Teufen prescht nach vorne – Urnäsch bildet weiterhin das Schlusslicht

Beim jährlichen Gemeinderating kommt es zu Verschiebungen. Alle Ausserrhoder Gemeinden konnten sich verbessern. Die Gemeindepräsidenten sind erfreut, auch wenn sie die Bewertungskriterien hinterfragen.

Martin Schneider
Drucken
Teilen
Teufen schafft es im nationalen Vergleich weit nach vorne und landet auf Platz 40. (Bild: Benjamin Manser)

Teufen schafft es im nationalen Vergleich weit nach vorne und landet auf Platz 40. (Bild: Benjamin Manser)

Gleich mehrere Gemeinden im Appenzellerland preschen nach vorne. Zumindest wenn man dem zum zehnten Mal in Folge veröffentlichten Gemeinderating des Wochenmagazins «Weltwoche» Glauben schenken will. Positiv aufgefallen ist etwa die Gemeinde Teufen, die sich innerhalb eines Jahres vom 166. auf den 40. Rang verbessert hat. Herisau liegt mit Position 364 zwar weit hinter der Mittelländer Gemeinde zurück, hat aber im Vergleich zum Vorjahr ganze 293 Positionen gewonnen. Auch andere Ausserrhoder Gemeinden konnten deutlich Boden gut machen.

  • Die Ausserrhoder Gemeinden im Ranking: 
  • Teufen, Rang 40
  • Speicher, Rang 153
  • Heiden, Rang 284
  • Gais, Rang 304
  • Herisau, Rang 364
  • Walzenhausen, Rang 496
  • Urnäsch, Rang 635

Für Reto Altherr, Gemeindepräsident von Teufen, gibt es nicht den entscheidenden Faktor, dass Teufen sowohl im interkantonalen, wie auch im nationalen Vergleich weit nach vorne gekommen ist. Entscheidend für eine hohe Lebensqualität sei aber, das Dorf in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vorwärtszubringen. «Wir versuchen die Einwohner bei Workshops, Arbeitsgruppen und Orientierungsversammlungen aktiv einzubinden», so Altherr. Den Aspekt der Partizipation der Bevölkerung unterstreicht auch der «Weltwocheartikel» als eine besondere Qualität von Gemeinden. Auch wenn die Freude über die gute Platzierung gross ist, seien der Aussagekraft des Rankings Grenzen gesetzt, so Altherr. «Wir schauen uns die Rangliste sicherlich an, aber um aus diesem direkten Handlungsbedarf abzuleiten, ist sie zu breit gefächert.»

Massnahmen aufgrund des Ratings unwahrscheinlich

Urnäsch bildet trotz einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr mit Position 635 weiterhin das Schlusslicht der sieben Ausserrhoder Gemeinden. Ein alarmierendes Zeichen sei dies aber nicht, beteuert Vizepräsident Thomas Thym. «In einigen Kategorien, beispielsweise beim Wohnen, Bevölkerung und Erreichbarkeit ist uns nicht ganz klar, wie die Bewertung zu Stande kam.» Mit dem Ressort Standortattraktivität habe man eigene Kriterien zur Bewertung und Weiterentwicklung der Gemeinde, auf die man vertraue. Zudem gäbe es bereits Arbeitsgruppen, die sich mit diesem Thema beschäftigten.

Welche Faktoren zum stark verbesserten Rating von Herisau geführt haben, kann Gemeindepräsident Renzo Andreani ebenfalls nicht exakt aufschlüsseln. Das Rating zeige, dass sich Herisau in die richtige Richtung bewege. «Seit 2015 haben wir uns konstant weiter vorne platziert.» Erfreut zeigt sich der Gemeindepräsident darüber, dass man die Gemeinde Gossau (Rang 540), welche als Referenzgemeinde für Herisau gelte, mittlerweile hinter sich lassen konnte. Wie Reto Altherr verweist auch Andreani auf die Wichtigkeit der Mitgestaltung der Bürger in ihrer Gemeinde.

In Herisau habe man seit 2014 mit der Zukunftswerkstatt und der Möglichkeit der Mitwirkung bei der Zentrumsentwicklung grosse Fortschritte gemacht. Von Rang 395 auf 153 vorgestossen ist Speicher. «Wenn man auf die Zahlen der Statistik schaut, hat das Wohnen stark zum guten Abschneiden beigetragen. Dies bestätigt den Eindruck, dass Speicher eine attraktive Wohngemeinde ist», so Gemeindepräsident Paul König. Ähnlich wie in den anderen Gemeinden sieht man das Rating als Bestätigung für den eingeschlagenen Kurs, wird aber keinen direkten Handlungsbedarf daraus ableiten.

  • Die Innerrhoder Gemeinden im Ranking: 
  • Schwende, Rang 424
  • Rüte, Rang 439
  • Appenzell, Rang 491