbrochen. Dann wird die Brücke über die Oberstrasse in St. Gallen abgebrochen und eine neue erstellt. Dies hat zwei Gründe. Der eine ist die Streckengeometrie. Der bestehende Schienenabschnitt über die Brücke ist gerade. Da die Züge der Bahn künftig jedoch aus einer Kurve in den und aus dem Tunnel fahren, müssen die Schienen über die Brücke versetzt werden und leicht gekrümmt sein. Der andere Grund ist das Gefälle. Die neue Brücke muss eine etwas geringere Steigung aufweisen, damit sie die Züge ohne Zahnradantrieb bewältigen können. Zudem muss das Gleisfeld unter der Vonwilbrücke leicht abgesenkt werden, da der Abstand zum Trassee aufgrund neuer Vorschriften inzwischen zu gering ist. Auf einer Länge von rund 100 Metern entsteht eine Art Wanne, in welche die neuen Schienen montiert werden.

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